Fotostrecke

 - 16.08.2011

Historische Einblicke ins Weserstadion

Von Philipp Nicolay
Bremen. Das Weserstadion begleitet die Stadt Bremen und vor allem den Fußballverein Werder schon viele Jahrzehnte. In dieser Fotostrecke haben wir kuriose und einzigartige Bilder des Weserstadions zusammengestellt und es ist zu sehen, welchen Wandel das Stadion im Laufe der Jahre durchmachte.
Das Weserstadion war mit über 30.000 Zuschauern gut gefüllt im Jahr 1953. Die Bundesliga gab es damals noch nicht, aber die Menschen strömten trotzdem zum Spiel gegen Holstein Kiel, das Werder leider mit 1:2 verlor.
Im Jahr 1958 bekam das Weserstadion eine Flutlichtanlage. Jeder Flutlichtmast hatte eine Höhe von 43 Metern und wog 19 Tonnen.
Auch schon im Jahr 1959 waren Derbys gegen den Hamburger SV ein echter Zuschauermagnet. Obwohl das Weserstadion an diesem Tag mit 30.000 Zuschauern ausverkauft war, wollten noch mehr Fans das Spiel mitverfolgen. Die wagemutigen Menschen kletterten einfach auf die Bäume hinter den Tribünen und hatten so ein wirklich gute Aussicht auf das Spielgeschehen.
Im Jahre 1961, dem Jahr, in dem Werder den DFB-Pokal gewann, wurden im Weserstadion zusätzliche Tribünen aufgebaut. Die neuen Stahlgerüst-Tribünen mit Stehplätzen sollten das Fassungsvermögen des Stadions auf 41.000 Plätze erhöhen.
Im Sommer 1964 fegte ein Mann einsamm im leeren Weserstadion. Er wusste auch noch nicht, dass Werder in der Bundesliga-Saison 64/65 seine erste deutsche Meisterschaft feiern sollte.
So präsentierte sich das Weserstadion im Sommer 1965 nach Werders überraschender Meisterschaft in der zweiten Bundesliga-Spielzeit. Das Stadion fasste nun 7.000 Zuschauer mehr als vor dem Umbau und war eine würdige Spielstätte für einen amtierenden deutschen Meister.
Im Winter 1970 war Land-Unter im Weserstadion. Arbeiter probierten mit speziellen Pumpen, die Spielfläche vom Wasser zu befreien und hatten damit eine Menge Arbeit vor sich. An Fußball-Spielen war auf dem diesem Schlamm-Acker nicht zu denken und das Spiel gegen Bayern München musste abgesagt werden.
In der Sommerpause 1973 erhielt das Weserstadion ein neues Dach. Ortrun Klusmeyer steht Tag für Tag im Stadion und sorgt mit anderen fleißigen Helfern dafür, dass das neue Dach rechtzeitig zum Saisonstart fertig wird. Das neue Dach kostete die stolze Summe von fast zwei Millionen Mark.
Im Jahr 1974 wurde im Weserstadion eine neue Tartanbahn verlegt und damit die alte Aschenbahn ersetzt. Somit war die Sportstätte wieder salonfähig für größere Leichtathletik-Veranstaltungen. Der Erweiterung der Laufbahn fielen drei Sitzreihen zum Opfer.
Im Frühjahr 1978 ging es der alten Nordtribüne an den Kragen. Die altehrwürdige Tribüne wurde abgerissen und sollte gegen eine neue und moderne Gerade ersetzt werden, die viele überdachte Sitzplätze zu bieten hatte.
Im Sommer 1978 erkannte der Betrachter welche Formen die neue Nordtribüne annehmen sollte. Das Grundgerüst stand schon, aber es wartete noch eine Menge Arbeit auf die Bauarbeiter. Es dauerte noch bis in den Dezember bis die Bauarbeiten abgeschlossen waren und bis dahin hatten die Anwohner des Osterdeiches einen guten Blick auf die Spielfläche im Stadion.
