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Theaterprojekt im WESER-KURIER-Schülerblog Schüler beschreiben ihre Erlebnisse

Mittwoch, 23. September:

Katja Friedrich, Susan Barnett und Gregor Runge

Der letzte Vorhang ist gefallen - zwei Jahre Zusammenarbeit vom Theater Bremen und dem AlexandervonHumboldt-Gymnasium im Projekt „Symptom Tanz“ gehen damit zu Ende.  Das, was auf der Bühne zu sehen war, war nur ein kleiner Teil von dem, was Schüler und Theaterprofis zusammen gemeistert haben. Am Anfang konnte keiner wissen, wie das Ergebnis aussehen wird, doch das Theater und die Schule gingen das Risiko ein. Zum Abschluss hat Schülerbloggerin Eleanora mit der Produktionsleiterin Susan Barnett, der Lehrerin Katja Friedrich sowie mit dem Dramaturgen Gregor Runge über die zwei spannenden Jahre gesprochen. 

„Das war bestimmt stressig – also nie wieder Schule im Theater?“ Eine provokante Frage an Gregor Runge, den Dramaturgen, der fest am Theater Bremen engagiert ist. „So denken wir natürlich nicht. Das Projekt war zwar wie vieles im Leben mit Stress verbunden, aber das ist Teil der Erfahrung und Teil der Aufgabe.“ Außerdem sei es gar nicht unbedingt negativer Stress, sondern sehr spannend. „Unsere Erfahrung in der Arbeit mit Jugendlichen ist die, dass man dabei oft viel experimenteller vorgehen kann, als mit ausgebildeten Tänzern oder Schauspielern.Professionelle Akteure bringen immer schon ganz viel Wissen und Erfahrung in den Arbeitsprozess ein. Jugendliche haben aber oftmals noch keine oder kaum künstlerische Vorerfahrung und stehen dem Theater deshalb auf eine sehr spezielle Art und Weise offen gegenüber. Der gegenseitige Annäherungsprozess, der dann einsetzt, ist sicher mit einem gewissen Stress verbunden, aber das ist guter, positiver Stress!“  Vielleicht sei Intensität das bessere Wort, um das Projekt passender zu beschreiben.

 Auch Produktionsleiterin Susan Barnett kann von keinen negativen Erlebnissen dieses Projektes berichten. „Dieser Prozess mit den Schülern war nur positiv“, erzählt sie. Sowohl die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen als auch die Ergebnisse dieser zwei Jahre fand sie großartig. „Ich fand es auch super, wie die Ideen der Schüler in alle Bereiche, wie beispielsweise das Bühnenbild, in die Produktion eingeflossen sind. Durch dieses Ausprobieren hatten sie das nötige Vertrauen für die Produktion, szenisch arbeiten zu können.“

 Sie deutet dabei auf die Entwicklung jedes einzelnen hin. „Es gibt im Englischen das Wort „empowerment“. Das trifft auf dieses Projekt sehr zu. Die Schüler haben ihre eigenen Möglichkeiten erforscht. Sie haben mit sich selber experimentiert und Ideen in das Projekt gegeben, die überhaupt nicht vorhersehbar waren. Wenn ich vor zwei Jahren an ihre Schüchternheit oder Unbedarftheit denke und ich jetzt schaue, wie frei sie sich auf der Bühne bewegen und äußern, dann finde ich das großartig. Interessant ist auch, wie aus sechzehn Individuen ein Team geworden ist. Das finde icheine besondere Stärke des Projektes .“

 Selbst als die Schüler bei einer Aufführung merkten, dass sie ein bisschen abkommen von dem, was Choreograf Samir Akika und sein Team von ihnen sehen wollen, seien  alle konzentriert daran gegangen, um die Vorstellung noch einmal ins Lot zu bringen. Das wäre vor zwei Jahren auf diese Art und Weise gar nicht denkbar gewesen. „Das gesamte Team war fokussiert auf diese Arbeit“, stellt sie zufrieden fest.

 Eine weitere wichtige und unentbehrliche Person, die zum Erfolg von „Symptom Tanz“ beigetragen hat, ist die Lehrerin Katja Friedrich, die am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Darstellendes Spiel unterrichtet. Ohne sie hätten die Schüler nicht auf der Bühne gestanden. Sie hatte so viel Vertrauen in die Schüler, dass sie sich für ein solches Projekt entschieden hat. Und ihr Mut und ihr Vertrauen wurden belohnt. Doch ihr Opfer war nicht gering: Viele Wochenenden und auch die Osterferien verbrachte sie gemeinsam mit den Schülern im Theater.

 Katja Friedrich würde auf jeden Fall weiterhin mit Schülern ähnliche Projekte machen. „Über so einen langen Zeitraum mit den Schülern zu arbeiten, finde ich reizvoll. Natürlich muss viel koordiniert werden zwischen Schule und Theater. Alle Wünsche dabei zu erfüllen, ist nicht immer so leicht“, erklärt sie. Die Zusammenarbeit der zwei Jahre fand sie aber eine tolle Zeit. „Meist  habe ich eine feste Gruppe nur für ein Jahr, doch diesmal war es Schuljahr übergreifend und das war sehr gut“, erzählt sie begeistert.

 Susan Barnett fügt noch hinzu, dass das auch auf das Theater zutrifft. „Meistens dauern Jugendprojekte lediglich sechs bis acht Wochen. Dass man den Beteiligten zwei Jahre lang eine Chance gibt, sich über ganz viele verschiedene künstlerische Wege auszuprobieren und zu entwickeln und dass Theaterleute und Schüler sich kennenlernen und das gegenseitige Vertrauen wachsen konnte, war sehr besonders“, sagt sie.

 Sie gibt dem Chef des Theater Bremen, Michael Börgerding, Recht, der in seiner Rede zur Premiere des Stücks sagte, eigentlich solle jede Schulklasse so eine Chance der engen Zusammenarbeit bekommen. Auch Gregor Runge würde sich wünschen, dass jedes Theater und jede Schule in der Lage wäre, solche Projekte zu machen und zwar genau in diesem Umfang. „Es braucht viel Vertrauen zwischen Schule und Theater, um ein solch intensives Projekt über zwei Jahre zu ermöglichen. Aber die Erfahrung, die daraus für beide Seiten entsteht, ist so stark, dass sie für viel mehr Leute möglich werden sollte.“ 

Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob das Projekt nicht zu offen war. Denn schließlich lernten die Schüler nicht nur Tanzen, sondern auch die Bereiche Videoinstallation, Bühnenbild, journalistisches Schreiben sowie Techniken der Musikproduktion kennen. Darauf antwortet Susan Barnett ganz entschieden: „Aus meiner Sicht gar nicht. Mit ausreichend Zeit etwas Neues zu entwickeln, und neue Leute und Gruppen in den Theaterprozess einzubinden, ist ein Projekt, welches sehr gut in das Konzept der neuen Intendanz reinpasst. Und zwar dass das Theater sich nach außen öffnet“, findet sie.

 Gregor Runge kann sich so gar nicht vorstellen, wie ein solches Projekt zu offen sein kann. „Ich finde, Theater und Schule sind Institutionen, die beide dazu tendieren, sich zu sehr auf sich selbst zu berufen. Von der Schule kann ich es nur behaupten, vom Theater weiß ich, dass es schnell passieren kann, wenn man nicht aufpasst. Institutionen wie das Theater können sich anderen Realitäten gegenüber gar nicht genug öffnen. Es ist essenziell, dass das Theater Dinge macht, die nicht nur vom eigenen Apparat und von eigenen Köpfen inspiriert werden“, meint er. Es sei generell für Kunst gut, wenn sie über die eigenen Ränder der Wahrnehmung hinweg schaue.

 Katja Friedrich schließt sich dieser Meinung an. Auch im Unterricht versuche sie sowieso schon, nicht nur lehrplanzentriert zu arbeiten. „In so einem Projekt ist dies natürlich viel besser. Indem man zeigt: Man kann auch etwas lernen, was außerhalb von Schule stattfindet. Durch solche Projekte, durch offene Unterrichtsformen oder durch Themen, die nicht nur im Lehrplan stehen, sondern, die auch etwas mit dem Leben zu tun haben. Zum Beispiel kann man in Texten, die man liest, immer schauen, was hat das mit mir zu tun und das Gelesene auf sich beziehen. Und in Projekten kann man noch viel mehr den Blick nach außen richten und das finde ich nicht nur für euch Schüler, sondern auch für uns Erwachsene wichtig und spannend“, fügt sie hinzu. Sie fände es gut, wenn es in der Schule viel mehr Praxis geben würde. „Der Praxisbezug fehlt häufig in der Schule“, sagt sie.

Gregor Runge findet, der schönste Teil des zweijährigen Projektes sei die enorme persönliche Entwicklung der Schüler gewesen. „Die Schüler nehmen sich wirklich die Freiheit, die sie auf der Bühne bekommen, und das ist ganz klar ein Resultat unserer Zusammenarbeit. Ein Highlight des Projektes ist, dass wir die Schüler zwei Jahre in einer entscheidenden Phase ihrer Entwicklung begleiten durften, sie dabei kennen gelernt und Freundschaften geschlossen haben und ihnen hoffentlich etwas für ihren weiteren Weg mitgeben konnten. Es ist eine richtige Gemeinschaft entstanden“, sagt er.

