
Seit 1991 erscheint täglich – außer sonntags – einer von Toms Touché-Strips in der "taz". Körner zeichnet klassisch amerikanische Tagesstrips, die vergleichbar sind mit Formaten wie "Hägar" oder "Calvin und Hobbes". 2000 erhielt er dafür den Max-und Moritz-Preis.
Seine Themen reichen vom Ehealltag über Spiel und Sport bis hin zu politischen Sujets. Da fragt etwa in einem farbig gestalteten Cartoon ein Fisch im Fischschwarm: "Wo soll’s hingehen?" Ein anderer antwortet: "Keine Ahnung, Schwarmintelligenz?" Deutlicher kann die Anspielung auf die viel gescholtene Konzeptlosigkeit der Piraten-Partei nicht sein.
Ein Beispiel aus der Gesundheitsversorgung, das ebenfalls im Festsaal der Bremischen Bürgerschaft hängt: Der Patient fühlt sich müde, schlapp, antriebslos. "Vitamine! Frische Luft! Bewegung!", rät der Arzt. Im dritten Bild des Strips sagt die Arzthelferin bewundernd: "Woher Sie das immer gleich wissen!" Daraufhin der Arzt, mit einer Zigarette in der Hand: "Ich lese die Heftchen im Wartezimmer."
Körner, der sagt, er mache keine autobiografischen Comics, hat eine feste Belegschaft, die immer wieder auftaucht. Die Bademeister im Schwimmbad sind darunter oder Ralf, auch "Raucher-Ralle" genannt, der recht erfolglos versucht, sich das Rauchen abzugewöhnen.
In einem Comic-Strip verflucht er seine Zigaretten. Als ein Freund fragt, ob er sie nicht stangenweise verfluchen könne, sagt Ralf: "Das wäre unfair. Manche war echt okay." Die Arbeiten des in Rumänien geborenen Zeichners Nel alias Ioan Cozacu nehmen einen weitaus kleineren Teil der Ausstellung ein, sind aber nicht weniger amüsant. Da ist zum Beispiel der Landwirt, der seinen Hühnern Ilse Aigners "10 Punkte Programm" präsentiert und anordnet: "Wenn Futter irgendwie nach Dioxin schmeckt: Melden!!!"
Cozacu, der als freischaffender Cartoonist in Erfurt lebt und meist tagesaktuell arbeitet, nimmt in den gezeigten Karikaturen die Euro-Rettung aufs Korn, macht sich über die Bankenkrise lustig oder setzt sich zeichnerisch mit dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche auseinander. Seine Arbeitsweise ist typisch für Karikaturisten, die für die Reproduktion in Tageszeitungen arbeiten: Zuerst fertigt er die Umrisszeichnung von Hand auf Papier an. Anschließend scannt er die Zeichnung ein und bearbeitet sie am Computer. Die Kolorierung und kleinere Korrekturen erfolgen digital.
Bis zum 3. August montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr im Haus der Bürgerschaft. Der Eintritt ist frei.





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