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Nach Festival-Erfolg in den USA jetzt in der Schauburg Bremer Kurzfilm über manische Depression

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Der Kurzfilm "Bipolar" handelt von einem manisch-depressiven Schriftsteller.
Der Kurzfilm "Bipolar" handelt von einem manisch-depressiven Schriftsteller.

Daniel Ruczko interessiert sich seit längerem für die psychische Krankheit, hat viele Bücher über das Leiden gelesen. Aus diesem Wissen heraus, schrieb er 2010 ein Konzept für einen Kurzfilm.

Das Ergebnis ist „Bipolar“ – ein Experimentalfilm, mit dem Daniel Ruczko Einblick in die Psyche eines manisch-depressiven Schriftstellers, Andrew Gony, geben will. Der junge Filmemacher hat sich dazu der Methode des geteilten Bildschirms bedient. Die eine Seite zeigt den energievollen manischen Andrew, die andere Seite den lustlosen depressiven Schriftsteller.

Die linke Seite zeigt den produktiven manischen Andrew, die rechte Seite den antriebslosen depressiven Schriftsteller.
Die linke Seite zeigt den produktiven manischen Andrew, die rechte Seite den antriebslosen depressiven Schriftsteller.

Daniel Ruczko selbst spielt den Hauptcharakter des Films. Es ist klar, dass so der Eindruck entsteht, es handle sich um einen autobiografischen Film. Doch das ist nicht der Fall. „Ich weiß, dass viele Künstler unter dieser Krankheit leiden. Mit dem Film wollte ich die Krankheit verstehbar machen“, sagt der junge Filmemacher.

Für das Konzept von „Bipolar“ hat er im Februar 2010 einen Preis gewonnen. Eingereicht hatte er auch einen seiner früheren Kurzfilme. „Evacuation“spielt in einer verwahrlosten Lagerhalle in Berlin und zeigt eine Saftpackung beim Sterben. „Die Jury war total begeistert von dem Film“, sagt Daniel Ruczko und lacht. Dabei habe er sich nicht viele Gedanken über den Film gemacht.

"Bipolar" bedient sich des Mittels des geteilten Bildschirms.
"Bipolar" bedient sich des Mittels des geteilten Bildschirms.

Anders ist das bei Bipolar, seinem ersten längeren Kurzfilm. „Alles was darin gezeigt wird, hat eine Bedeutung“, sagt er. Zwei Wochen hat Daniel Ruczko zusammen mit Florian Kelm für den Film Material gedreht, das er anschließend acht Monate lang in seinem Studio in Bremen-Nord nachbearbeitet hat.

Neben zwei großen flachen Bildschirmen und einem Mischpult steht dort auch ein Keyboard. Daniel Ruczko hat auch die Musik für den Film selbst komponiert. Er arbeitet oft allein. „Wenn etwas falsch läuft, weiß ich wenigstes, wer Schuld ist“, sagt er und grinst.

Ruczko produziert außerdem Rap-Musik und arbeitet als DJ. Der gelernte Veranstaltungstechniker studiert nun in Hamburg an der Pop-Akademie Filmmusik-Komposition. Dazu bildet er sich dort zum Film-Editor weiter. Im März hat er seine eigene Firma "Misfit Media" gegründet.

Er macht das, worauf er Lust hat. So wählt er auch die Themen für seine Filme aus. „Wichtig ist in erster Linie, dass die Filme mir gefallen. Wenn sie anderen gefallen, ist das cool. Aber nicht das Wichtigste für mich.“

Derzeit arbeitet er an einem weiteren Kurzfilm. Für „Wake up“konnte er sogar jeweils einen Darsteller aus der US-amerikanischen Fernsehserie "Breaking Bad" und aus dem Film „The Book of Eli“ gewinnen. Der Kurzfilm spielt in einer S-Bahn. Budget: 40 Dollar. Das Konzept für einen weiteren Film ist schon fertig. Er wird aus einem Monolog eines Mädchens bestehen.

„Bipolar“ ist in den USA bereits auf einigen Filmfestivals gezeigt worden. In Deutschland hat er bisher nicht so viel Resonanz ausgelöst. „Die Berlinale hat den Film abgelehnt, weil er zu amerikanisch war“, sagt Ruczko. Nun feiert „Bipolar“ am Sonntag um 20.30 Uhr in der Schauburg Premiere.

Der Künstler selbst wird auch zugegen sein. Ebenso wie Vertreter der Deutschen Gesellschaft für bipolare Störungen. „In den USA ist der Film bei Betroffenen sehr gut angekommen“, sagt Daniel Ruzcko. Sie sagten ihm nach der Vorstellung, es sei der realistischste Film, den sie je über die Krankheit gesehen hätten.

Zur Internetseite von "Bipolar" geht es hier.



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