Großartig fand Katja Friedrich den Moment, als eine Schülerin am Anfang des Projektes erstaunt vor dem Theater stand und es sehr aufregend fand, dass die Schüler Teil des Theaters werden würden. „Im Programmheft kam dann das Feedback, dass die Schüler sich tatsächlich als einen Teil des Theaters gefühlt haben. Dass diese Erwartungen, die anfangs bei allen sehr unterschiedlich waren, positiv gefüllt worden sind, ist das Schönste für mich. Weil die Schüler gemerkt haben, wir können etwas auf die Beine stellen. Sie haben das Selbstvertrauen gewonnen zu sehen, wir können etwas erreichen. Die Leute hören und sehen uns zu.“

Zum Schluss enthüllt Gregor Runge noch eine sehr persönliche Erfahrung. „Auch wenn das jetzt kitschig klingt, aber ich bin am Ende des Stücks „Symptom Tanz“ jedes Mal emotional ganz aufgewühlt. Da wird die Frage gestellt, wie viele aus der Gruppe einsam sterben werden. Und dann hoffe ich natürlich, dass das niemand muss, weil er in Begegnungen wie diesem Projekt und im späteren Leben auf Menschen und Dinge getroffen ist, die ein Leben lang da sein werden.“

Text von Eleanora

Eine Video-Dokumentation des zweiten Jahres von Symptom Tanz gibt es hier

Freitag, 25. April:

Es ist soweit! Nach anderthalbjähriger Laufzeit geht das Projekt „Symptom Tanz“ mit einer abschließenden Produktion zu Ende. Am Freitag, den 25. April, feiert die Produktion „Symptom Tanz“ um 20 Uhr Premiere im Kleinen Haus. Das Video gibt Einblicke ein die Generalprobe am Tag zuvor.

Insgesamt wird das Stück sechsmal im Bremer Theater aufgeführt.

 Dienstag, 8. April:

Diesmal durften Clara und ich einmal einen Blick hinter die Kulissen des Stückes „Close Your Eyes“ von Samir Akika werfen. In diesem Stück ging es um Traumwelten sowie um die Arten und Ebenen der verschiedenen Träume. Wie schlafen wir am besten? Was träumen wir? Und ist dieser Traum real oder fiktiv? Das sind Fragen, mit denen sich das Stück befasst. Besonders spannend für uns war dabei, dass wir sehen konnten, wie die Akteure, aber auch die Techniker, sich kurz vor Aufführungsbeginn vorbereiten, und welche Emotionen sie zeigen.

Unsere Schüler-Blogger Clara und Max haben die Tänzer vor und nach der Aufführung des Stückes "Close Your Eyes" (Foto) hinter der Bühne erlebt.

Einige Tänzer, wie Frederik Rohn und Andy Zondang, gehen ihre Tanzschritte und Choreos noch einmal durch, machen sich warm und bereiten sich vor. Alle haben gute Laune und reden miteinander. Doch die Nervosität ist deutlich zu sehen. Jeder scheint sein eigenes kleines Ritual zu haben. Manche gehen in sich, wie Lotte Rudhart, und hören Musik. Andere bleiben in Gesellschaft und wieder andere gehen kurz vor die Tür um, etwas frische Luft zu schnappen.

Nichts wird dem Zufall überlassen

Auch die Techniker haben noch viel zu tun, bevor die Show beginnt: Ein letztes Mal wird überprüft ob alles einwandfrei funktioniert. Sind die Videos da, die gleich abgespielt werden? Oder sind die herunterfahrbaren Aufhängungen für die Strahler, die das Publikum zu Beginn anleuchten, auf die richtige Höhe eingestellt? Nichts wird dem Zufall überlassen. Und so werden auch die kleinsten Details nochmal abgesprochen und kontrolliert.

Fotostrecke: Einblicke in "Close Your Eyes"

Trotz noch so genauer Vorbereitung muss bei unvorhersehbaren Problemen spontan gehandelt werden: Als die Tänzer sich umziehen wollen, stellt einer fest, dass seine Hose eingelaufen ist. Schnell ist für Ersatz gesorgt und der Bewegungsfreiheit steht nichts mehr im Wege.

Zehn Minuten vor dem Einlass kommen alle nochmal auf der Bühne zusammen und bilden einen Kreis. Sie feuern sich an und schließlich begeben sich alle auf ihre Plätze. Das alles bleibt dem Zuschauer verborgen, denn er sieht nur das fertige Ergebnis und das perfekte Zusammenspiel der Tänzer.

Glücklich und zufrieden

Am Ende des Stückes wurden die Akteure mit großem Applaus verabschiedet. Hinter der Bühne wurde dann erst mal tief ausgeatmet. Jedem der Tänzer war deutlich anzusehen, dass er sehr erleichtert war, das anstrengende Stück hinter sich zu haben. Jeder, nicht nur die Tänzer, sondern auch die Techniker sowie der Choreograf, die Ausstatter, der Dramaturg und die Assistenten sahen glücklich und zufrieden aus. Sie umarmten sich und tauschten gegenseitig Glückwünsche aus. Von der Nervosität und der Konzentration ist nichts mehr zu sehen und alle Kleinigkeiten waren vergessen.

Alles in allem, war es für die Company und alle Beteiligten ein erfolgreicher und aufregender Abend.

(Text von Clara und Max)

 

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Donnerstag, 3. April:

Hätten wir ihn vor dreißig Jahren gesehen, so würden wir ihn auf einer Weltreise entweder hinter den Fenstern eines Flugzeuges oder auf einen anderen Kontinent sehen. Vor ein paar Jahren hätten wir ihn sogar auf seinem eigenen Bauernhof wiedergefunden, doch jetzt, findet man Oliver Stoltze, von allen auch Olli genannt, hinter der Eingangspforte des Bremer Theaters.

Oliver Stoltze, einer der 4 Pförtner des Goethe Theaters, neben den vielen Schlüsseln.

16 Jahre arbeitet Olli schon am Theater. Anfangs übernahm er Hausmeistertätigkeiten. Nun ist er seit 2004 fest am Theater Bremen eingestellt und arbeitet als Pförtner an der Eingangspforte.

Dort sitzt er zwischen vielen Ordnern, Schlüsseln und Monitoren an seinem langen Schreibtisch. Das kleine Zimmer wirkt alt und gemütlich und auch den Möbeln, die wahrscheinlich früher mal weiß waren, sieht man die vielen Jahre an. Acht Stunden sitzt er dort hinter den Glasfenstern, er isst sogar dort. „Ich bin hier quasi öffentlich“, sagt er grinsend. Wenn es ganz still ist, hört man sogar, neben dem surren des Kühlschranks und der Brandmeldezentrale, Klaviermusik.

Über dem Kühlschrank hängt ein großes, altes Plakat, es heißt „Das brennende Dorf“ und stammt aus den 70er-Jahren. Das Bild, in schlichtem rot gehalten, zeigt einen Mann mit einer Fackel in der Hand. Auch das uns wohlbekannte Theatersymbol mit dem Pfeil von Burkhard Mauer ist darauf zu sehen. Olli hat das Plakat aufgehängt, weil er es interessant findet, außerdem erinnert es an die Blütenjahre des Theaters: „Das war eine ganz besondere Zeit“, sagt er.

Laut Definition versteht macht unter den Begriff "Pförtner" im wörtlichen Sinne eine Wachperson. Sie kontrolliert unter anderem den Einlass, überwacht das Betriebsgelände und übernimmt weitere Aufgaben in der Haus- und Gebäudeverwaltung.  Das bedeutet aber nicht, dass Olli nichts zu tun hat.

Als Pförtner muss er sich einfach um alles kümmern: „Sobald sich die Tür öffnet, muss ich in Sekundenschnelle per Blickkontakt einschätzen, ob es sich um ein Theatermitglied handelt oder nicht. Dafür braucht man Fingerspitzengefühl“, erzählt er. Die gesamte Sicherheit liegt in seiner Verantwortung. Deshalb hat er auch stets ein wachsames Auge auf die Überwachungsmonitore, die ihm die Bilder der Kameras auf dem Gelände zeigen. Zu seiner Arbeit gehört es dazu, sich Gesichter zu merken. Von den ungefähr 400 Beschäftigten im Theater kennt er die meisten Festangestellten sehr gut. Doch oft sind Gruppen zu Besuch, die nur für ein paar Tage bleiben. Da ist es schon komplizierter, sie auf die Schnelle wiederzuerkennen.

Fünf vermummte Männer

Es kann auch schon mal vorkommen, dass er als Türsteher fungieren muss: An einem Samstag stürmten auf einmal fünf vermummte Männer hinein, schnell sprang Olli hinterher und sorgte dafür, dass sie verschwanden. Auch so etwas kann vorkommen!

Wie so häufig, klingelt auch jetzt das Telefon… „Theater Bremen, Bühneneingang“, meldet sich Olli freundlich am Telefon. „Hallo Anette…geht es dir gut? ...“ Dann stellt er sie durch. Kaum hat er aufgelegt, so kommt schon der nächste rein. „Darf ich diese Scud-Rakete hier abstellen?“, fragt er. Schnell findet Olli auch für diese einen sicheren Abstellplatz.

