| 15 Fragen zu Werders Rückrunde 2011/12 » |
"Wir haben toll gespielt und eine Begeisterung und Euphorie durch das Spiel getragen", sagte Thomas Schaaf in einer für ihn eher ungewohnten Emotionalität. Zwar hat das erste Heimspiel des Jahres 2012 nur einen Punkt, dafür aber viele positive Ansätze gebracht, auf die Schaaf für die kommenden Wochen aufbauen kann. Hier die wesentlichen Erkenntnisse im Überblick:
Die neu formierte Innenverteidigung hat ihre Sache auch ohne die Stammkräfte Naldo und Sebastian Prödl gut (Francois Affolter) bis sehr gut (Sokratis) gemacht. Während der zweikampfstarke Grieche die Chefrolle übernahm, lieferte Debütant Affolter nur drei Tage nach seiner Verpflichtung ein grundsolides Spiel ab. 90 Prozent seiner Pässe brachte er an den Mann und blieb auch sonst fehlerfrei - das macht Lust auf mehr.
Auf der Außenbahn darf sich Florian Hartherz als Gewinner fühlen. Der 18-Jährige lief bei seinem Bundesliga-Debüt 12,8 Kilometer - Bestwert im Werder-Team - und gewann über 65 Prozent seiner Zweikämpfe. Dazu traute sich Hartherz auch in der Offensive viel zu und hatte nach Clemens Fritz die zweitmeisten Ballkontakte. Wesentlich besser kann ein Debüt kaum laufen.
Steigerungsbedarf im Mittelfeld
Im Mittelfeld machte die Raute ihre Sache vor allem in der Defensive gut. Sehr kompakt, bissig und zweikampfstark machten sie den Leverkusenern das Leben schwer. "Wir haben mit unglaublich großem Engagement gespielt", lobt Werder-Chef Klaus Allofs die Einstellung der Profis. Das Spiel nach vorne ist allerdings noch ausbaufähig. Zu selten wurde so schnell und sicher kombiniert wie beim 1:0, als Tom Trybull und Mehmet Ekici eine schöne Kombination zeigten. Insgesamt bleibt das Mittelfeld die größte Werder-Baustelle. Was nicht nur, aber auch am erneut nicht dominanten Spielmacher Ekici liegt. Der Türke war zwar kein Totalausfall, hatte aber auch gegen Bayer schlechte Statistik-Werte. So gewann er nur 31 Prozent seiner Duelle und hatte die wenigsten Ballkontakte aller Bremer Startelf-Spieler. Nur folgerichtig war da seine Auswechslung nach gut einer Stunde.
Im Angriff nichts Neues: Auf Claudio Pizarro ist nach wie vor Verlass, der Peruaner braucht maximal zwei Chancen für sein obligatorisches Tor. Das gilt leider nicht für Markus Rosenberg, der weiter Tor-Pech hat. Insgesamt zeigte der Schwede eine gute Partie, belohnte sich aber nicht für seinen Einsatz. Erst rettete Stefan Reinartz kurz vor der Linie, bei seiner zweiten Großchance scheiterte Rosenberg in der Schlussphase am linken Pfosten. So blieb sein anschließender wütender Tritt in die Werbebande der einzige Treffer an diesem Tag.
Kommt noch ein Neuer?
Insgesamt war es trotz der Punkteteilung ein gelungener Debütanten-Ball - dass in Tim Wiese ausgerechnet einer der wenigen erfahrenen Spieler patzte, passt da gut ins Bild. Dazu hofft Schaaf ("Ich sehe vor allem Handlungsbedarf in der Gesundung unserer Spieler") auf baldige Comebacks von wichtigen Akteuren wie Naldo, Aaron Hunt oder Marko Arnautovic. Ab Montag kann er auch mit Zugang Zlatko Junuzovic planen, der eine weitere Option für das zentrale Mittelfeld ist - genau da, wo Werder den wohl größten Handlungsbedarf hat.
Und dann ist da noch immer das offene Transferfenster. "Wir haben noch drei volle Tage Zeit und es gibt keinen Grund zu sagen, dass wir nichts mehr machen werden", sagte Klaus Allofs nach dem Spiel. Vielleicht gibt es bis zum kommenden Auswärtsspiel beim SC Freiburg am Sonntag (15.30 Uhr im Liveticker) ja noch einen weiteren Zugang für Trainer Schaaf. Dem Konkurrenzkampf im Team würde das sicher guttun.







