
Vor 100 Jahren schlossen sich Bremer Kaufleute zusammen, um das Focke-Museum für bremische Altertümer zu fördern. "Diese Tat junger Bremer verdient Beachtung", kommentierten die Bremer Nachrichten 1912 die Aktion. Inzwischen gehören rund 4000 Mitglieder zum Verein von Freunden des Focke-Museums. Sie unterstützen das Museum durch ehrenamtliches Engagement und finanziell jährlich mit einer Summe im sechsstelligen Bereich.
1912 bezog das Focke-Museum sein Domizil im ehemaligen Altenheim im Stephaniviertel. Dies mag der Ausschlag für die Gründung eines Förderkreises gewesen sein, vermuten die Freunde des Focke-Museums heute. Denn unter welchen Umständen der Verein 1912 entstanden ist, darüber gibt es keine gesicherten Quellen. Wer dazugehören wollte, musste einen höheren Geldbetrag stiften. Später wurde ein regelmäßiger Mitgliedsbeitrag eingeführt. 1954 wurde die Gemeinschaft ins Vereinsregister eingetragen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg betrug die Zahl der Vereinsmitglieder lediglich 150. Die geretteten Museumsobjekte warteten in Luftschutzbunkern auf ihren Einsatz in einem neuen Gebäude. Als das Focke-Museum das alte Gutshaus Riensberg bezog und 1953 eröffnet wurde, stieg die Mitgliederzahl bei den Freuden in fünf Jahren um Tausend an. Die engagierten Unterstützer halfen dem Museum im Laufe der Jahrzehnte nicht nur beim Ankauf von Ausstellungsstücken, sondern auch bei Renovierungen, Neubauten und der Ausrichtung von Veranstaltungen.
1953 war Ernst Grohne Museumsdirektor, gefolgt von Werner Kloos, Rosemarie Pohl-Weber und Jörn Christiansen. Heute leitet Frauke von der Haar das Focke-Museum. Sie ist glücklich über die Unterstützung der Freunde. "Wir sind sehr froh, mit dem Verein einen verlässlichen Partner an unserer Seite zu haben, der uns in vielen Kernaufgaben ganz wesentlich unterstützt." Dadurch seien zahlreiche Angebote der Museumspädagogik möglich. Beispielsweise übernimmt der Verein bei Führungen für Schulklassen die Führungsgebühren für die Museumspädagogen. Auch Ausstellungen wie "Herculaneum" oder "Manieren" wurden mit Hilfe der Freunde des Focke-Museums möglich.
Dem Verein stehen jetzt Stefan Storch als Vorsitzender, Dietrich Grashoff als Schatzmeister und Guido Brune als Schriftführer vor. "Es ist wie ein Stück Zuhause", begründet Storch sein Engagement für das Museum. "Das Haus ist mir von Kindheit an ans Herz gewachsen. Hier wird dokumentiert, was Bremen ausmacht."
Im Jubiläumsjahr möchten die Freunde des Focke-Museums insgesamt 100000 Euro zusammenbekommen: für jedes Jahr des Bestehens des Vereins 1000 Euro. Dieses Geld soll in einen Fonds fließen, der für die Erweiterung der Dauerausstellung vorgesehen ist. Bislang endet die Geschichte der Dauerausstellung kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Künftig soll auch die jüngste bremische Vergangenheit berücksichtigt werden. "60 Jahre Stadtgeschichte sind noch nicht präsent", sagt Stefan Storch.
Morgen ist Familientag
100 Jahre ein Herz für Focke – das soll im Jubiläumsjahr gefeiert werden. An diesem Wochenende bieten die Freunde des Museums und das Museum selbst ein exklusives kulturelles Open-Air-Programm. Zum Auftakt gibt die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen heute ab 20 Uhr unter der Leitung von Aziz Shokakimov ein Benefizkonzert mit Werken von Mozart, Tschaikowsky, Rossini, Verdi und anderen. Die Sitzplätze kosten 70 Euro, Stehplätze 20 Euro.
Der morgige Familientag des Museums beginnt mit einem Festakt um 11 Uhr, zu dem auch Bürgermeister Jens Böhrnsen erwartet wird. Daran schließt sich ein Konzert der Bremer Philharmoniker unter der Leitung von Markus Poschner an. Auf dem Programm stehen Werke von Robert Schumann und Felix Mendelssohn-Bartholdy. Die Bremer Shakespeare Company kommt um 15 Uhr mit szenischen Erzählungen aus dem "Sommernachtstraum". Der Kabarettist Pago Balke führt an beiden Tagen durch das Programm. Für die Kinderunterhaltung sorgen morgen von 11 bis 17 Uhr Zauberer, alte Kinderspiele und die Musikwerkstatt der Bremer Philharmoniker.





Niederschlagswahrscheinlichkeit: 












Noch nicht registriert? Jetzt kostenlos registrieren »