Auma Obama, die über „die Arbeitsauffassung in Deutschland und literarische Reflektionen darüber“ promovierte, arbeitet in Nairobi für die Hilfsorganisation „Care International“. Der UN-Sonderbeauftragte für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden hat die Entwicklungshelferin erstmals im Juni 2009 bei einem Workshop der Jacobs Foundation in Kenia kennengelernt. „Inzwischen sind wir Freunde und arbeiten gemeinsam daran, wie wir in afrikanischen Entwicklungsländern Vorbilder durch Sport entwickeln können“, sagt Lemke.
„Wie der Sport die Welt verändert und warum ich mich stark mache für die Schwachen“, so lautet auch der Untertitel seines neuen Buchs. In dem am 17. März erscheinenden Werk berichtet der 63-Jährige von den vergangenen beiden Jahren als UN-Sonderberater, in denen er um die Welt reiste und sich dabei die friedensfördernde Kraft des Sports zunutze machte.
Eine Geschichte mit hoher Symbolkraft ist die von einem Bolzplatz in einer Kleinstadt an der Elfenbeinküste. „In Bouaké haben die Rebellen das Sagen“, sagt Lemke. In dieser Stadt habe er vor anderthalb Jahren das Lager der Blauhelmsoldaten aufgesucht. Der pakistanische Kommandant des Lagers wollte auf dem Gelände einen Fußballplatz für seine Soldaten bauen. Der Bremer intervenierte und schlug vor, den Bolzplatz für die Kinder und Jugendlichen in der Region zu bauen, „um zu zeigen, dass man nicht nur mit Waffen vor Ort ist, sondern auch etwas Positives für die Nachbarschaft aufbauen kann.“
Der Kommandant fand Lemkes Idee gut und so kam es, dass den Bürgern in Bouaké an Heiligabend 2009 feierlich der neue Bolzplatz übergeben werden konnte. Lemke erzählt stolz: „Die Bewohner der Stadt und mein Chef, der Generalsekretär der Vereinten Nationen, haben sich riesig darüber gefreut. Der Kommandant des Lagers hat sogar ein Belobigungsschreiben von Ban Kimoon dafür bekommen.“
