
Bremen. Vorwissen ist dabei ebenso Nebensache wie weitreichende Mathematik-Kenntnisse - auch wenn beides sicher nicht schadet. Aber auch für den völligen Stadt- und Fachneuling liefert der Rundgang viele Einblicke.
Stadtführer Andreas Calic, studierter Kulturwissenschaftler und Historiker, setzt dabei vor allem auf Kurioses. Wie viele verschiedene Tapetenmuster haben Mathematiker errechnet? Wie lassen sich Primzahlen bloß mit einem Stift und Papier erkennen? Wie fehleranfällig ist Geometrie aus der Sicht der Ameise? Und woher kommt eigentlich die Redewendung, jemandem "ein X für ein U vormachen"?
Die Antworten auf diese Fragen sind vielleicht nicht lebenswichtig, aber sie sind unterhaltsame Spielereien und ein gutes Mittel gegen aufkommende Stadtführungs-Langeweile. Bei derart viel Exkursen in Mathematik und Logik kommt allerdings die Verbindung zur Stadt Bremen etwas zu kurz. Die Stadtwaage stellt noch ein Bindeglied zwischen der Welt der Zahlen und der Stadt her, die folgenden Stationen an der Weser und im Bibelgarten des Doms tun sich damit eher schwer.
Dieses Defizit ist aber vom Veranstalter gewollt - oder wird zumindest in Kauf genommen. "Ach du grüne Neune" wendet sich ohnehin eher an Menschen aus Bremen und umzu, die nach neuen Blickwinkeln und Perspektiven auf altbekannte Orte suchen. Dies bietet die Stadtführung mit ihrem sehr speziellen, eben mathematischen, Blick auf die Welt (zu der ja auch Bremen gehört) allemal.
Der nächste Termin von "Ach Du grüne Neune!" ist am 14. August. Mehr Infos gibt es unter www.stattreisen-bremen.de.






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