Zum Bundesliga-Auftakt 1978 spielte Werder gegen den Hamburger SV auf einer Baustelle, da die Nordtribüne noch nicht fertig umgebaut war. Die neue Gerade sollte Platz für 10.000 Zuschauer bieten und beim Nord-Derby konnten sich nicht mehr als 950 Besucher auf die neue Tribüne setzen.
Im Sommer 1978 wurde es noch heller Weserstadion. Die neue Flutlicht-Anlage hatte eine doppelt so hohe Lichtleistung wie die alten Flutlichter.
Im November 1978 fand der vierte und letzte Flutlichtmast seinen Platz auf der neuen Nordgerade. Die neuen Masten sorgten dafür, dass das Spielfeld auch in der Dunkelheit taghell erleuchtet ist. Die neuen Masten wurden mit einem Spiel gegen den FC Liverpool eingeweiht und die Flutlichtmasten stehen auch heute, über 30 Jahre später, noch auf dem Weserstadion.
Im Winter 1979 versank das Weserstadion im Schnee. Es kam zu Spielausfällen in der Bundesliga, denn an Fußball-Spielen war bei diesen Platzverhältnissen nicht zu denken. Eine Rasenheizung, die den Schnee zum Schmelzen bringt, gab es damals noch nicht im Stadion.
Die Kurven im Stadion sind dringend renovierungsbedürftig, wie dieses Bild aus dem Jahr 1980 zeigt. Es mussten sogar 12.000 Stehplätze kurzfristig wegen Sanierungsarbeiten gesperrt werden und auch ein Neubau schien mittelfristig nötig zu sein.
Das Weserstadion aus der Luft machte auch schon im Winter 1980 eine gute Figur. Die Nordgerade war schon fertiggestellt. Nur in den beiden Kurven mussten die Zuschauer noch im Regen stehen. Im Februar fand im Weserstadion erstmals seit über 40 Jahren wieder ein Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft statt.
Im Januar 1981 hinterließ Sportamtsleiter Arnold Neuhauß einsame Spuren auf der schneebedeckten Spielfläche des Weserstadions. Im einzigen Jahr von Werder in der zweiten Liga musste die Partie gegen Tennis Borussia Berlin abgesagt werden.
Zu Zeiten von Otto Rehagel flatterte die Werderflagge fröhlich im Wind und im Jahr 1985 enstand dieses imposante Foto mit Fans, Flagge und Flutlichtmast. Die Fans hatten mitte der achtziger Jahre einiges zu sehen im Weserstadion und konnten sich über vordere Tabellenplätze und Europapokal-Auftritte freuen.
Zum Saisonauftakt im August 1987 hatten die Spieler und Zuschauer im Stadion freie Sicht auf die Weser, da da die Westkurve abgerissen wurde. Zu diesem Zeitpunkt konnte noch keiner ahnen, dass Werder Bremen am Ende der Spielzeit seine zweite deutsche Meisterschaft feiern würde.
Im März 1988 wurde das Richtfest für die neue Westkurve gefeiert. Die Zuschauer im Westen saßen von nun auch bei Regen im Trockenen. Die Bauarbeiter arbeiteten so schnell, dass die Kurve sogar sechs Wochen vor dem Termin fertiggestellt wurde.
Im Juli 1988 war das Weserstadion auch restlos ausverkauft, aber es spielte ausnahmsweise nicht der amtierende deutsche Meister Werder Bremen. Rockstar Bruce Springsteen war zu Gast und sorgte für Begeisterungstürme im Publikum.
Im Juli 1988 erhielt das Weserstadion eine elektronische Anzeigetafel über der Ostkurve. Werder-Manager Willi Lemke sagte, dass es die kleine und bescheidene Lösung war. Die Anzeigetafel kostete trotzdem immerhin zwei Millionen Mark.
So präsentierte sich die 1927 erbaute Südtribüne im Jahr 1989 . Auf der alten Geraden war nur Platz für 5.700 Zuschauer und die neue geplante Haupttribüne würde 10.000 Sitzgelegenheiten bieten.
