| 15 Fragen zu Werders Rückrunde 2011/12 » |
Werder-Trainer Thomas Schaaf musste gegen die „Fohlen“ die Bremer Abwehr umbauen. Für Naldo, der nicht rechtzeitig fit geworden war, verteidigte Andreas Wolf. Im Angriff der Werderaner begannen wieder Claudio Pizarro und Marko Arnautovic, hinter den beiden Spitzen sollte Mehmet Ekici die Bälle verteilen.
Im mit 53.465 Zuschauern ausverkauften Borussia-Park lieferten sich beide Mannschaften einen intensiven Spielbeginn, in dem die Werderaner zunächst druckvoller auftraten und auch die erste gute Chance besaßen. Nach einem Freistoß von Mehmet Ekici setzte der aufgerückte Sokratis einen Kopfball aber über das Tor von Gladbachs Schlussmann Marc-André ter Stegen (4.). Auf der Gegenseite klärte Sebastian Prödl vor Mike Hanke.
Die Mönchengladbacher tauchten das erste Mal nach acht Minuten vor dem Werder-Kasten auf, aber Tim Wiese klärte vor Juan Arango. Kurz danach setzte Hunt einen Werder-Freistoß in die Mauer (10.). Es ging hin und her. Eingeleitet von Marco Reus landete der Ball zunächst über Hanke bei Patrick Neustädter, aber der Schussversuch des Gladbachers ging ganz knapp rechts am Werder-Tor vorbei (13.). Da hatte Werders Abwehrzentrum zum ersten Mal nicht gut ausgesehen. Auf der Gegenseite lenkte ter Stegen einen Ekici-Freistoß so gerade noch über den Querbalken.
Es war zunächst die letzte Tor-Gelegenheit der Bremer, stattdessen drehten die Gladbacher auf, die nach einem Konter in der 16. Minute in Führung gingen. Eine Flanke von Arango konnten die Bremer nicht verhindern und in der Mitte passte Aleksandar Ignjovsi gegen Herrmann nicht aus, so dass der Mittelfeldspieler wenig Mühe hatte, zum 1:0 aus Gladbacher Sicht einzuköpfen.
Abwehr überfordert, Angriff wirkungslos
Jetzt waren die Gladbacher in Fahrt und hätten kurz nach dem Führungstreffer durch Hanke (21.) oder Daems (22.) sogar schon das 2:0 nachlegen können. Werder ließ Gladbach viel zu viel Freiraum und so war Reus in der 23. Minute weder von Prödl noch von Wolf aufzuhalten und schoss aus 16 Metern unhaltbar für Wiese zum 2:0 ein. Von Werders Defensive war viel zu wenig zu sehen und auch Pizarro und Arnautovic im Sturm blieben völlig wirkungslos.
Nach dem zweiten Treffer gönnte sich Gladbach bis zur 34. Minute eine kurze Ruhepause. Dann machte sich erneut der überragende Reus auf den Weg in Richtung Bremer Tor, aber Prödl stoppte den Nationalspieler per Grätsche. Vier Minuten später sprintete Herrmann dann auf und davon, und Reus schob den Querpass gegen den herauseilenden Wiese aus zehn Metern locker zum dritten Treffer der Gladbacher ins Netz (38.)
Die Bremer tauchten vor der Halbzeitpause nur noch einmal vor dem Tor der „Fohlen“ auf, aber Hunt verzog in der 42. Minute aus 14 Metern – keine Gefahr für das Gladbacher Tor.
Zur zweiten Hälfte wechselte Schaaf aus und brachte Lukas Schmitz für Ekici neu in die Begegnung. Während Schmitz auf links in die Abwehrkette rückte, spielte Ignjovski nun vor der Abwehrkette im defensiven Mittelfeld. Werder deutete an, das Spiel noch nicht verloren geben zu wollen. Arnautovic passte stark auf Pizarro, der nach Meinung des Schiedsrichter-Assistenten aber im Abseits stand. Kurz danach wurde eine weitere Werder-Chance durch Ignjovski wieder wegen Abseits abgepfiffen.
Damit waren Werders Offensivbemühungen zunächst wieder zu Ende, stattdessen stand die Abwehr der Grün-Weißen wieder im Mittelpunkt. In der 51. Minute spielte Arango eine Freistoßflanke auf Hanke, dessen Drehschuss Wiese wegfaustete. Allerdings landete der Ball in der Mitte bei Reus, der gegen Wieses Laufrichtung aus 16 Metern ins linke Eck zum 4:0 der Gastgeber traf.
Nur 120 Sekunden später fielen die überforderten Werderaner dann komplett auseinander und die Gladbacher erhöhten sogar auf 5:0. Erneut war Wiese ohne Abwehrchance, Arango traf aus 20-Metern per Außenrist-Schuss.
Werder versuchte es noch einmal durch Ignjovski, aber Jantschke blockte den Schuss des Serben ab (58.). Von Werders nominellem Sturm war auch nach der Einwechslung von Rosenberg für Arnautovic nicht viel zu sehen. Zudem mussten die Werderaner ab der 76. Minute nur noch mit zehn Mann auskommen, weil Sokratis nach Trikot-Ziehen mit der Gelb-Roten Karte des Feldes verwiesen wurde.
Spielerisch passierte im Borussia-Park in der letzten Viertelstunde nichts Spektakuläres mehr. Die Gastgeber verwalteten das Ergebnis und Bremen wusste, dass dieser Rückstand an diesem Tag im Gegensatz zum vergangenen Bundesligaspiel gegen Köln nicht mehr aufzuholen war. Die Zuschauer im Stadion sangen unterdessen „Oh, wie ist das schön“ und ließen die La-Ola-Welle durch den Borussia-Park schwappen.
Pünktlich nach 90 Minuten erlöste Schiedsrichter Dr. Felix Brych die Werderaner, die in der Tabelle auf den fünften Tabellenplatz abrutschten und die Gladbacher sowie den FC Schalke 04 vorbeilassen mussten.
Am nächsten Bundesliga-Spieltag steht für Werder dann wieder ein Heimspiel an. Gegner am kommenden Sonnatg ab 15.30 Uhr im Weserstadion ist der VfB Stuttgart. Wir berichten dann wieder wie gewohnt im Liveticker.
---
Die Aufstellungen:
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl (28. Brouwers), Dante, Daems - P. Herrmann (81. Bobadilla), Neustädter, Nordtveit, Arango - M. Reus (87. Wendt), Hanke
Werder Bremen: Wiese - Sokratis, Prödl, A. Wolf, Ignjovski - Bargfrede - Fritz, Hunt (78. A. Stevanovic) - Ekici (46. L. Schmitz) - M. Arnautovic (61. Rosenberg), C. Pizarro
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Zuschauer: 53.465
Tore: 1:0 P. Herrmann (16.), 2:0 M. Reus (23.), 3:0 M. Reus (38.), 4:0 M. Reus (51.), 5:0 Arango (53.)
Gelbe Karten: Keine - Keine. Gelb-Rot: Keine - Sokratis (76./wiederholtes Foulspiel)










