Mehr noch: Der Fluss sei auf dem besten Weg, zum touristischen Rückgrat des Elbe-Weser-Raumes zu werden, bilanziert Bölsche. Zudem hätten die Anrainer an der Oste ein starkes Wir-Gefühl entwickelt, auf dem auch in diesem Jahr aufgebaut werden solle. Seinen touristischen Glanz hat der bislang eher unbekannte Fluss den rund 370 Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft (AG) Osteland zu verdanken. Der Verein, dem unter anderem die Gemeinden am Unterlauf angehören, hat den 100. Geburtstag der Schwebefähre in Osten bei Hemmoor zum Anlass genommen, das 'Jahr der Oste' auszurufen.
In der Bilanz einer eindrucksvollen Kampagne stehen rund 420 Veranstaltungen mit thematischen oder geographischen Bezügen, wie Jochen Bölsche berichtet. Zu den wichtigsten Entwicklungen zählt die Arbeitsgemeinschaft die Verleihung des Titels 'Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland' für die 100 Jahre alte Schwebefähre Osten-Hemmoor. Dies sei um so bemerkenswerter, als diese Auszeichnung deutschlandweit bisher erst dreimal vergeben wurde. Dazu sei eine Weltschwebefähren-Konferenz bemüht, das Baudenkmal in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes zu heben.
Als weiteren Meilenstein wertet Bölsche die Wiederansiedlung des Störs. Der Fisch gehörte zur Region, galt aber seit Jahrzehnten als ausgestorben. Im April wurden in Bremervörde mehr als 50 Jungfische ausgesetzt; das Programm will die aus 32 Sportfischervereinen mit mehr als 7000 Mitgliedern bestehende Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste fortsetzen. Bölsche weist in diesem Zusammenhang auch auf ein geplantes Stör-Informationszentrum in der Gemeinde Oberndorf und die Absicht der Samtgemeinde Sittensen hin, den Ostelauf im Bereich der Sittenser Wassermühle wanderfischgerecht zu gestalten.
Die AG Osteland weist in ihrer Bilanz ferner auf moderne und im vergangenen Jahr entstandene Fahrgastschiff-Anleger in Oberndorf, Osten und Hechthausen-Klint hin. Erhebliche touristische Wirkung hätten auch der Ostener Fährmarkt und der erstmals veranstaltete Oste-Fährentag entwickelt. Hinzugekommen seien zwei bedeutsame Neueröffnungen im Raum Hemmoor. In der Infomeile der Welt-Schwebefähren im Ortsteil Basbeck und in der museumsähnlichen 'Fähr-Stuv' am Ostener Fährplatz sieht die Arbeitsgemeinschaft Osteland eine 'großartige Bereicherung' der Deutschen Fährstraße.
Dazu seien im Jahr der Oste mehr Wanderrouten eröffnet worden als jemals zuvor, darunter auch für den Bereich Selsingen und Bremervörde. In Belum soll dazu ein Deichwanderweg entstehen. Auf den Fluss und die Region hätten Volksläufe, Fußballturniere und Kanuregatten aufmerksam gemacht. Schulen hätten sich ebenso beteiligt wie Gastronomen und Landfrauen mit speziellen Angeboten wie Oste-Menüs und Ostelandtorten. Die Gemeinden seien das Ziel von Marionettentheatern, Bläsern und Krimiautoren gewesen, dazu habe das Hamburger Theaterschiff an der Oste angelegt.
Jochen Bölsche und die Arbeitsgemeinschaft wollen den Schwung mitnehmen und auch in den kommenden Jahren ihre Lobbyarbeit für den Fluss fortsetzen. Für einen Fluss, der bisher eher Insidern bekannt war. In unserer Region ist die Oste zwischen Zeven, Rockstedt, Selsingen und Bremervörde ein Geheimtipp für Wasserwanderer und Kanuten.
