Fotostrecke

 - 06.05.2010

Von Bernard bis Özil: Werders WM-Teilnehmer

Bremen. Gerade einmal 18 Spieler nahmen als deutsche Nationalspieler bei den bisherigen Weltmeisterschaften als Profis von Werder Bremen teil. Die ersten waren 1966 Günter Bernard, Max Lorenz und Horst-Dieter Höttges. 2010 fuhren zum ersten Mal vier Werderaner zu einer WM. Wir stellen die Teilnehmer vor.
Erst bei der WM 1966 in England waren zum ersten Mal drei Werder-Profis im deutschen Aufgebot. Einer von ihnen war Günter Bernard, Torwart von Werders erster Meistermannschaft 1965. Allerdings kam Bernard hinter Stammtorwart Hans Tilkowski und Sepp Maier zu keinem Einsatz.
Ebenfalls ein Vize-Weltmeister von 1966 ist Werder-Legende Max Lorenz (hier gemeinsam mit Uwe Seeler).
Im September 2006 bekamen Seeler (links) und Lorenz (rechts), die noch immer gut befreundet sind, einen eigenen Abdruck in der Bremer "Mall of Fame" in der Lloydpassage. Im Jahr 2008 erlitt Lorenz einen Schlaganfall, den er jedoch ohne zurückbleibende Schäden überlebte.
Der dritte Werder-Profi 1966 war eine weitere grün-weiße Legende: Horst-Dieter Höttges. "Eisenfuß" Höttges nahm an drei Weltmeisterschaften teil und wurde 1966 Vize-Weltmeister, 1970 in Mexiko Dritter und bei der WM 1974 in Deutschland Weltmeister. Dort hatte er allerdings nicht nur seine angestammte Rückennummer 2 sondern auch seinen Stammplatz an einen gewissen Hans-Hubert Voigts verloren und kam nur noch zu einem Einsatz. Insgesamt kam Höttges auf 66 Einsätze zwischen 1965 und 1974.
Auch heute kommt Lorenz noch oft mit seinen ehemaligen Nationmannschaftskollegen zusammen. Auf diesem Foto beglückwünschte
1978 schaffte es nur erneut nur ein Bremer in den WM-Kader.
Bis zum Jahresende 2005 war Burdenski bei Werder als Torwarttrainer aktiv. Insgesamt stand er 444 Mal für Werder in der Bundesliga zwischen den Pfosten. Heute betreibt er eine eigene Event-Agentur und hat ein Sportgeschäft in Brinkum. Das Foto aus dem Jahr 2004 zeigt Burdenski neben Trainer Thomas Schaaf und dem damaligen Co-Trainer Karl-Heinz Kamp (links).
Uwe Reinders kam zwar nur auf vier Länderspieleinsätze, drei davon absolvierte der Stürmer allerdings bei der WM 1982 in Spanien. Dort wurde Reinders, der von 1977-1985 das Werder-Trikot trug, dann auch gleich Vize-Weltmeister. In allen seinen vier Partien mit dem Bundesadler auf der Brust wurde Reinders entweder ein- oder ausgewechselt.
Reinders beendete seine aktive Laufbahn 1989 als Spielertrainer von Eintracht Braunschweig. Es folgten Trainerstationen bei Hansa Rostock, MSV Duisburg, Hertha BSC Berlin, Eintracht Braunschweig, FC Sachsen Leipzig und 1. FC Pforzheim. 2005 war Reinders für kurze Zeit auch noch beim Oberligisten Brinkumer SV tätig.
Eine deutsche Fußballlegende wurde ebenfalls beim SV Werder zum Nationalspieler. 1982 lief Rudi Völler zum ersten Mal in der A-Formation auf. Vier Jahre später war er der einzige Bremer Spieler im WM-Kader von Franz Beckenbauers Team in Mexiko. Seinen größten Erfolg feierte "Tante Käthe" aber erst vier Jahre später. Als Spieler vom AS Rom gewann er 1990 den WM-Titel. Das Foto zeigt die Szene im Finale gegen Argentinien, die zum entscheidenden Elfmeter führte.
Insgesamt 90 Mal lief Völler für die Nationalmannschaft auf, erzielte dabei 47 Tore. Damit ist er gemeinsam mit Jürgen Klinsmann der dritterfolgreichste Stürmer der Nationalelf. Sein letztes Länderspiel war das bittere Viertelfinal-Aus gegen Bulgarien bei der WM 1990 in den USA.
Am 2. Juli 2000, kurz nach der EM, wurde Völler Teamchef der DFB-Auswahl. Seinen größten Erfolg erzielte Völler im Jahr 2002. Entgegen vielen Prognosen von Experten, die ein frühes Aus prophezeit hatten, schaffte er mit der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2002 in Südkorea und Japan den Sprung ins Finale. Deutschland unterlag gegen Brasilien mit 0:2. Das Foto zeigt den anschließenden Empfang nach der Rückkehr des Teams auf dem Frankfurter Römer.
