Werder Bremen

 - 06.02.2012

Die Passivität bleibt das große Problem

Von Ben Binkle
Bremen. Werder Bremen ist im Jahr 2012 noch immer ungeschlagen. Das ist eine gute Nachricht. Allerdings ist Werder Bremen im Jahr 2012 auch noch immer ohne Sieg. Das ist die Kehrseite der guten Nachricht. Nach drei Unentschieden zum Rückrundenstart ist das komfortable Sechs-Punkte-Polster auf Rang sieben zu einem mageren Zwei-Punkte-Vorsprung geschmolzen. Es wird schon jetzt, nach gerade einmal 20 Spieltagen, richtig eng im Kampf um einen Platz für das internationale Geschäft.
Sinnbild für Werders Probleme: Marko Marin gewann nach seiner Einwechslung in der 62. Minuten keinen einzigen Zweikampf.
Sinnbild für Werders Probleme: Marko Marin gewann nach seiner Einwechslung in der 62. Minuten keinen einzigen Zweikampf.

Ließen die Punkteteilungen in Kaiserslautern (0:0) und gegen Leverkusen (1:1) noch unterschiedliche Interpretationen über halbvolle oder halbleere Gläser zu, fühlt sich das 2:2 von Freiburg bei fast allen Beteiligten wie eine Niederlage an. Und das nicht nur, weil eine Mannschaft mit Werders Ansprüchen beim Tabellenletzten eigentlich gewinnen muss. "Eine zweimalige Führung dürfen wir nicht hergeben", ärgerte sich Thomas Schaaf über seine Mannschaft. Der Frust des Werder-Trainers richtet sich dabei vor allem auf altbekannte Fehler im Bremer Spiel.

Eine Konstante ist in dieser Saison das zu passive Abwehrverhalten der Bremer bei gegnerischen Eckbällen. Mit seinen 1,77 Metern Körpergröße ist Freiburgs Cedrick Makiadi wahrlich kein Kopfballspezialist, doch wenn man ihn fünf Meter vor dem Tor völlig frei hochsteigen lässt, trifft selbst er. "Das muss man anders verteidigen", rügte Sportdirektor Klaus Allofs das Verhalten der eigenen Abwehr. Zu leicht schenkte Werder die zuvor mühsam erspielte Führung her und machte sich das Leben damit selber schwer.

Mehmet Ekici war dem Freiburger Torschützen in der 32. Minute zugeteilt, doch verlor der Werder-Spielmacher Makiadi komplett aus den Augen. Dass Tim Wiese auf der Torlinie blieb, passte ins Bild - in der Vorwoche gegen Leverkusen war er nach einem Eckball überstürzt aus seinem Kasten gelaufen und hatte so ein Gegentor verschuldet. Dieses Mal machte er es anders, im Ergebnis letztlich aber nicht besser.

Rosenberg und der Pfosten, Folge sechs

Eine weitere Konstante im Werder-Spiel ist derzeit Markus Rosenberg. Im dritten Spiel in Folge traf der Schwede bei Großchancen nur den Pfosten, insgesamt kommt der Angreifer in dieser Saison schon auf sechs Aluminium-Treffer. Pech für Rosenberg, der in der 53. gegen Freiburg eigentlich alles richtig machte, dann aber ein paar Zentimeter zu ungenau abschloss. Es wäre das 3:1 - und damit wohl die Vorentscheidung - gewesen. Und bitter für Werder, denn 17 Minuten später glichen die Freiburger erneut aus.

Beim 2:2 war es dann eine klassische Fehler-Kette im Bremer Spiel. Den größten machte Anteil hatte wohl Aleksandar Ignjovski (WESER-KURIER-Note 5), der nach einem harmlosen langen Ball seine Position vor der Abwehr verließ und so den Freiburgern die nötigen Räume ermöglichte. Weil dann auch Florian Hartherz ein schwaches Zweikampfverhalten offenbarte und Tim Wiese nichts mehr retten konnte, kamen die Gastgeber zum erneuten Ausgleich.

Als "zu unruhig" empfand Thomas Schaaf das Spiel seiner Mannschaft, das auch nach den Einwechslungen von Marko Marin und Lukas Schmitz nicht zwingender wurde. Im Gegenteil: Von Marin kamen in seinen 28 Minuten keinerlei Impulse, der Spielmacher gewann keinen einzigen Zweikampf. So bleibt der Eindruck, dass derzeit nur Claudio Pizarro eine Konstante im positiven Sinne ist - und der fehlt Werder im kommenden Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim (Sonnabend, 15.30 Uhr im Liveticker) wegen einer Gelb-Sperre.






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