Katzenfan, der Sushi mag

Oliver Stoltze liebt Katzen über alles. Schon in seiner Kindheit, die er in einem kleinen hessischen Dorf verbrachte, hatte er eine Katze. Könnte er ein Tier sein, so wäre er auf jeden Fall eine Katze, seine Katze. Der Katzenfan hat auch eine Vorliebe für das Futter, na ja nicht ganz, aber wie Katzen mag er Fisch, vor allem aber Sushi.

Das Telefon klingelt. Diesmal werden Handtücher zum Kauf angeboten und er muss entscheiden, ob das Theater welche braucht.

Plötzlich kommt eine humpelnde Tänzerin um die Ecke. Sie fragt nach einem Kühl-Pack für ihren verstauchten Zeh. Das kommt an der Pforte häufiger vor, dass Olli in den Kühlschrank oder in den Erste-Hilfe-Kasten greifen muss, um Tänzer und Schauspieler mit kleineren Verletzungen zu „verarzten“. „Operieren darf ich ja nicht“, sagt er schmunzelnd.

Pforte ist die Gerüchteküche des Theaters

Egal ob Musiker, Tänzer, Maler, Näher, Maskenbildner, Tischler oder Schauspieler. Sie alle müssen bei ihm vorbei, und für alle hat er ein offenes Ohr. „Hier kommen alle Informationen zusammen“, sagt er. So gesehen ist die Pforte die Gerüchteküche des Theaters. Oft haben die Künstler Lampenfieber, dann leistet Olli auch Unterstützung oder muntert auf. „Ein Pförtner muss alles abkönnen“, erzählt der Pförtner, der schon 16 Jahre Berufserfahrung hat. 

Meiner Vorstellung nach bräuchte er mindestens noch zwei Arme mehr dazu: Er ist dafür verantwortlich, dass Heizung und Klimaanlage einwandfrei funktionieren, auch um die Schlüsselvergabe für die rund 400 Zimmer muss er sich kümmern. „Meine Kinderpost“, sagt er lachend und zeigt auf eine kleine Ecke mit Briefen und Paketen, denn auch für die Post ist er teilweise zuständig. Zusätzlich entscheidet er mit, wo geprobt werden darf. Denn er muss auf jeden Fall Rücksicht darauf nehmen, dass zum Beispiel ein Klavierstück nicht in der Nähe der Bühne geprobt wird, auf der gerade eine Aufführung stattfindet. Dies würde man sonst auf der Bühne hören.

„Dieser Job im Theater ist nie langweilig, er ist abwechslungsreich und das Besondere sind die Berührungspunkte zu der Kunst“, sagt er. So hat er einen besonderen Bezug zur Kunst: Die meisten Menschen sind entweder Zuschauer oder arbeiten hinter den Kulissen. Doch als Pförtner hat er einen ganz besonderen Blickwinkel. Er kann auf seinen Bildschirme die Generalproben mitverfolgen und sich sogar auf seinem Monitor die Aufführung anschauen und gleichzeitig den Vorgang hinter den Kulissen mitbekommen. Doch dazu hat er selten Zeit.

„Bühneneingang“…“Könntest du mal eben den Brandmelder ausschalten, wir wollen die Nebelmaschine anwerfen.“…“Ja, mach ich.“

Nelson Mandela als Vorbild

Olli bewundert Nelson Mandela. Dieser saß über 20 Jahre unschuldig im Gefängnis. Und trotzdem war er nicht wütend oder übte Rachegedanken aus, sondern versöhnte sich mit den Menschen und wurde sogar Präsident von Südafrika. Ein gutes Vorbild für jemanden, an dem manchmal aufgeregte Schauspieler, die Zeitnot haben und unter Stress stehen, ihr Lampenfieber spüren lassen.

Ja, wer im Theater arbeitet muss schon sehr kommunikativ sein. Von dem Pförtnerfenster aus, kann man die unterschiedlichsten Kostüme, Perücken und Farben sehen. Anfangs waren diese „bunten“ Menschen für ihn ein echter Hingucker. Doch nun, nach 16 Jahren Arbeitszeit, kennt er nicht nur 80 Prozent der Festangestellten, sondern hat sich schon an diesen Anblick gewöhnt. Manchmal erkennt er einige Schauspieler auch gar nicht wieder: „Wir haben hier gute Maskenbildner, die können die Leute so verwandeln, dass man sie gar nicht erkennt.“

Früher träumte er von einer Weltreise. Diesen Wunsch erfüllte er sich mit 18 Jahren! Zehn Jahre reiste er von Kontinent zu Kontinent. Dabei war ihm wichtig, die andere Kulturen kennenzulernen. „Ich wollte hinter die Kulissen gucken“, erzählt er. Einen Urlaub, in dem er mit der jeweiligen Landesbevölkerung in Berührung kam, zog er einem einamen Strand-Urlaub stets vor. Noch heute am Theater kommt er mit vielen Kulturen im Kontakt. Denn das ist eben das Besondere am Theater! „Wir sind hier ein echter Multi-Kulti-Betrieb, das Miteinander ist sehr tolerant“, sagt er.

(Text von Eleanora)

 

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Dienstag, 25. März:

Ich bin Marie-Sophie, 16 Jahre alt und hatte schon immer großen Spaß am Schreiben. Mit unserem Blog-Projekt kann ich jetzt auch außerhalb der Schule Texte schreiben und gestalten und ganz nebenbei lernen, wie man sie am besten verfasst.

Schülerbloggerin Marie-Sophie

Schon beim Betreten des Ballettsaals am Theater am Goetheplatz, in dem die tanzbegeisterten Schüler und Schülerinnen zusammen mit ihrem Trainer Can Gülec ihre Hip-Hop-Choreographie einstudieren, empfangen mich lautes Gelächter und eine aufgelockerte, entspannte und tolle Stimmung. Alle scheinen hier super miteinander klarzukommen und sich zu verstehen.

Mein erster Eindruck zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Trainingsstunde: Immer wieder hört man, wie jemand Witze macht und dann die gesamte Gruppe in lautes Lachen ausbricht. Doch sobald die Musik angeht, sind alle konzentriert und lassen sich auf den Tanz und die Anweisungen von Can ein, der manchmal eben auch etwas mehr "Disziplin" fordern muss.

Man sieht wirklich allen an, dass sie großen Spaß am Hip-Hop haben, was vor allem daran liegt, wie Can sie zwischendurch motiviert und an ihre wohl etwas schwierigeren Anfänge erinnert: "Ganz am Anfang wurde mir gesagt, okay, du kriegst eine Schulklasse, die können echt gar nix, und mit denen musst du erst einmal viele Grundlagen und Basics machen.“ Aber mittlerweile könnten alle richtig tanzen: „Ihr macht hier Tanz auf hohem Niveau", lobt Can die Schüler.

Wichtig bei dieser Choreographie sei auch, dass man seinen Aggressionen, die sich im Alltag anstauen könnten, freien Lauf lassen darf, aber eben nicht durch Worte oder Schlägereien, wie manche denken würden, sondern man drückt sich beim Hip-Hop mit bestimmten „Moves“, also Bewegungen, aus. Die lässige, aufgelockerte Stimmung und die Kombination aus Musik, Konzentration und Begeisterung sind total ansteckend und machen richtig Spaß, sogar wenn man nur Zuschauer ist.

Can ist richtig echt geblieben

Nach dem kleinen, aber eindrucksvollen Einblick in das Vormittagstraining hatte ich dann die Chance Can ein wenig "auszuquetschen" und mit ihm über seine persönlichen Anfänge in der Hip-Hop Branche, seine Begeisterung am Tanzen und über den Tanzunterricht, den er Schülern gibt, zu sprechen. Von Anfang an habe ich dabei gemerkt: Can ist richtig echt geblieben, er ist kein bisschen abgehoben oder distanziert, sondern freut sich sogar über unser Interview.

Hip-Hop-Trainer Can Gülec

Wie ich also schon beim Training gemerkt habe, ist er ein echt leidenschaftlicher Tänzer. Da fragt sich jetzt wohl so mancher: Wie ist es überhaupt zu dieser Begeisterung gekommen? Can erzählt mir seine Story von Anfang an: Er hatte schon seit seiner Kindheit Freunde, die Wurzeln in anderen Ländern, wie Ghana und Nigeria und somit auch Wurzeln in anderen Kulturen hatten, in denen das Tanzen sozusagen zum Alltag dazugehört. Seine vielen Freunde, die also einen ganz anderen Background hatten, hätten ihn überhaupt erst auf die Idee gebracht, dass Tanzen etwas für ihn sein könnte, erzählt er mir.

Alles begann in der „Schiller-Oper“

Ich will nun wissen, wie genau seine Freunde es geschafft haben, dass Can es mal damit probiert. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht erzählt er, dass seine Freunde ihn in die „Schiller-Oper“, eine Kinderdisco in seiner Heimatstadt Hamburg, geschleppt haben, und ihn dieser Ort von Anfang an so geflasht hat, dass er manchmal sogar heimlich bis nach Mitternacht dort geblieben ist, um sich von den Älteren „Moves“ abschauen zu können. Drei Jahre lang hat er dort mit seinen Freunden die Freitagabende verbracht. „Davon durfte mein türkischer Vater natürlich nichts wissen“, fügt er lachend hinzu.

