Die Polizei hatte offensichtlich mit mehr Protestlern gerechnet. Die Beamten waren vorsorglich in sieben Mannschaftswagen angerückt. Auch Demo-Veranstalter Oliver-Jan Kahrs war auf eine größere Menschenmenge eingestellt. Schließlich jährte sich der Tag der Tschernobyl-Katastrophe am Montag zum 24. Mal. Außerdem sei die Anti-Atomkraft-Bewegung erstarkt, wie er meint. "Das hat das Wochenende klar gezeigt." Doch es kostete offenkundig auch Kraft. Angemeldet hatte Kahrs eine Demonstration für mindestens 100 Mitstreiter.
Vom Bahnhof ging es zum swb-Café am Herdentor. Denn einfach "Nein, danke!" zu sagen, war den Protestlern zu wenig. Kahrs rechnete mit dem Bremer Energieversorger ab, der nach seinen Worten viel Geld mit Atomstrom verdient. Außerdem kritisierte er die "grünen Braunen" - Rechtsextreme, die den Umweltschutz nutzten, um Mitglieder zu rekrutieren.
