Werder Bremen

 - 22.02.2012

Mehmet Ekici ist nur noch zweite Wahl

Von Timo Sczuplinski
Bremen. Der kommende Spieltag ist ein besonderer für Mehmet Ekici. Es geht im Weserstadion gegen seinen Ex-Klub. Dass er gegen den 1. FC Nürnberg auch in Werders Startelf stehen wird, ist allerdings unwahrscheinlich. Denn spätestens seit dem Nordderby hat Marko Marin auf der Zehner-Position wieder die Nase vorn.
Wohin geht die Entwicklung von Mehmet Ekici? Der Türke hat sich in Bremen noch nicht in den Vordergrund spielen können.
Wohin geht die Entwicklung von Mehmet Ekici? Der Türke hat sich in Bremen noch nicht in den Vordergrund spielen können.

Mehmet Ekici hatte am Sonnabend ein Derby verloren. Ein inoffizielles. Das Münchener. Es ging um die letzte mögliche Einwechslung bei Werders 3:1-Sieg in Hamburg. Er, der Ex-Bayern-Spieler blieb Reservist. Aleksandar Ignjovski, ehemaliger Kicker von 1860 München, wurde als dritter Bremer Spieler von Thomas Schaaf in die Partie geworfen. Acht Minuten später war Schluss, Werder feierte, Ekici auch. Noch lieber hätte es der türkische Nationalspieler wohl gehabt, wenn er selbst etwas zum ersten Werder-Sieg im Jahr 2012 hätte beitragen können. Das übernahm an diesem Tag ein anderer.

Erstmals in diesem Jahr durfte Ekici nicht von Beginn an ran, er durfte gar nicht auflaufen. Dass ausgerechnet Marko Marin, Ekicis direkter Konkurrent auf der Position in Werders offensivem Mittelfeld, an diesem Nachmittag zudem einen tollen Tag erwischte, war gut für Werder - nicht aber für Ekicis Stammplatzambitionen. Der 21-Jährige ist viel zu sehr ein Mannschaftsspieler, als dass er das unterstreichen würde. Er würde vielmehr den Erfolg der Mannschaft in den Vordergrund rücken, wenn er etwas zu seiner Situation bei Werder sagen würde. Sagt er aber nicht.

Mehmet Ekici sagt derzeit nichts. Nur so viel, dass er nun trainieren müsse und auch später keine Zeit für ein Gespräch habe. Dabei bleibt er höflich, grüßt freundlich mit einem zünftigen "Servus" und lächelt, weil er eigentlich genau weiß, dass ihm die Reporterrunde in der jetzigen Situation eher weniger angenehme Fragen stellen würde. Er möchte eben nicht zu so etwas wie einem "Verlierer" im aktuellen Werder-Formhoch auserkoren werden.

Mehmet Ekici ist seit nun acht Monaten Bremer, die erhoffte Verstärkung, der Ideen- und Vorlagengeber im Mittelfeld war er dabei nur selten. Ein Tor, ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub aus Nürnberg, und eine Torvorlage stehen auf dem Konto des Spielers, der vor einem Jahr noch einer dieser Shooting-Stars der Bundesliga war.

"Memo ist ein ausgezeichneter Fußballer. Werder hat ihn ja nicht umsonst geholt", macht sich Marko Arnautovic für seinen Teamkollegen stark. Umsonst ist der junge Türke in der Tat nicht nach Bremen gewechselt. Rund fünf Millionen Euro Ablösesumme soll er die Grün-Weißen gekostet haben, womit die Erwartungshaltung des Bremer Publikums auf Anhieb sehr hoch hing. Es scheint bei Werders Nummer 20 nicht an den fußballerischen Qualitäten zu mangeln. Eher scheint es ein sogenanntes Kopfproblem zu sein, dass er in seinen bisher 18 Bundesliga-Partien für Werder meist nicht schnell genug die richtigen Entscheidungen auf dem Platz getroffen hat. Manchmal gelang ihm das während seinen mittlerweile schon 17 Ein- und Auswechslungen, wie bei seiner Torvorlage in Freiburg.

"Memo gibt Gas im Training. Vielleicht denkt man in solchen Situationen einfach zu viel nach", sagt Mannschaftskapitän Clemens Fritz. Bei aller Kritik, die er bisher erfahren hat, darf man nicht vergessen, dass auch Ekici mit seinen 21 Jahren noch ein Nachwuchsspieler ist. Er genießt den Rückhalt innerhalb des Teams. "Jeder ist natürlich verzweifelt, wenn er nicht spielt. Es klappt halt noch nicht so", sagt etwa Marko Arnautovic und erklärt: "Ich bin aber nicht sein Vater oder seine Mutter und auch nicht er selbst. Aber ich wäre für ihn da. Dafür ist doch ein Team da."

Sieht man Mehmet Ekici im Training zu, dann blitzt immer wieder auf, über welch Klasse er verfügt - technisch auf der Höhe, Pässe in die Schnittstellen der Abwehr. Sein Trainer beim FC Bayern, Louis van Gaal, soll die Qualitäten von Ekici ebenfalls geschätzt haben. Der Niederländer sah in ihm allerdings keinen "Zehner", keinen offensiv ausgerichteten Mittelfeldspieler, sondern einen Sechser, den zentralen Staubsauger vor der Abwehr.

Auf Werders Zehn wird wohl vorerst weiterhin Marko Marin auflaufen, obwohl der sich nach eigener Aussage und auskurierter Verletzung noch gar nicht bei 100 Prozent befindet. "Ich will natürlich am Samstag wieder so eine Leistung bringen, wie beim HSV", sagt Marin. Gut für Werder, weniger für Ekici.






Werder Bremen

Naldo wird immer wieder mit Klubs aus Brasilien in Verbindung gebracht. Kann Werder auf den Abwehrspieler verzichten?

44% (4 Stimmen)
Ja, Werder hat genug starke Verteidiger
56% (5 Stimmen)
Nein, Naldo ist sportlich nicht zu ersetzen

TOP bei Werder


Online-Dossier

Viele Verträge laufen bei Werder im Juni 2012 aus, es sind spannende Wochen an der Weser zu erwarten. In unserem Online-Dossier haben wir Nachrichten, Videos, Fotostrecken und Umfragen zu diesem Thema gesammelt.

Aktuelle Fotostrecken

Unsere Leser...

...schreiben im Forum
...kommentieren Artikel
Bochumer Labor bestätigt gefährlichen Keim
schnull am 25.05.2012
Es ist ein Trauerspiel, wie amateurhaft mit der Hygene in unseren Kliniken umgegangen wird.…
Klimaschützer: Untätigkeit kostet Billionen von Euro
darko am 25.05.2012
> linonk am 25.05.2012 um 09:03:45 > > Die verschiedenen Urane stehen am Ende der…

WESER-KURIER Kundenservice