Mit 16 wurde Can dann zum ersten Mal in der "Schiller-Oper" bemerkt und gleich gefragt, ob er nicht in einer Tanz-Crew in Hamburg mitmachen wolle. Seit der ersten Tanzstunde war dann für ihn klar: „Ich will nur noch tanzen!“. Vorher war Can nämlich ständig zwischen seinen beiden Hobbys Fußballspielen und Tanzen hin- und hergerissen gewesen, doch das war der endgültige Auslöser für seine echte Leidenschaft. Der große Unterschied zum Fußball ist für ihn nämlich, dass beim Tanzen jeder auf sich allein gestellt ist, und selber auf sich und seine „Moves“ achten muss, beim Fußball dagegen entscheiden andere im Team über die Leistung aller, da man immer auf das schwächste Glied achten muss. Trotzdem behält Hip-Hop für ihn die Bedeutung, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen.

Hobby zum Beruf machen

Nachdem wir also über Cans Anfänge als Tänzer gesprochen hatten, hat mich nun brennend interessiert, warum er sich überhaupt getraut hat, sein Hobby zum Beruf zu machen und somit das Risiko eingegangen ist, dass etwas schief geht. Die Antwort war für ihn von Anfang an klar. Überzeugt erzählt er mir, dass es dabei nur zwei Aspekte für ihn gab. Der erste ist definitiv sein Herz, das nach so langer Zeit mit dem Tanzen gar nicht mehr ohne könnte, selbst in Beziehungen stehe der Tanz für ihn an allererster Stelle. "Meine Liebe zum Tanz ist einfach unglaublich tief", sagt Can, was ich ihm schon nach dem Zuschauen beim Training ohne Zögern geglaubt hätte.

Der zweite Aspekt, warum er damals das Risiko eingegangen ist, war "B-Boy Storm". Eines Tages ist dieser nämlich in die Hip-Hop-Academy in Hamburg gekommen und hatte einen Riesen- Einfluss auf Can. "Nach Storms Workshop war ich ein anderer Mensch". Er hat einfach sehr viel von der Hip-Hop-Kultur vermittelt. Can betont: "Es ist nicht einfach Rumhopsen oder Rumhüpfen auf der Straße, was viele Leute leider denken, sondern ohne die Hip-Hop-Kultur wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin!". Seither zeichnet Can eine wichtige Eigenschaft aus: Er tritt anderen Menschen nämlich nur noch mit positiver Energie entgegen. Beispielsweise ist ihm sehr wichtig, dass er als Choreograph niemals schlecht über seine Tänzer redet, mit denen er arbeitet, nur weil sie nicht tun, was er verlangt.

Respekt, Disziplin, Ehrgeiz und Motivation

Da Can und ich nun schon die ganze Zeit über Hip-Hop quatschen, frage ich mich natürlich, was denn überhaupt das Besondere daran ist. Das Wichtigste ist herauszugehen, erklärt Can, man muss von anderen Tänzern lernen. Immer wieder hat er tolle Gespräche mit anderen geführt, die die Hip-Hop-Kultur genauso leben und lieben wie er. Meistens ging es dabei um die wichtigsten Sachen beim Tanzen: Respekt, Disziplin, Ehrgeiz und natürlich die Motivation. Außerdem verbindet Hip-Hop. „Ich kann auf der Weltkarte bereits so viele Orte markieren, wo ich einfach bei Leuten klingeln und dort spontan übernachten könnte. Wo findet man so etwas noch, wenn nicht in der Hip-Hop-Szene“, fragt mich Can. So eine Art von Freundlichkeit und Offenheit erlebe man nicht überall.

Am Ende unseres Gesprächs gehe ich noch einmal auf die Zusammenarbeit mit Samir Akika ein. Can ist damals als Schüler die Hip-Hop-Academy besucht und Samir hat dort als Gast-Choreograph mit den Tänzern gearbeitet. Can sagt, dass Samir schräg und auch ein bisschen komisch ist, man ihm aber einfach nur blind vertrauen muss, dann wird auch das Ergebnis super. Er kitzelt aus den Kindern und seinen Tänzern auf ungewöhnliche Weise heraus, was sie denken. Durch Samir, sagt Can, habe er gelernt, weltoffener zu werden und dadurch einen neuen und anderen Tanzstil zu entwickeln.

Löwe oder Schildkröte

Zuletzt hatte ich dann noch eine etwas andere Frage im Gepäck. Ich wollte wissen, wenn Can ein Tier sein könnte, welches wäre er dann? Spontan sagt er mir, er wäre ein Löwe, wahrscheinlich sieht er sich selbst so, doch dann fängt er plötzlich laut an zu lachen, und ihm fällt ein ganz anderes Tier ein: „Ich bin eine Schildkröte, weil alle Menschen sagen, dass ich wegen meiner länglichen Kopfform so aussehe.“ Das scheint ihm aber keineswegs peinlich zu sein, er steht sogar selbstbewusst dazu und lacht darüber.

Mein erster Eindruck von Can hat sich nach dem Interview keineswegs verändert, er ist einfach ein lässiger und lockerer Mensch, steht zu sich selber und strahlt Fröhlichkeit und Zufriedenheit aus, die vom ersten Moment an ansteckt.

(Text von Marie)

 

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Dienstag, 4. März:

Eleanora hat während des Tanzworkshops Aussagen von Schülern gesammelt, die sie in einer Übung formuliert haben. Diese Übung sollte den Schülern helfen, sich zu öffnen. Zudem hat Ele die Schüler fotografiert. Seht selbst, was die Jugendlichen mithilfe des Satzanfangs "Ich erinnere mich an einen Tag, an dem ..." erzählen.

Fotostrecke: Erinnerungen an einen besonderen Tag

(Fotos von Ele) 

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Donnerstag, 27. Februar:

Blogger Max Spetzler

Diesmal hat unser Blogger Max einen Vergleich zwischen dem Stil der beiden Choreografen Sibi Larbi Cherkaoui und Samir Akika gezogen.

Ärzte schieben einen Tisch mit einem Leichensack auf die Bühne. Ein Arzt öffnet diesen Sack und es kommt ein Körper zum Vorschein. Wie eine Marionette an unsichtbaren Fäden aufgehangen, folgt der Körper auf dem Tisch den Armbewegungen des Arztes. Hebt der Arzt seine Hand über dem Brustkorb der Leiche, so hebt sich dieser wie von Zauberhand.

Das war meiner Meinung nach die packendste und beste Szene in dem Stück "Genesis" vom berühmten Choreografen Sibi Larbi Cherkaoui.

Am 25. Januar hat sich die Symptom-Tanz Gruppe auf den Weg von Bremen nach Hamburg gemacht, um sich die deutsche Erstaufführung von "Genesis" anzusehen. Das Stück befasst sich mit dem Schöpfungsmythos. Oft werden Zitate zum Thema verwendet, wie zum Beispiel ein Ausschnitt aus der Bibel. Auch das Bühnenbild ist sehr schlicht und dunkel gestaltet, so wie man sich vielleicht den Anfang der Welt vorstellen mag.

Vergleich zwischen Sibi Larbi Cherkaoui und Samir Akika

In den letzten Artikeln über Tanztheater-Aufführungen ging es unter anderem um die Stücke "The Pin" und "Penguins and Pandas" von Samir Akika. Nun möchte ich einmal einen kurzen Vergleich zwischen den Stilen der beiden Choreografen Sibi Larbi Cherkaoui und Samir Akika ziehen.

Samir Akika scheint in seiner Arbeit immer sehr bemüht zu sein, dass es nie langweilig für die Zuschauer wird. In seinen Stücken ist ständig etwas los und immer gibt es irgendetwas auf der Bühne zu sehen. Oftmals passieren viele Dinge auch gleichzeitig, so dass manch einer das Gefühl haben könnte, es herrsche ein heilloses Durcheinander. So kann man sich seine Choreografien auch mehrmals ansehen und entdeckt doch immer wieder etwas Neues, was man zuvor vielleicht übersehen hat. Auch haben die Tänzer, die mit Samir zusammenarbeiten oft die Möglichkeit, persönliche Dinge mit einfließen zu lassen. Sie können zum Beispiel Texte mit persönlichem Inhalt wiedergeben. Das war bei "Genesis" auch anderes. Zwar hat ein Tänzer einen Text in seiner Landessprache vorgetragen, der Inhalt bestand aber aus einem Schöpfungsmythos der Erde und hatte nichts mit ihm persönlich zu tun.

In Sibi Larbi Cherkaouis "Genesis" wurde der Fokus des Zuschauers oft auf eine bestimmte Szene oder Stelle gelenkt, indem eben genau diese von Scheinwerfern erleuchtet wurde. Außerdem gab es in "Genesis" meiner Meinung nach einen regelrechten Star. Die berühmte chinesische Profitänzerin Yabin Wang, die auch ihr eigenes Solo bekam. Bei Samirs Stücken ist mir das noch nicht aufgefallen, und die Gruppe scheint bei ihm mehr im Vordergrund zu stehen.

Zum Schluss möchte ich noch einige Eindrücke und Ansichten zum Stück zusammenfassen.

