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Tim Wiese und Hans Jörg Butt gehören nicht nur seit wenigen Tagen gemeinsam zum erweiterten WM-Kader, sondern auch zu jenem Typus Tormann, der die Aufgabenstellung Elfmeter als Spezialdisziplin in sein Arbeitsrepertoire aufgenommen hat. Ganz speziell nimmt es der gebürtige Oldenburger Butt: Bayerns Schlussmann arbeitet mit Vorliebe auf beiden Seiten des Punktes, als Schlussmann wie als Schütze. 26 Tore hat Butt seit 1998 in der Bundesliga schon geschossen, zuletzt hat er mit einem verwandelten Elfmeter den Bayern sogar - in letzter Konsequenz - den Weg ins Champions-League-Finale geebnet. Er traf zum 1:1 im entscheidenden Gruppenspiel bei Juventus Turin, Bayern siegte 4:1 und rettete sich damit überhaupt ins Achtelfinale.
Tim Wiese schießt nicht selbst, nur im Notfall, und falls der morgen eintritt, 'lauf? ich natürlich an'. Seine Stärke aber entfaltet er zwischen den Pfosten. Zuletzt vor einem Jahr war das ein schmerzliches Erlebnis für den HSV, als Elfmeter-Riese Wiese drei Strafstöße parierte. Und morgen? Gerne wieder: 'Wenn es soweit kommt', sagt Wiese, 'ist das schön - dann kann ich meine Taktik anwenden.' Von der, grinst er, nichts verraten wird. Nur so viel: 'Ich führe kein Buch, das habe ich alles im Kopf.'
Keinen Kopf macht er sich indes darüber, dass das Pokalfinale ein direkter Vergleich der WM-Torhüter Wiese und Butt sein könnte. 'Ich spiele mein Spiel', sagt Wiese dazu: 'Es gibt kein Duell mit Butt.' Außer (vielleicht) im Elfmeterschießen.