Ende der Achtziger stand Werder bei seinen Fans hoch im Kurs und da wurde sich auch gerne mal länger angestellt, um eine Karte für das Weserstadion zu ergattern. Weder die Kälte noch der Regen störten die Fans an diesem regnerischen Novembertag 1989 und so gab sehr lange Warteschlangen vor den Kassenhäuschen vor dem Stadion.
In der Sommerpause 1990 wurde die alte Südtribüne dem Erdboden gleich gemacht, um Platz für einen modernen Neubau mit Logenplätzen zu schaffen. Die neue Tribüne bot dann fast doppelt so viele Sitzplätze wie die alte Südgerade.
Im Sommer 1991 hatte Kranführer Norbert Heinze einen guten Überblick über die Baustelle Weserstadion. Es war aber natürlich auch ein echter Hitzearbeitsplatz in diesen Sommertagen in Bremen.
Spektakuläre Bilder gab es im April 1991 zu beobachten. Die Flutlichtmasten, die auf der alten Südtribüne standen, mussten wegen der Umbaumaßnahmen ihren angestammten Platz verlassen und wurden auf einem Parkplatz beim Stadion zwischengelagert.
So sah das Weserstadion im August 1993 von der neuerbauten Südtribüne aus. Die Fans hatten einen komfortabelen Blick und das Stadion war nun zu drei Vierteln überdacht. Außerdem war das Weserstadion eines der ersten Fußballstadien der Bundesliga, die seinen Besuchern Logen anbot.
Es gab hohen Besuch in den neuen Logen im Weserstadion im Jahr 1993. Rudi Carrell kam im Stadion vorbei, um sich ein Bild von der neuen tollen Sicht im Stadion zu machen. In diesem jahr holte Werder mit Otto Rehagel seinen dritten deutschen Meistertitel.
Im Juni 1994 blickt dieser Spaziergänger von der linken Weserseite auf das ruhig fließende Wasser und die charakteristischen Flutlichtmasten des Weserstadions. Von dieser Bank am Ufer hatte der Spaziergänger einen guten Blick auf das Stadion und wenn Werder ein Tor schoß, war es auch laut zu hören.
So präsentierte sich die in Jahre gekomme Ostkurve kurz vor Ihrem Abriss im Jahr 1995. In diesem Jahr gingen zwei Äras zu Ende. Zum einen wurde die bei den Fans die geliebte Ostkurve abgerissen. Doch was sich für die Werder-Fangemeinde noch schmerzlicher gestaltete, war der Abschied von Otto Rehagel zu Bayern München nach 14 Jahren bei den Grün-Weißen.
Das Weserstadion war hier 1995 von oben zu sehen, kurz nachdem die alte Ostkurve abgerissen wurde. Mit dem Neubau der Ostkurve wurde das Weserstadion ein Fußball-Tempel, in dem alle Plätze überdacht waren.
Im Sommer 1996 zeichneten sich schon erste Grundrisse bei dem Neubau der Ostkurve ab. Die Kurve der lauten und treuen Werderfans wurde so ausgebaut, dass es einerseits weiterhin günstige Stehplätze gab und andererseits auch Logenplätze für die zahlungskräftige Kundschaft.
So sah das Weserstadion im Mai 2001 aus der Vogelperspektive aus. Die Spielstätte von Werder Bremen war nun vollkommen überdacht und verfügte über moderne Logen in Ostkurve und Südtribüne. In der neuen Ostkurve gab es zudem Räume eines Fußball-Internates für junge Werder-Talente.
Eine seltene historische Postkarte zeigt fünf Aufnahmen des Weserstadions.
Seltene historische Postkarte vom Damenzimmer und dem Gesellschaftsraum des Weser-Stadions.
Diese seltene historische Postkarte zeigt eine Luftaufnahme des Weserstadions.
Diese seltene historische Postkarte zeigt ein Luftbild des Bremer Weserstadions.
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Das Weserstadion war mit über 30.000 Zuschauern gut gefüllt im Jahr 1953. Die Bundesliga gab es damals noch nicht, aber die Menschen strömten trotzdem zum Spiel gegen Holstein Kiel, das Werder leider mit 1:2 verlor.

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