Die Meinungen zu dieser Aufführung gehen in der Gruppe auseinander. Manche fanden das Stück langweilig und wenig innovativ. Es wurde Klischees gearbeitet, was das Werk weniger interessant machte. Andere wiederum empfanden "Genesis" durchaus unterhaltsam. Besonders die Tänzer und Lehrer hatten ein eher negatives Bild von "Genesis", während die Reaktionen der Schüler weitestgehend positiv waren.

(Text von Max)

 

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Mittwoch, 19. Februar 2014:

Zu unserer Aufführung, die wir im Frühjahr auf der Bühne zeigen, gehört nicht nur die Choreografie, sondern auch das Bühnenbild. Dieses wollen wir nach unseren Wünschen anfertigen lassen, jedoch müssen die Ideen realistisch und passend sein. Zum Glück hatten wir Schüler während der Intensivtage viel Hilfe, um uns ein Konzept zu überlegen.

„Schaut euch den abgefahrenen Scheiß an!“

Damit meinte der Bühnengestalter Gabor Doleviczenyi nicht die Choreo, die wir lernen oder den Ballettsaal, in dem wir tanzen, sondern die Szene „Making of Tape Tokyo“, die wir uns zusammen angeguckt haben. Denn in dem Ausschnitt wurde gezeigt, wie Bühnengestalter aus Tesafilm ein großes Spinnennetz erstellt haben, wo die Akteure im Inneren auch herrumlaufen können. Damit wollte Gabor uns zeigen, dass man aus einer kleinen Sache, wie Tesafilm, etwas Riesiges machen kann.

Denn bei unserer letzten Aufführung, hatten wir das Do-It-Yourself Projekt, wo aus alten Dingen, wie Styropor, etwas Neues gemacht wurde. Dieses Projekt hatten wir auch selbst gemacht. Dieses Mal sollten die Bühnenbildner des Theaters das Bühnenbild bauen, damit wir uns auf das Tanzen konzentrieren können. Die Aufführung findet auch dieses Mal nicht im „Moks -Theater“ statt, sondern im „Kleinen Haus“. Dies bedeutet das wir auch mehr Raum und Platz zu Verfügung haben.

Dafür sind Gabor Doleviczenyi, Pipo Tafel, der auch letztes Mal für die Videos zuständig war, und Tilo Schreieck, der neu dabei ist und sich um das Licht kümmert, nach Bremen gekommen, um mit uns das Bühnenbild zu erarbeiten und zu besprechen. Hierfür haben sie Ideen mitgebracht, die eventuell vorkommen könnten. Diesbezüglich hatten wir verschiedene Aufgaben bekommen.

Eine Aufgabe war, dass wir uns ein Tiermuster ausdenken mussten oder das wir selbst ein eigenes Muster erstellen sollten. So sollten wir auch unsere Lieblingsfarben heraussuchen. Eine Idee würde dazu so aussehen, dass man einen riesigen Wandteppich hätte, der aus diesen Farben und Mustern besteht.

Eine andere Idee wäre ein Lichtkörper. Das heißt, das eine Form, etwa ein Quadrat oder ein Kegel, mit Licht oder LED ausgeleuchtet werden würde. Eine weiterer Gedanke dreht sich um aufblasbare Körper. Zum Beispiel solche, die vor einem Sportgeschäft stehen und herumwackeln. Eine Schülerin hatte die Vorstellung gehabt, ein „Alltagsmonster“ zu bauen, das aufblasbar ist. Es sollte auch die Probleme, Sorgen und Freuden des Alltages von uns Schülern symbolisieren. Ein positiver Nebeneffekt davon wäre, dass wir während der Aufführung einen kleinen Rückzugsort hätten, um kurz verschnaufen oder trinken zu können. Es kam auch der Vorschlag, dass aus Alltagsgegenständen etwas gebaut werden könnte. Zum Beispiel eine Wand aus Eimern oder Flaschen, die aneinandergereiht werden und ein Gesamtbild ergeben.

Nachdem wir alle ein paar Ideen gesammelt hatten, sollten wir einen Bühnen-Entwurf auf Papier bringen. Die Entwürfe haben wir uns dann gegenseitig vorgestellt und schließlich die besten Ideen herausgesucht, zum Beispiel den Wandteppich und das Alltagsmonster.

Werden die Objekte oder die Requisiten nur herumstehen, also als  „Deko“ oder wird damit auch getanzt? Und inwieweit sind die Vorstellungen realistisch?

Diese Fragen stellen sich nun auch unsere drei Bühnenbildner. Denn unsere Entwürfe, die wir gemeinsam ausgearbeitet haben, müssen auch umgesetzt werden können. Zum Beispiel, wenn ein Eimer mit einer Lampe ausgeleuchtet wird und diese Requisite von der Decke hängt, dann ist das kein Problem. Aber wenn jemand mit der „Eimerlampe“ auch tanzen soll, dann muss dieser Eimer so präpariert werden, dass die Lampe nicht kaputt geht und wir uns nicht verletzen.

Trotzdem müssen unsere Vorstellungen realisierbar bleiben. Wenn die Werkstattarbeiter sagen, dass der Lichtkörper oder der Wandteppich nicht konstruiert werden können. Dann muss man sich etwas anderes überlegen.

Wie wird es jetzt weiter gehen mit dem Bühnenbild?

Die drei Bühnengestalter Gabor, Tilo und Pipo werden mit Samir Akika, Gregor Runge, mit der Werkstatt und weiteren Theatermitarbeitern reden, inwieweit die Ideen umsetzbar sind. Denn das Alltagsmonster sollte sehr groß sein, sodass mehrere Tänzer dahinter stehen können. Dennoch sollte es nicht zu groß sein, damit die Bühne nicht schon komplett voll steht. Oder der Wandteppich sollte nicht nur aus Tiermustern und bunten Farben bestehen, sondern auch Fotos von uns beinhalten. Jedoch weiß niemand, ob alle Wände ausgelegt werden oder nur eine.

Die Konzepte werden also weiter ausgearbeitet. Und bei einer Vorpräsentation werden Material und weitere Möglichkeiten besprochen. Dann wird das Endergebnis Ende Februar an die Werkstatt weitergeben. Unser Bühnenbild wir dann gebaut.  

Wenn dies dann fertig ist, steht das gröbste, und man kann noch Kleinigkeiten verändern. Jedoch wissen wir Schüler nicht, wie das Endprodukt aussieht. Wir  müssen uns wohl oder übel überraschen lassen.

(Text von Clara)

 

***

 

Mittwoch, 12. Dezember:

Auch im Theater bekommt man ab und zu eine kleine Hausaufgabe. Dieses Mal sollte die Symptom -Tanztruppe verschiedene Personen aus ihrem Umfeld zu persönlichen Eigenschaften befragen. Die Schüler hatten die Aufgabe, Freunde, Familie und Bekannte zu fragen, wie sie ihren den Charakter einschätzten. Jetzt stellt jeder seine Ergebnisse in einer kleinen Präsentation vor.

Die 19-jährige Salma Hidayat macht im Symptom-Projekt mit.

Eine der auffälligsten Ideen hatte die 19-jährige Salma Hidayat. Sie hat ein Video gedreht, in dem sie festhält, was ihre Freundin und ihr Bruder über sie erzählen. Doch das Beste ist: Sie filmt in dem Video auch, wie sie selbst auf diese Aussagen reagiert.

Zu Anfang steht Salma in einem traditionellen indonesischen Gewand neben ihrer Freundin. Diese kann nur Gutes über Salma erzählen. Sie ist hilfsbereit, nett, hübsch, witzig und kann gut Tanzen. Salma rutscht bei all der Flut von Komplimenten immer mal ein kleines Kichern heraus.

Salmas Bruder ist da anderer Meinung. Er findet, dass seine Schwester ihn zu viele Dinge über die Schule fragt und ihm Sachen erzählt, die ihn gar nicht interessieren. Als Salma ihm einen kleinen Denkanstoß geben möchte, damit er auch mal etwas Gutes sagt, und meint sie könne gut kochen, überlegt ihr Bruder kurz und sagt dann, das stimmt doch überhaupt nicht. Salma scheint da ganz anderer Meinung zu sein. Bei dieser Kritik reißt sie ihre Augen weit auf und schaut ziemlich erstaunt, nimmt aber alles mit Humor. In diesem Punkt hätte Salma anscheinend wesentlich mehr Bestätigung erwartet. Schließlich fällt dem Bruder doch nichts  mehr ein, und er lässt die leicht verdutzt aussehende Salma mit diesem Fremdbild zurück.

Der 16-jährige Stefan Silvester hat immer gute Laune.

Auch der 16 Jahre alte Stefan Silvester hat eine Präsentation vorbereitet. Er hat seine Schwester, eine Freundin Lisa und die aus dem Schüler-Blog bekannte Clara Kreft begefragt.

Lisa und Clara haben beide nur positives über ihn zu berichten. Sie sagen, dass Stefan viel lacht, etwas verrückt ist, immer gute Laune hat, aber auch unterstützend und mitfühlend ist, wenn es hart auf hart kommt.

Seine Schwester kann auch nur Gutes erzählen. Er ist nett, aufmerksam, bescheiden, hilfsbereit und beharrlich.

Mir ist dabei aufgefallen, dass er von seiner Schwester eher als lieb und vernünftig wahrgenommen wird aber bei seinen Freunden oft etwas verrückt ist.

