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Trotz des eindeutigen Frust-Fouls und der unumstrittenen Gelb- Roten Karte zeigte sich Frings uneinsichtig. "Ich grätsche da rein, spiele den Ball", sagte der Kapitän der hoffnungslos unterlegenen Mannschaft und fügte an: "Der lässt sich theatralisch fallen. Das muss man nicht geben." Es war eine sehr eigenwillige Einordnung der Geschehnisse - wie die Eigenbetrachtung der vereinseigenen Internetseite, die "Gelungener Saisonabschluss" titelte. Immerhin brachte der Werder- Kapitän eine passende Einschätzung des spielerischen Verlaufs: "Die haben verdient gewonnen", kommentierte Frings: "Die strotzen so vor Selbstvertrauen, dass wir keine Chance hatten."
Der Versuch, den Bayern mit einer veränderten Taktik beizukommen, ging gründlich daneben. Trainer Thomas Schaaf begann mit einer Doppel-Sechs und Regisseur Mesut Özil als Stürmer, wechselte nach der Pause aber wieder auf die klassische Werder-Raute mit dem weiterhin viel zu passiven Özil in zentraler Position. Im Grunde war das Spiel da aber schon entschieden - auch wenn die Bremer kurz nach dem Wechsel eine Chance zum Ausgleichstreffer besaßen. "Es ist keine Frage der Taktik, sondern der einzelnen Aktionen", sagte Schaaf, dessen Umstellung im Gegensatz zu den Ligaspielen gegen Schalke und Hamburg nicht geklappt hatte.
Schaaf musste mitansehen, dass seine Mannschaft so hilflos wirkte wie in keinem der vielen Champions-League-Spiele der vergangenen Jahre gegen europäische Topteams wie Barcelona, Madrid oder Chelsea. Deutschlands zweitbeste Mannschaft in diesem Jahrzehnt war nur ein Spielball. "Man hat gesehen, dass die Bayern momentan deutlich besser sind als der Rest der Liga", kommentierte Werder-Chef Klaus Allofs. Und Schaaf sagte, er hoffe, dass die Bayern nicht dauerhaft "so eine Dominanz entwickeln". Wie die Münchner national zu stoppen sein sollen, weiß aber auch der Bremer Erfolgs-Coach nicht. (dpa)