Nachdem die deutsche Nationalmannschaft bei der EM 2004 in Portugal bereits in der Vorrunde ausschied, erklärte Völler am 24. Juni 2004 seinen Rücktritt als Teamchef der deutschen Nationalelf. Das Bild zeigt Völler kurz nach dem dritten Gruppenspiel und dem endgültigen Aus wie er sich bei den deutschen Fans entschuldigt. Seit dem 18. Januar 2005 fungiert Völler erneut als Sportdirektor von Bayer 04 Leverkusen.
Ein anderer Bremer WM-Teilnehmer war fünf Jahre lang Völlers Teamgefährte bei den Grün-Weißen und wurde 1990 sogar Weltmeister. Günter Hermann (rechts neben Rudi Völler in der Saison 1986/1987) war in Italien einer von zwei Werder-Profis, die den Weltmeister-Pokal in die Luft stemmen durften.
Allerdings gelangt Hermann im Gegensatz zu Karl-Heinz Riedle dadurch zu zweifelhaftem Ruhm. So bestritt der ballsichere Mittelfelddribbler in seiner gesamten Laufbahn nur zwei Länderspiele, war zudem erst spät auf den WM-Zug aufgesoprungen und spielte in Italien dann auch keine einzige Sekunde. Obowhl auch die Feldspieler Frank Mill und Paul Steiner komplett ohne Einsatz blieben, haftet besonders an Hermann bis heute das Label "Weltmeister ohne Spiel".
Heute ist Günter Hermann Trainer beim Niedersachsen-Oberligist VSK Osterholz-Scharmbeck. Er übernahm die Mannschaft bereits 2001 und führte sie aus der Bezirksklasse mit insgesamt drei Aufstiegen in die Oberliga. Außerdem führt Hermann in der Kreisstadt erfolgreich ein Sportartikel-Geschäft und hat maßgeblich Anteil daran gehabt, dass die Stadt nach jahrelangem Hin und Her das städtische Stadion komplett erneuert hat.
Der zweite Bremer Weltmeister von 1990 war Karl-Heinz Riedle, der allerdings nach der WM nach Italien zu Lazio Rom wechselte. In der Nationalmannschaft spielte er von 1988 bis 1994. Dabei erzielte er in 42 Spielen 16 Tore. Bei der WM 1990 kam er zu vier Einsätzen, war aber hinter Jürgen Klinsmann und Rudi Völler nur Stürmer Nummer 3. Einzig beim Spiel gegen die Tschechoslowakei stand Riedle 90 Minuten auf dem Platz. Im Halbfinalspiel gegen England musste das Elfmeterschießen über den Einzug in das Finale entscheiden. Dabei traf Riedle zum 4:4.
Bei der WM 1994 in den USA stand nur ein Bremer im Kader des damaligen Bundestrainers Berti Voigts - es war Mario Basler. Allerdings kam das enfant terrible der Bundesliga nur zu einem einzigen Einsatz gegen Bolivien.
Am 18. November 1998, beim 1:1-Unentschieden gegen die Niederlande trug Basler zum letzten Mal das Nationaltrikot. Insgesamt spielte der Ex-Bremer 30 Mal für Deutschland und erzielte dabei zwei Tore.
Nachdem in Frankreich 1998 kein einziger Bremer im WM-Team stand, waren es 2002 in Südkorea und Japan gleich derer drei. Einer von ihnen war Marco Bode. Sein Nationalmannschaftsdebüt gab der in Bremen noch immer sehr beliebte Ex-Profi bereits 1995.
Nach der WM 2002 beendet Bode (hier in einer Szene aus dem Halbfinale gegen Südkorea) nach sieben Jahren seine Vereins- und Nationalmannschaftskarriere. 40 Mal trug er das Trikot mit dem Bundesadler und erzielte dabei 9 Tore.
Bode gehört zu den wenigen Spielern, die ihre aktive Laufbahn mit einem WM-Finale beendeten. Nach dem erfolgreichen Finaleinzug 2002 trug Oliver Bierhoff Bode auf Händen.
Seinen größten Erfolg mit der Nationalelf feierte Bode 1996 mit dem Gewinn der Europmeisterschaft (Foto: Oliver Bierhoff erzielt das Golden Goal im Finale gegen Tschechien).
Für Werder lief Marco Bode in dreizehn Jahren 379 Mal auf und erzielte 101 Tore.
Der zweite Bremer Spieler im WM-Kader 2002 war Frank Baumann. Allerdings wurde er jedoch nur einmal im Achtelfinale gegen Paraguay in der 60. Minute eingewechselt.
Werder Ehrenspielführer bestritt von 1999 bis 2005 insgesamt 28 Länderspiele und erzielte dabei zwei Tore. Bei der Europameisterschaft 2004 in Portugal spielte Baumann bei zwei der drei deutschen Vorrundenspiele mit.
Baumann gab sein Debüt für die deutsche Nationalmannschaft am 14. November 1999 beim 1:0-Erfolg in Oslo gegen Norwegen. Sein letztes Spiel bestritt er am 26. März 2005 gegen Slowenien. Seine zwei Tore erzielte er beide 2001 in Freundschaftsspielen gegen die Slowakei und Ungarn. Die größten Erfolge feierte Baumann allerdings bei Werder Bremen und war unter anderem Kapitän der Double-Mannschaft 2004.
