| 15 Fragen zu Werders Rückrunde 2011/12 » |
Demonstrativer Schmusekurs statt Konfrontation bei den Trainern, gespannte Vorfreude und Rivalität bei Profis und Zuschauern: Das 96. Bundesliga-Derby zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen elektrisiert den Norden. Um Ausschreitungen vorzubeugen, ist die Partie am Samstag (15.30 Uhr, bei uns im Liveticker) als Sicherheitsspiel eingestuft worden, die Hamburger kontrollieren nach diversen Vorfällen verstärkt auf Pyrotechnik und erhöhen die Zäune.
"Wir wollen keine Randale, deshalb wird man von mir bestimmt keine Kampfansagen hören", sagte HSV-Coach Thorsten Fink, der zumindest für einen Tag "der Herr im Norden" sein will. Er fordert eine gesunde Aggressivität ausschließlich auf dem Rasen.
Nicht vergessen haben die Spieler des HSV das Trauma von 2009, als der Konkurrent in vier Partien binnen 19 Tagen als Sieger in Bundesliga, UEFA-Cup und DFB-Pokal triumphierte. Der Stachel sitzt immer noch tief, auch wenn man den ewigen Rivalen im letzten Heimspiel mit 4:0 zurück auf die A 1 schickte. "Das waren schon bekloppte Duelle", sagte Marcell Jansen, "da liegen immer noch Emotionen in der Schublade, die vor jedem Derby hochkommen".
Und Mladen Petric hat schon bei den Übungseinheiten das "Derby-Kribbeln" ausgemacht: "Es geht heißer her. Wir sind gewappnet gegen Bremen". Für den Stürmer könnte es das letzte Derby sein, wenn er nicht bereit ist, auf einen Teil seiner 2,5-Millionen-Jahresgage zu verzichten. Der HSV muss genauso wie Werder sparen und pflegt einen Jugendstil mit künftig geringeren Gehältern. Umso intensiver ist der Kampf ums lukrative europäische Geschäft.
Die Bremer sind zwar Fünfter mit 33 Punkten, aber seit fünf Spielen sieglos und drauf und dran, ihre gute Ausgangsposition in Sachen Europapokal-Qualifikation zu verspielen. Längst macht Hannover 96 von hinten Druck. Wird es wieder nichts mit einem Dreier, könnten auch Wolfsburg und Stuttgart ins Spiel kommen. (dpa)