Zufrieden mit Ergebnissen

Sowohl Salma als auch Stefan erkennen sich in den genannten Eigenschaften wieder und sind durchaus zufrieden mit den Ergebnissen.

Ich denke, diese Hausaufgabe hatte den Sinn, dass die Schüler einmal darüber nachdenken, wie sie sich selbst sehen, beziehungsweise wie sie gesehen werden wollen, und ob dieses Selbstbild denn auch dem Fremdbild entspricht. Oft sieht man Dinge an sich, die andere gar nicht wahrnehmen. Oder Außenstehende sehen etwas, dass einem selbst nie aufgefallen ist –sowohl im negativen als auch im positiven Sinne.

Außerdem kann man sich über die eigenen Stärken und Schwächen besser bewusst werden, wenn man auch mal die Meinung anderer miteinbezieht.

(Text von Max)

 

***

 

Samstag, 7. Dezember:

Wie ist es für euch Profitänzer, mit uns ungeübten Jugendlichen zu arbeiten?

Ulrike Reinbott (links) und Alexandra Morales sind Tänzerinnen am Bremer Theater.

Ulrike: Es ist sehr erfrischend, die Jugendlichen mit ihren Talenten kennenzulernen und herauszufinden, welche sie haben.

Alexandra: Es ist sehr interessant, weil ihr Jugendliche nicht das große Ganze seht, sondern begeistert seid von dem, was entsteht. Denn bei kleinen Übungen, zum Beispiel, wenn ihr euren Namen mit eurem Körper schreibt, seid ihr überrascht von euch selbst, da ihr nicht erwartet, dass ihr tanzt. Außerdem denken Profitänzer viel mehr daran, wie sie gerade beim Tanzen aussehen und an die Form. Bei euch ist das ganz anders.

Ulrike: Ihr seid so frisch und frei und schmeißt euch rein in die Aufgaben, und dabei entstehen dann ganz natürliche Sachen.

Alexandra: Erwachsene sind da blockierter und schämen sich mehr. Sie können nicht mehr witzige Dinge machen und ihre Grenzen überschreiten. Bei Kindern ist dies mehr instinktiv, sie denken gar nicht darüber nach, sondern machen es einfach. Bei euch ist gerade die Grenze erreicht, wo das Nachdenken beginnt. Und mit dem Alter verliert der Mensch das Instinktive, nicht nur im Tanz.

Macht es einen Unterschied ob ihr mit uns Schülern oder mit Erwachsenen arbeitet?

Alexandra: Wir denken gar nicht pädagogisch, denn wir sind keine Pädagogen. Wir sind Tänzer und arbeiten da sehr spontan. In unseren Produktionen mit Samir Akika macht es keinen Unterschied, ob wir mit professionellen Tänzern oder mit Schülern arbeiten.

Ulrike: Ich sehe mich eher als eure Assistentin, die euch hilft an eure Qualitäten ranzukommen. Samir Akika ist eher derjenige der euch bestärkt und antreibt in dem, was ihr macht. Meine Herangehensweise ist es eher, meine eigenen Erfahrungen, die mir selbst geholfen haben, auf der Bühne gut auszusehen, an euch weiterzugeben.

Was ist euer Ziel mit dem Training? Sollen wir komplizierte Hebefiguren machen oder Ballett tanzen?

Ulrike: Balletttänzer wollen wir nicht aus euch machen, dazu müsste man jahrelang an der Stange trainieren und es wäre für beide Seiten nicht sehr interessant. Wir wollen euch eher verschiedene Bewegungen beibringen und eure Reflexe schulen. Auch wie man sich am besten auf der Bühne verhält, das Agieren miteinander ist dabei sehr wichtig.

Alexandra: Vor allem, dass jedem einzelnen bewusst wird, dass man etwas schaffen kann. Auch, dass man sich gegenseitig in der Gruppe vertrauen kann und Verantwortung übernehmen soll. Dass man auch ein Körpergefühl entwickeln kann, egal, ob man beweglich oder unbeweglich           ist. Allgemein soll das auch helfen, dass jeder sein Selbstbewusstsein stärken kann.

Viele von uns Schülern würden sich wünschen, mit euch Tänzern bei der Premiere auf der Bühne zu stehen. Wie seht ihr das?

Alexandra: Ich könnte mir das vorstellen. Es geht ja nicht darum, wer besser ist und wer nicht, sondern um die Zusammenarbeit zwischen Schülern und Tänzern.

Ulrike: Man sollte gucken, ob es für uns einen Grund gibt, denn es ist ja eure Produktion, da dürften wir Profitänzer nicht im Vordergrund stehen. Aber das haben wir auch noch nie gemacht, so wäre es bestimmt auch für uns Tänzer sehr spannend.

Macht es Spaß mit uns zu arbeiten? Denkt ihr, von uns könntet ihr noch etwas lernen?

Ulrike: Für mich öffnet sich da eine neue Tür. Ich hab bis jetzt nur einmal mit Jugendlichen an einem Projekt gearbeitet. Im Vergleich dazu ist eure Gruppe richtig gut, da ihr viel Engagement mitbringt. Auch wenn es an einem Tag nicht so gut läuft, kann ich daraus lernen, wie ich euch besser motivieren sollte. Es soll euch ja auch Spaß machen. Euch einfach Bewegungen reinzuklöppeln, die ihr dann nachtanzt, macht nicht viel Sinn. Mir macht es auch Spaß, kleine Übungen rauszusuchen, die später auf der Bühne viel bedeuten können.

Alexandra: Mir macht es ebenfalls Spaß, obwohl ich das schon lange mache. Ich gehe sehr spontan in das Training mit euch, ich habe zwar die Struktur, aber was ihr daraus macht ist verschieden. Die Bedingungen sind hier am Theater auch super. Bei früheren Jugendprojekten, zum Beispiel in Südafrika oder Usbekistan, hatten wir keine Probebühne und mussten zwischen Küche und Wohnzimmer tanzen. Oder es gab kein Essen, um sich nach dem Training zu stärken. Das mussten wir Tänzer dann selber besorgen für die Schüler. Hier am Theater ist das so leicht, durch die tolle Unterstützung des Hauses. 

(Das Interview führte Clara)

 

***

 

Mittwoch, 27. November:

Schülerbloggerin Clara Kreft

Mein Name ist Clara. Ich bin 15 Jahre alt und wohne in Bremen. Ich gehe zurzeit in die 10. Klasse des Alexander von Humboldt Gymnasiums. Da ich sehr gerne lese, schreibe und zeichne, habe ich die Leistungskurse Deutsch und Kunst gewählt. Daher finde ich es gut, die Chance zu bekommen, durch das Tanztheaterprojekt, an dem ich schon seit einem Jahr teilnehme, mit Journalisten und dem WESER-KURIER zusammenarbeiten zu können. Meine Freizeit verbringe ich hauptsächlich im Ruderverein (Bremer-Sport-Club). Ich trainiere sechsmal in der Woche, und an den Wochenenden bin ich häufig auf Regatten in ganz Deutschland unterwegs. Mein großes Ziel ist es, in dieser Disziplin an den Olympischen Spielen teilnehmen zu können.

Kürzlich habe ich mir mit Max, die Theaterpremiere "The Pin" angeschaut und folgende Kritik dazu geschrieben: 

„Im Hintergrund ertönen Klavierklänge. An der Seite ist eine große Leinwand, auf der ein Golfplatz abgebildet ist, zu sehen ...“ Dies war der Auftakt zu Samir Akikas neuem Tanztheaterstück „The Pin“. Wie Anfangs vielleicht vermutet, geht es hier nicht um die Zielflagge beim Golf, sondern allgemein darum, wie ein Individuum vom Start zum Ziel gelangt, ob dieses Individuum allein oder mit mehreren unterwegs ist, wird in Akikas Stück variiert.

In den Szenen, die das Tanz-Ensemble „Unusual Symptoms“ darstellt, ist meistens sehr klar zu erkennen, dass die Akteure unbedingt hoch hinaus wollen, dass sie ihre Grenzen testen und alles geben wollen. Dieses wird sehr deutlich am Anfang, wenn die Tänzer herumlaufen, um sich aufzuwärmen, oder seilspringen, um fit zu sein. Auch liefen einige Tänzer eine hochgestellte Platte hinauf, die eine Art Berg darstellen sollte, um zu zeigen, dass sie unbedingt gewinnen wollen. Wenn sie auf den Boden lagen, sind sie schnell wieder aufgestanden und auch wenn ihnen die Puste ausging, machten sie dennoch weiter, um an ihr Ziel zu gelangen.

Zitat von Salvador Dali

Manchmal hatten die Tänzer ein paar Sequenzen, die mir gut gefallen haben: Zum Beispiel, als alle zusammen im Kreis liefen und aufeinander schnell reagiert haben. Oder als eine Prügelei zwischen zwei Tänzern inszeniert wurde, um zu zeigen, dass es noch andere Wettkämpfe gibt, als im Sport oder im Leben. Auch die Szene, in der einer der Tänzer das Zitat von Salvador Dali “Have no Fear of Perfection, you'll never reach it“ auf eine Leinwand schrieb, hat mir sehr gut gefallen.