Auch Torsten Frings bestritt 2002 in Südkorea/Japan als Spieler von Werder Bremen sein erstes großes Turnier. Sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gab Frings am 27. Februar 2001 in Paris bei der 0:1-Niederlage im Freundschaftsspiel gegen Frankreich. Zwei Tage zuvor enstand dieses Foto mit Seltenheitswert: Torsten Frings mit kurzen Haaren, neben dem damaligen Werder-Torwart Frank Rost, der gegen Frankreich ebenfalls zum ersten Mal zur Nationalelf eingeladen wurde.
Torsten Frings und der damalige Teamchef Rudi Völler vor einem Testspiel der deutschen Nationalmannschaft am 30. April 2004 im Weserstadion gegen die Mannschaft von Serbien und Montenegro.
Beim Konföderationen-Pokal 2005 trug Frings nach der Auswechslung des eigentlichen Kapitäns Michael Ballack erstmals die Spielführerbinde.
Beim Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft 2006 gegen Costa Rica erzielte er das Tor zum 4:2-Endstand in der 87. Minute mit einem Fernschuss aus knapp 30 Metern Entfernung. Nach dem Viertelfinalspiel gegen Argentinien (5:3 n. E.) kam es am Spielfeldrand zu einem größeren Handgemenge zwischen Spielern und Betreuern beider Länder. Frings führte dabei einen Schlag gegen den Argentinier Julio Ricardo Cruz aus und wurde deshalb von der FIFA für das Halbfinale gegen Italien gesperrt.
Am 20. Januar 2010 teilte Bundestrainer Löw Frings mit, dass er in seinen weiteren Planungen keine Rolle spielen und nicht für die WM 2010 nominiert werden wird. Sein letztes Spiel im Nationalteam bestritt Frings am 11. Februar 2009 gegen Norwegen. Insgesamt lief er 79 Mal für Deutschland auf und erzielte zehn Tore.
Bei der WM 2006 im eigenen Land waren erneut drei Bremer Profis vertreten: Tim Borowski, Torsten Frings und Miroslav Klose. Wie bei der WM 2002 erzielte er auch bei der Endrunde in Deutschland fünf Treffer wurde damit Torschützenkönig der WM. Neben dem Peruaner Teófilo Cubillas (1970/1978) der bisher einzige Fußballspieler, dem bei zwei Weltmeisterschaften jeweils mindestens fünf Treffer gelangen.
Sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft gab Klose am 24. März 2001 in Leverkusen beim Sieg gegen Albanien. 2010 wird er aller Voraussicht nach bereits seine dritte Weltmeisterschaft spielen.
Klose ist mit 48 Toren derzeit der erfolgreichste aktive Torschütze in der Nationalmannschaft und zweitbester Torschütze insgesamt nach Gerd Müller. Nur Gerd Müller (14) und Jürgen Klinsmann (11) erzielten mehr WM-Tore für Deutschland als Klose (bisher 10 WM-Tore, wie Helmut Rahn). Dieses Foto zeigt Miroslav Klose, Torsten Frings und Marco Bode, die Kloses 1:0 im Testspiel gegen Österreich am 18. Mai 2002 bejubeln.
Neben Frings und Klose war 2006 auch Tim Borowski (links) mit von der Partie.
Sein Länderspieldebüt feierte Borowski im Jahr 2002, als er im Spiel gegen Bulgarien in der 79. Minute eingewechselt wurde. In der Folgezeit konnte sich Borowski in der Nationalmannschaft etablieren und wurde auch für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 nominiert, bei der er sechs der sieben Spiele bestritt und somit zum erweiterten Stammkader gehörte.
2008 wurde Borowski in den deutschen Kader für die Fußball-Europameisterschaft 2008 berufen, in der er in zwei von sechs Spielen zum Einsatz kam. Seither wartet er auf eine erneute Berufung von Bundestrainer Joachim Löw.
WM 2010: Sowohl Mesut Özil (links) als auch Marko Marin (rechts) haben beste Aussichten, in Südafrika dabei zu sein. Andreas Beck (Mitte) gehört zu den Wackelkandidaten.
Per Mertesacker (links) und Tim Wiese sind sowieso dabei und werden die Werder-Raute in Südafrika repräsentieren.
1 / 41
Erst bei der WM 1966 in England waren zum ersten Mal drei Werder-Profis im deutschen Aufgebot. Einer von ihnen war Günter Bernard, Torwart von Werders erster Meistermannschaft 1965. Allerdings kam Bernard hinter Stammtorwart Hans Tilkowski und Sepp Maier zu keinem Einsatz. Sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gab er in der 2.Halbzeit gegen Frankreich am 24. Oktober 1962 vor 75.000 Zuschauern im Stuttgarter Neckarstadion, das mit 2:2 endete. Insgesamt machte Bernard 5 Länderspiele, saß allerdings bei fast 25 auf der Bank, somit galt er als "ewiger Reservist" hinter Sepp Maier. In der Bundesliga lief Bernard in elf Jahren 287 Mal für den SV Werder auf.

Weitere Fotostrecken aus Werder