Potentieller Neuzugang im Interview

 - 21.07.2011

Ignjovski rechnet fest mit Wechsel zu Werder

Die Unterschrift von Aleksandar Ignjovski bei Werder Bremen galt lange Zeit nur noch als reine Formsache. Der 20-Jährige, der letzte Saison von OFK Belgrad an 1860 München ausgeliehen war, hat sogar die sportärztliche Untersuchung in Bremen bereits überstanden. Ljubo Herceg sprach mit dem talentierten Mittelfeldmann, der nun händeringend auf einen Anruf von Werder-Chef Klaus Allofs wartet.

Herr Ignjovski, am 26. Juni waren Sie bei Werder Bremen zum Medizincheck. Was kam dabei heraus?

Aleksandar Ignjovski: Die medizinische Untersuchung habe ich ohne Probleme bestanden. Danach haben wir noch die letzten Vertragsdetails besprochen und standen kurz vor dem Abschluss.

Wieso kam es dann nicht zu einer Vertragsunterschrift?

Der Vertrag ist schon ausgehandelt, und ich hätte auch am liebsten sofort unterzeichnet. Doch Werder bat um Bedenkzeit und wollte sich die Tage melden. Daraufhin bin ich nach München zurückgekehrt, um mich fit zu halten. Ich habe tagtäglich auf den Anruf von Bremen gewartet, dann hieß es heute, morgen - immer wieder - bis heute.

Der Vertrag liegt also auf dem Tisch und nur Ihre Unterschrift fehlt?

Vollkommen richtig. Ja.

Das Problem ist aber, dass Bremen momentan finanziell die Hände gebunden und alle Transfers auf Eis gelegt sind. Scheitert Ihr Wechsel?

Zur Bremer Finanzlage kann ich nichts sagen. Von meiner Seite aus ist alles geklärt. Als ich erfahren habe, dass ein so großer und ambitionierter Klub mich haben will, habe ich nicht lange gezögert. Das Restliche muss mein aktueller Verein OFK Belgrad mit Bremen klären - an mir liegt es nicht.

Wenn Herr Allofs das nötige Geld auftreibt und sagt, wir kaufen dich, steht dem Wechsel nichts mehr im Wege.

Ja. Ich habe nun schon fast drei Wochen gewartet und werde weiterhin warten. Ich stehe zu meinem Wort und gehe davon aus, dass der Wechsel bald über die Bühne geht. Meine erste Option ist und bleibt Werder.

Gibt es denn auch andere Angebote?

Ja, die gibt es. Aber ich habe mit meinem Berater beschlossen, dass Werder Priorität genießt. An andere Vereine verliere ich keinen einzigen Gedanken.

Bei Bremen drückt aufgrund der zahlreichen Verletzungen gerade in der Defensive der Schuh. Trauen Sie sich auch die Position des Innenverteidigers zu?

Nein, in der Innenverteidigung habe ich noch nie gespielt. Aber im Mittelfeld kann ich auch die Halbpositionen bedecken.

Konnten Sie sich von der Stadt, der Region und dem Verein schon ein Bild machen, als Sie in Bremen waren?

Ich habe mit Marko Marin geredet und mich ein wenig um das Drumherum informiert. Ich habe nur Positives gehört.

Wenn man sich den aktuellen Kader anschaut, stellt man fest, dass einige Spieler ihre Wurzeln im Balkan haben - Arnautovic, Avdic, Marin sowie die Brüder Stevanovic. Ein Vorteil?

In München habe ich auch schon mit zwei Landsmännern zusammengespielt - Rakic und Rukavina. Das erleichtert selbstredend die Eingewöhnung. Ein ausschlaggebender Punkt für meine Entscheidung pro Werder war das aber nicht. Es ist nur ein schöner Nebeneffekt, denn viel wichtiger ist, dass die ganze Mannschaft einen guten Zusammenhalt hat und an einem Strang zieht. Und Bremen ist ein seriös geführter Verein mit großen Ambitionen, der einige Erfolge vorzuweisen hat. Das ist viel wichtiger.

Was sind Ihre Stärken? Woran müssen Sie noch arbeiten, sich verbessern?

In München war ich vorwiegend defensiv ausgerichtet, sodass ich nach vorne nicht so viel machen konnte. In einem stärkeren Team sollte ich mich aber mehr ins Offensivspiel einbringen können. Zu meinen Stärken zähle ich meine Zweikampfstärke, Übersicht und mein Passspiel. Zugutekommt mir zudem meine Schnelligkeit und Beidfüßigkeit.

Sagen wir mal, Bremen stellt Sie morgen als Neuzugang vor: Was können die Werder-Fans von Ihnen erwarten?

Ich bin Profi durch und durch, stelle mich in den Dienst der Mannschaft und gebe für den Klub alles. Ich bin eine Kämpfernatur.






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