Neben dem Tanz, wurde noch mit Videoscreen eine Modellbaulandschaft im Miniaturformat, mittels Kamera live auf eine Leinwand übertragen. Auf ihr war eine Hügellandschaft mit einer Zielfahne, wie beim Golf zu erkennen. Damit wurde gezeigt, dass ein Mensch trotz Gewitters, Tageszeiten oder eines Haufens Sand niemals aufgeben soll, egal welches Ziel er oder sie sich gesetzt hat.

Obwohl das Bühnenbild sehr schlicht gehalten wurde, hat es seinen Zweck erfüllt und den Akteuren vielen Möglichkeiten gegeben, eindrucksvolle Bilder zu gestalten. Im Allgemein konnte man sehen, dass die Tänzer alles gegeben haben und Spaß dabei hatten. Auch die Musik war gut gewählt und der Tanz dazu passend.

Alles in allem hat mir das Stück sehr gut gefallen, weil ich mich in die einzelnen Situationen hineinversetzen konnte. Außerdem war das Zerplatzen der Ballons am Ende ein gelungener Schlusspunkt.

(Clara und Max)

 

***

 

Mittwoch, 6. November:

Schüler-Bloggerin Eleanora

Die Zielflagge beim Golf - das große Ziel. Darum soll es also im neuen Stück The Pin von Samir Akika, das am 7. November im Kleinen Haus Premiere feiert, gehen. Wie in seinen bisherigen Produktionen, befasst sich der Tanzsparten-Chef am Bremer Theater mit einem Thema, das uns im Alltag beschäftigt und bewegt.

Besonders in der heutigen Zeit spielt „das Ziel“ eine große Rolle. Scheinbar Unwichtiges wird zum „Zeiträuber“ erklärt, so dass Zeit für uns selbst, Zeit zum Nachdenken uns kaum bleibt.

Wer traut sich heute denn schon das zu tun, wozu er Lust hat? Viel wichtiger ist es doch, alle Pflichten und Erwartungen im Blick zu behalten. Oder man gibt dem Ganzen einfach den Namen „Stress“.  Doch verfolgen wir damit noch unser eigentliches Ziel? Ist dies alles das, was wir erreichen wollten?

„Dieses Wesen hat mich plötzlich verschluckt“

Auch Frederik Rohn, einer der Tänzer im Stück „The Pin“, kann davon ein Lied singen. So, wie viele andere, musste auch er überlegen, wie es nach dem Abitur weitergeht. Er entschied sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr im Theater, um künstlerische Erfahrung zu sammeln. Danach stand er vor der Entscheidung, Arzt zu werden, wie sein Vater und seine Schwester, oder eine Karriere im Theater zu starten. Er entschied sich fürs Theater. Dazu sagt Frederik Rohn heute: „Dieses Wesen hat mich plötzlich verschluckt“.

Als Tänzer am Bremer Theater sind seine Aufgaben sehr abwechslungsreich: Der 36-Jährige darf zum Beispiel das Material „besorgen“ und Ideen sammeln, denn bei seinem Chef Samir Akika geht es vor allem um Improvisation. Für „The Pin“ sollte sich das Ensemble beispielsweise eine 15-minütige Performance ausdenken. „Dazu sollten wir uns überlegen, was uns am Thema Meisterschaft am meisten reizt“, erzählt Fred, wie er von allen am Theater genannt wird.

Der Tänzer Frederik Rohn hat einen zweijährigen Sohn. Inzwischen legt er viel Wert darauf, Zeit mit seiner Familie zu verbringen.

Bei der Arbeit für das neue Stück ist eine weitere Aufgabe hinzugekommen. Fred kümmert sich neben dem Tanz auch um das Bühnenbild. Beim Bühnenbild geht es allgemein darum, wie die Bühne aussehen soll. Gerne willigte Fred ein, bei der Bühnengestaltung mitzuhelfen, denn für praktische Arbeiten war er schon immer zu haben. „Ich galt in der Gruppe immer als der Bastler“, erklärt er. So nahm Fred diese neue Aufgabe für „The Pin“ an, weil sie ihn reizte. Dies sei zwar eine Doppelbelastung, aber weil er seine Kollegin vom Bühnenbild bereits aus einer Zusammenarbeit in Marburg sehr gut kenne, sehe er die Aufgabe am Bremer Theater als neue Herausforderung, so Fred.

Stress? Ja, das gibt es auch am Theater. Doch bedeute das Wort in der künstlerischen Branche mehr als nur Zeitdruck. „Für mich ist Stress, wenn man keine Lösung findet, aber etwas liefern muss“, beschreibt er. Das Arbeiten mit Samir Akika findet er angenehm. Denn früher musste Fred sehr terminkoordiniert arbeiten, und jetzt ist er Mitglied einer festen Company.

„Der größte Stress ist sozialer Stress, das heißt, dass die anderen aus der Company nicht so mitziehen, wie man gerade möchte, oder andere Vorstellungen haben“, erzählt Fred. Kompromissbereitschaft gehöre daher auf jeden Fall dazu. „Der Hauptstress entsteht aber dadurch, dass man an sich selbst Erwartungen stellt“, sagt er. „Ich möchte immer alles gut machen und alles schaffen. Früher bin ich erst zwischen 22 und 24 Uhr von den Proben nach Hause gekommen, aber jetzt möchte ich mehr Zeit mit meiner Familie verbringen, die Prioritäten ändern sich. Und so musste ich lernen, dass man nicht alles haben kann“, sagt Fred, der jetzt einen zweijährigen Sohn hat.

Arzt möchte der Tänzer nicht mehr werden. Sein Vater findet es spannend, was Fred macht. Anfangs vertrat seine Mutter zwar noch die Meinung, dass es besser wäre, etwas „Anständiges“ zu lernen, doch ließen sie ihm dabei schließlich freie Wahl. „Jetzt unterstützt mich meine Mutter voll und ganz, außerdem findet sie meinen Job sehr interessant“, so Fred. Und falls es dann doch wirklich stressig wird, denkt er sich: „Was kann einem schon passieren, wenn´s jetzt nicht klappt. Das ist doch nur dieser eine Tag. Nicht alles ist immer extrem wichtig. Es dauert aber lange, bis man das lernt.“

(Text von Eleanora)

 

*** SOMMERPAUSE ***

 

Montag, 1. Juli:

Das Lied „Rolling in the Deep“ dröhnt aus den Lautsprechern, doch es ist nicht Adele, die singt, sondern eine Mitschülerin aus meiner Klasse! Mit ihrer erstklassigen Stimme riss sie nicht nur Mitschüler mit sich, sondern auch Profitänzern und Teamleitern blieben die Münder offen stehen. Gesungen hat Angelika Bohnke schon immer.

Die Schülerin Angelika Bohnke ist ein echtes Gesangstalent.

„Seitdem ich sprechen kann, gehört Singen einfach zu meinem Leben dazu“, erzählt sie mir. Auch in der Klasse beim Musikunterricht brachte sie ihre Stimme als Solosängerin gerne mit ein. Vom Theater „entdeckt“ wurde sie bei unserem Tanzworkshop, wo sie auch in der Musikgruppe mitgemacht hatte. Als die Ergebnisse am Ende des Workshops vorgestellt wurden, wurde auch ihre Aufnahme vorgespielt. Hier erntete sie besonderes Lob, und das Theater beschloss, sie zum Unterricht zu einer Profisängerin zu schicken.

Ende Januar hatte sie ihr erstes Vorsingen. Angst zu versagen, hatte sie nicht, denn die Lehrerin hatte ihr Mut zugesprochen und erklärt, dass das Theater sehr positiv überrascht war und viel Gutes über sie berichtet hatte. Das gab ihr Kraft.

Jeden Mittwoch nach unserem offiziellen Tanzunterricht geht sie seitdem in die Sögestraße, um zu singen. „Dort lerne ich viel Neues und Interessantes kennen“, erzählt sie mir begeistert. Zum Beispiel war die Bauchatmung für sie neu. Die Technik besteht darin, tief Luft zu holen, und diese zum Bauch zu „leiten“. Dabei darf sich der Brustkorb nicht bewegen, wichtig dabei ist, dass der Bauch sich hebt und senkt. Jeder Gesangsunterricht beginnt mit dem Einsingen. Hierbei singt sie komische Silben wie „maa mii moo“. Sie weiß, dass dadurch ihre Stimmbänder gelockert werden, deshalb ist ihr das nicht peinlich, und die Lehrerin begleitet sie auf dem Klavier.

In der ersten Gesangsstunde sang sie den Song „Rolling in the Deep“, mit dem sie ja auch im Workshop gepunktet hatte. Meistens übt Angelika während des Gesangsunterrichts aktuelle Lieder aus den Charts ein, aber auch Musicalstücke wie „Fame“ oder den berühmten Song von Queen „Who wants to live forever?“ darf sie ausprobieren.

In ihrer ersten Gesangsstunde sang die Schülerin Angelika Bohnke den Song „Rolling in the Deep“.

Lieder, die sie kennt, singt sie ähnlich wie beim Karaoke. Danach feilen sie gemeinsam an der  Dynamik und probieren, ob es laut oder leise besser klingt. Schwere Töne oder das richtige Luftholen trainiert die Gesangslehrerin systematisch mit ihr. Unbekannte Lieder werden erst einmal von der Lehrerin vorgesungen. Danach gehen sie gemeinsam Strophe für Strophe durch.

