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Markus Lüpertz im Nordwesten Malerfürst fördert Bremer Kammerphilharmonie-Projekt

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Markus Lüpertz inszeniert sich gern als aristokratischer Lebemann.
Markus Lüpertz inszeniert sich gern als aristokratischer Lebemann.

Markus Lüpertz, Jahrgang 1941, hat anlässlich seiner Werkschau im ansonsten bekanntlich nur bedingt kunstsinnigen Parlament eine exklusive Grafik gestaltet. Aus deren Verkaufserlös wird ein Projekt der Zukunftswerkstatt der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen gefördert: Im November soll im Bremer Konzerthaus Glocke ein Benefizkonzert ausgerichtet werden, bei dem drei Nachwuchskünstler präsentiert werden. Der Erlös aus diesen Einnahmen kommt wiederum der Verwirklichung einer Stadtteiloper im Bremer Stadtteil Tenever zugute, in dem sich der international renommierte Klangkörper bekanntlich schon seit geraumer Zeit erfolgreich in künstlerischen und sozialen Belangen engagiert.

Die für Lüpertz’ Werkgeschichte ungewöhnlich heiter, ja beschwingt anmutende Radierung "Vision du Poussin", die in einer Auflage von 100 Stück zugunsten der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen verkauft wird, zeigt eine italienisch anmutende Hügellandschaft mitsamt Wanderer und antiker Statue. Ausgeführt wurde das Werk in opulenten Orangetönen. Noch bis zum 18. Mai wird die Arbeit zum Subskriptionspreis von 1600 Euro verkauft; hernach ist sie für 2100 Euro zu haben. Die Grafiken können in den Zeitungshäusern des WESER-KURIER bestellt werden – oder auch telefonisch unter der Rufnummer 0421/36716616.

„Vision du Poussin“.
„Vision du Poussin“.

Im Gespräch mit dieser Zeitung hat Markus Lüpertz unterstrichen, dass es ihm viel Spaß bereitet, mit Mitteln der Kunst karitativ zu sein. Nicht nur, weil er das Projekt der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen schätzt. Nicht nur, weil seine eigens für deren Benefiz-Aktion gefertigte Arbeit in ihrer Anmut einen Kontrapunkt zu seinem sonstigen Schaffen darstellt, das oft roh, archaisch und monumental anmutet. Zudem weiß Lüpertz es zu schätzen, dass die gewissermaßen in Serie gegangene Radierung "Vision du Poussin" den seriellen Charakter seines Schaffens insgesamt augenfällig macht.

Diese Facette spiegelt sich auch beispielhaft in der von WESER-KURIER und Bremischer Bürgerschaft geförderten Schau, die Zeichnungen, Skulpturen und Grafiken versammelt – darunter auch einige Werke, die im vergangenen Jahr entstanden sind. Insofern ist die kleine, feine Werkschau so ungefähr der aktuellste Einblick, den sich Kunstfreunde gegenwärtig vom Schaffen des auch international hochgehandelten Markus Lüpertz verschaffen können.

Dass der als extravagant geltende Malerfürst mit so unvermeidlichen Insignien wie Gehrock, Einstecktuch, Ohrring und Totenkopfring dermaleinst zum Paradiesvogel der Kunstszene avancieren würde, war dem kleinen Markus nicht vorgezeichnet: Gerade sieben Jahre alt war er, als seine Familie anno 1948 aus Böhmen ins Rheinland flüchtete. Zwar entwickelte er früh künstlerische Ambitionen. Doch seine ersten Schritte waren wenig erfolgreich: Aus einer Lehre als Maler von Weinflaschenetiketten wurde er nach eigener Aussage wegen Talentmangels entlassen.

Auch die denkwürdige Tatsache, dass sein zweiter Lehrherr, ein Gebrauchsgrafiker, Pleite machte, ist eine sinnige Ironie der Kunstgeschichte – eingedenk des Umstands, dass sich Lüpertz’ Werk neben ideeller Anerkennung einer pekuniären Wertschätzung erfreuen darf, die hierzulande rar ist. Da ist es eine lässliche Sünde, dass sich der Mann gern als Genie inszeniert.

Nun tut der Freigeist und Bohèmien also in Bremen Gutes – und redet gern darüber: "Wenn die Kunst der Kunst dienlich sein kann, ist das der erstrebenswerteste Zustand, den ich mir vorstellen kann."



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