Kundgebung auf dem Liebfrauenkirchhof

 - 29.04.2010

Mayday-Bündnis kritisiert Bremer Einzelhandel

Von Birgit Bruns
Bremen. Mit einer spontanen Kundgebung hat das Bremer Mayday-Bündnis am Donnerstagnachmittag auf die seiner Meinung nach schlechten Arbeitsbedingungen im Einzelhandel in der Bremer Innenstadt aufmerksam gemacht. Die Aktion galt als Auftakt für den Tag der Arbeit am 1. Mai.
Die Demonstranten fordern weniger Arbeit für mehr Geld.
Die Demonstranten fordern weniger Arbeit für mehr Geld.

Etwa 70 Aktivisten und einige spontan hinzugekommene Sympathisanten entrollten rund um den Brunnen auf dem Liebfrauenkirchhof ihre Transparente und forderten den Einzelhandel lautstark auf, die Arbeitsbedingungen ihrer Beschäftigten zu verbessern. Aktivistin Traudl Kassel erklärt, woran es ihrer Meinung nach besonders fehlt: "Immer mehr Vollzeitstellen fallen weg und werden zu 400-Euro-Jobs. Davon kann doch keiner leben."

Die Forderungen des Mayday-Bündnisses werden auf Plakaten und Spruchbändern klar formuliert: Mindestlohn, faire Löhne für Leiharbeiter und die Garantie auf eine feste Anstellung nach spätestens zwei Jahren. "Wir hoffen, dass wir durch die Aktion den Betroffenen Mut machen, sich gegen schlechte Arbeitsbedingungen zu wehren", sagt Kassel. In der Vergangenheit hatte das Bündnis bereits vor mehreren Bremer Filialen der Drogeriemarktkette "Schlecker" protestiert. Nun, wenige Tage vorm 1. Mai, soll das Problem grundsätzlicher angegangen werden - auch global.

Edith Laudowicz von der "Kampagne für saubere Kleidung" erzählte den Bremern per Lautsprecher, unter welchen Bedingungen die Kleidung, die sie tragen, in Fabriken in Asien hergestellt wird. "Die Menschen arbeiten für einen Hungerlohn", sagt die Aktivistin. Die Kampagne will den Druck auf die Einzelhandels-Konzerne in Deutschland erhöhen, um den Fabrikarbeitern in Bangladesh, China und Indien zu fairen Arbeitsbedingungen zu verhelfen.