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 - 02.10.2009

Gewinner und Verlierer der Bundestagswahl

Bei der Bundestagswahl geht es nicht nur um die Parteien, sondern auch um persönliche Schicksale.

Verlierer Grünen-Chef Cem Özdemir bekam von seinem Landesverband einen unsicheren Listenplatz zugewiesen. Der CDU-Bewerber Stefan Kaufmann verteidigte den Wahlkreis mit 34,4 Prozent der Erststimmen. Özdemir erhielt trotz stattlicher Aufholjagd 29,9 Prozent. Am Ende reichte es nicht.
VerliererDer bisherige Noch-Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat ein Direktmandat für den Bundestag deutlich verfehlt. Der 54-Jährige unterlag in seinem sächsischen Wahlkreis 154 (Leipzig-Süd) dem CDU-Kontrahenten Thomas Feist. Feist erhielt 28,8 Prozent, Tiefensee landete mit 23,0 Prozent lediglich auf Platz drei, der Linke-Bewerber Mike Nagler kam mit 25,3 Prozent auf Platz zwei. Vor vier Jahren waren beide Leipziger Wahlkreise noch an die damaligen SPD-Bewerber gegangen. Trostpflaster: Tiefensee ist über die Landesliste abgesichert.
GewinnerDer Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele wird den Berliner Wahlkreis Friedrichhain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost auch im neuen Bundestag vertreten. Ströbele gewann das Direktmandat erneut mit großer Mehrheit. Wie der Bundeswahlleiter mitteilte, bekam er 46,8 Prozent der Erststimmen, das waren 3,5 Prozentpunkte mehr als 2005.
GewinnerCDU-Generalsekretär Ronald Pofalla hat seinen Klever Wahlkreis mit 49,93 Prozent deutlich gewonnen. Er ließ die SPD-Rivalin Barbara Hendricks über 20 Prozenpunkte hinter sich. Jetzt winkt das Arbeitsministerium.
GewinnerBesser machte es ein anderer Gesundheitspolitiker der SPD: In einem Kopf-an-Kopf-Rennen setzte sich Karl Lauterbach im Wahlkreis Leverkusen - Köln IV gegen den CDU-Kandidaten Thomas Portz durch. 2005 hatte er seinen Wahlkreis noch viel deutlicher gewinnen können.
VerliererDer frühere CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer hat im Wahlkreis Hamm/Unna II eine Niederlage erlitten. Der SPD-Wahlkreisinhaber und Innenexperte Dieter Wiefelspütz mit 43,9 Prozent der gültigen Stimmen das Direktmandat. Wegen seines schlechten Listenplatzes droht Meyer nun das Ende seiner bundespolitischen Laufbahn.
GewinnerTraumergebnis für Wolfgang Bosbach: In seinem Wahlkreis, dem Rheinisch-Bergischen Kreis, holte der CDU-Politiker 50 Prozent der Stimmen. Damit hat der Innenexperte seinen Vorsprung gegenüber 2005 ausgebaut.
VerliererBundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat sein Direktmandat in seinem Wahlkreis Berlin-Pankow verloren. Dort siegte der Linken-Politiker Stefan Liebich mit einem Erststimmenergebnis von 28,8 Prozent. Thierse kam nur auf 27,4 Prozent. Er hatte den Wahlkreis 2002 und 2005 direkt gewonnen und dürfte aber über die Berliner Landesliste in den neuen Bundestag einziehen, da er auf Listenplatz eins steht.
GewinnerPhilipp Mißfelder, das Enfant Terrible der Union, schaffte es über die Landesliste in den Bundestag. In seiner Partei hat er sich in der letzten Legislaturperiode mit Äußerungen zur Generationengerechtigkeit einige Feinde gemacht.
GewinnerDer CSU-Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg hat bei der Bundestagswahl das deutschlandweit beste Erststimmenergebnis erzielt. Der bisherige Bundeswirtschaftsminister gewann den Wahlkreis Kulmbach am Sonntag mit 68,1 Prozent der Erststimmen, acht Prozentpunkte mehr als 2005. Dem vom Bundeswahlleiter veröffentlichten vorläufigen amtlichen Endergebnis zufolge kam kein anderer Politiker auf eine höhere Zustimmung in seinem Wahlkreis.
VerliererFür die Düsseldorfer SPD-Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretärin Karin Kortmann war es ein schwarzer Tag: Nach elf Jahren verliert sie ihr Bundestagsmandat. Kortmann verlor den Wahlkreis Düsseldorf II an Beatrix Philipp von der CDU. Auch über die Landesliste hatte Kortmann (Platz 24) keine Chance auf ein Bundestagsmandat. Michael Müller (links) ist seit über 20 Jahren im Parlament - jetzt ist zwangsweise Schluss.
GewinnerNRW-FDP-Generalsekretär Christian Lindner freute sich über das tolle Resultat seiner Partei und zieht nun selbst in den Bundestag ein.
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Verlierer Grünen-Chef Cem Özdemir bekam von seinem Landesverband einen unsicheren Listenplatz zugewiesen. Der CDU-Bewerber Stefan Kaufmann verteidigte den Wahlkreis mit 34,4 Prozent der Erststimmen. Özdemir erhielt trotz stattlicher Aufholjagd 29,9 Prozent. Am Ende reichte es nicht.

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