Schon nach drei Monaten merkt Angelika einen Unterschied: „Jetzt treffe ich die Töne viel sicherer als früher. Meine Gesangslehrerin meint sogar, dass ich jetzt mehr aus mir heraus komme. Außerdem macht sie mir Mut und motiviert mich, nicht aufzugeben“, erzählte die Schülerin mir.

Bedeutet das, dass sie nun die Schule aufgibt und als Popstar durchstartet? Na ja, ganz so krass stellt sich Angelika ihre Zukunft nicht vor. Aber bereits von klein an träumt sie davon, bei der TV-Castingshow „The Voice of Germany“ Zuschauer und Jury durch ihrem Gesang mitzureißen. „Denn dort geht es nicht ums Aussehen oder um die persönliche Ausstrahlung, sondern allein um die Stimme“, erklärt Angelika mir.  Sie hätte außerdem Lust, ein Lied bei „You Tube“ zu veröffentlichen.

Ziel des Theaters ist es, sie bei den Endaufführungen unseres Tanzprojektes im Jahr 2014 auf der Bühne singen zu lassen. Ob sie danach noch weitere Unterstützung erhält, wird sich nach den Sommerferien zeigen. Angst vor Kritik hat sie keine. „Jeder hat seinen eigenen Musikgeschmack und jeder mag andere Stimmen“, erklärt sie mir. „Negative Kritik motiviert mich sogar, erst recht weiter zu machen.“

(Text von Eleanora)

 

***

 

Donnerstag, 27. Juni:

Vorhang auf! Die Vorstellung beginnt: Die Zuschauer sehen eine tolle Kulisse und fragen sich, wie viel Material nur für diese eine Produktion wohl gebraucht wird. Die Bühnenbildner kaufen Holz, Farbe und Stoffe und erschaffen daraus eine eigene kleine Welt für die Tänzer und Zuschauer.

Hier sieht man Gabor Doleviczenyi mit seinen Kindern, die ihn beim Workshop begleitet haben. Er selbst sagt, dass er Terrorist ist, was man jedoch mit einem Schmunzeln betrachten sollte, denn eigentlich ist er Designer und Künstler. Sein Lebensmotto lautet: "Action, Jackson and the funky five - family for live."

Doch Gabor Doleviczenyi arbeitet anders. „Es ist häufig so, dass mir für Produktionen nur ein kleines Budget zur Verfügung steht. Dann muss ich schauen, dass ich aus dem, was vorhanden ist, etwas Schönes machen kann.“ Dabei werden oft schon ältere Materialien verwendet. So hat er schon mal einen ganzen Kronleuchter aus leeren Flaschen konstruiert – ganz nach dem „Do it yourself“-Prinzip. Gabor ist zusammen mit Robert Kaltenhäuser und Gabrio Gabrielli einer der sogenannten Coaches des Workshops „Symptom Tanz“ am Theater Bremen und speziell für die Gruppe „Bühnenbild“ zuständig.

Auch diesmal sehen sie sich mit dem Problem konfrontiert, dass ihnen Material fehlt. Sie müssen also das nehmen, was niemand braucht, und daraus etwas Neues zaubern. So wird aus „Müll“ Kunst. „Ich find`s schön nicht immer Neues zu kaufen, sondern aus Kaputtem etwas Cooles zu machen“, erzählt Gabor mir. Und genau nach diesem Motto leitet er die Gruppe.

Aus Styroporresten haben die Schüler-Bühnenbildner mit den Profis eine rollbare Wand für Lichtinstallationen gebaut.

Die Schüler schleppen Müllsäcke voller Styroporreste herbei und fragen überall im Theater nach Verwertbarem, um möglichst viel zum Verarbeiten zu haben. Und sie waren erfolgreich: Sie haben einen Kleiderständer auf Rollen und eine riesige Plane gefunden. Aus dem Styropor wird eine Wand gebaut, auf der später die Video-Gruppe ihre Ergebnisse präsentieren kann. Diese Wand wird durch die Rollen des Kleiderständers leicht drehbar, wodurch sie schnell von einer Projektionsfläche in eine schwarze Schultafel umfunktioniert werden kann. Die Schüler haben die Plane zerschnitten und daraus eine riesige Projektionsfläche gemacht, die auf den ersten Blick wie ein Vorhang aussieht. Das „Do it yourself“- Prinzip bedeutet für Gabor auch Hilfe zur Selbsthilfe: „Ich möchte, dass die Schüler daraus lernen, auch aus scheinbar aussichtlosen Situationen etwas zu machen.“

Der Musikworkshop um Janek Siegele arbeitet da ähnlich. Janek versucht seinen unerfahrenen Schülern zu zeigen, wie man aus alltäglichen Dingen einen super Sound herausbekommt. Auch abseits des Projektes „Symptom Tanz“ komponiert er so Musiktitel. „Ich habe keinen Bock Sounds zu benutzen, die man einfach kaufen kann“, sagt Janek mir. Doch diese müssen sich die Musiker erst mal zusammensuchen.

Und so sind die vier Schüler Kevin, Meik, Thomas und Nikita in den Fundus des Theaters gegangen, um dort nach coolen Geräuschen zu stöbern. Gefunden haben sie in dem riesigen Raum unter anderem alte Telefone mit Drehscheiben oder auch Baseballschläger. Jeder dieser Gegenstände hat seinen eigenen Ton. Diese Töne werden aufgezeichnet und geschnitten, so dass Kevin sie zu einem Beat kombinieren kann, auf den die Tänzer sich dann bewegen.

Leider hat ein Stromausfall diese Arbeit zunichte gemacht. Nun müssen sie erneut losziehen, um ihren „Do it yourself“-Plan in die Tat umzusetzen. Doch auch diese Panne hat ihr Gutes: Durch die zusätzliche Arbeit sammeln alle mehr Erfahrung. "Ich fänd’s cool, wenn sie sich am Samstag auf die Bühne stellen und ein bisschen spielen würden", sagt Janek.

(Text von Max)

 

***

 

Dienstag, 25. Juni:

Bei dem Projekt „Symptom Tanz“ haben wir Schüler die Chance, viele Bereiche des Theaters und ihre Vertreter kennenzulernen. So gab es Workshops, die in Tanz, Video, Musik und Bühnenbild unterteilt wurden. In jedem der Workshops konnten wir mit echten Profis zusammenarbeiten, die normalerweise als freie Künstler arbeiten.

Fotostrecke: Diese Künstler trainieren Schüler bei "Symptom Tanz"
So hatten die Schüler in der Videogruppe zum Beispiel die Möglichkeit, mit Till Botterweck - einem international bekannten Videokünstler - zusammenzuarbeiten. Er produziert Videoprojektionen, um sie anschließend auf Gebäudefassaden zu projizieren. So durfte er zum Beispiel schon das Opernhaus in Sidney bestrahlen.

Außerdem arbeiteten die Schüler mit Constantin Georgescu zusammen, der schon die Videoprojektionen für das aktuelle Stück "Penguins & Pandas" produzierte. Die Tanzgruppe durfte mit Can Gülec zusammenarbeiten, einem Hip Hopper aus Hamburg, der seine eigene Tanz-Crew hat. Mit dieser tritt er auch bei Wettbewerben auf.

Unter den Trainern der Bühnenbildgruppe waren auch Gabor Doleviczenyi und Robert Kaltenhäuser. Die beiden arbeiten oft im Team zusammen. Sie sind bekannte Graffititkünstler, die unter anderem schon in Indien arbeiteten.

Die Musikgruppe hingegen arbeitete mit Janek Siegele zusammen, der Musik produziert und mit vielen Bands zusammenarbeitet. Alle Trainer stellen wir in einer Fotostrecke vor. 

(Text von Alexander)

 

***

 

Donnerstag, 13. Juni:

Samir Akika, Chef der Tanzsparte am Theater Bremen, leitet das Projekt "Symptom Tanz".

„Next, next, next“, ruft Samir Akika den Schülern auf der Bühne zu. Der Chefchoreograf der Tanzsparte am Theater Bremen leitet das Projekt „Symptom Tanz“. Anders als andere Choreographen, zeigt er nicht Bewegungen und Tanzschritte vor und lässt sie nachtanzen, sondern er will, dass die Schüler eigene Ideen mit ins Projekt einbringen.

Zum Beispiel sollen die Schüler vorspielen, wie ihre Eltern über sie reden würden. Oder sie sollen im Tanz zeigen, welchen Traumberuf sie haben. Zwischendurch rennt er zu den Tänzern, verschiebt die Position der Schüler oder gibt lautstarke Anweisungen. Sein Ziel ist es, dass wir alle gemeinsam an erster Stelle Spaß haben. Ihm ist es wichtig, dass sowohl die T

© Alexander Liedtke
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Schüler des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums



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Leserkommentare
joachimpape am 31.10.2014 19:32
Ein Aufschrei vom Sportverein"Wir" kennen den Mann nicht".
Das mag ja sein, aber kann man(n) nicht eine klare Aussage im heutigen Sinne ...
joachimpape am 31.10.2014 18:52
Habe über den Artikel lange Nachgedacht.
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