
Wer gibt wie viel Geld wofür – und erwartet womöglich was? Nach langen Debatten über die Anforderung an Offenheit im staatlichen Handeln war 2008 eine Vorschrift erlassen worden, die den Senat verpflichtete, einmal pro Jahr eine Liste über Wohltaten ab 5000 Euro von Privat oder Firmen zu erstellen. Für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 liegt sie nun vor. Die Überschrift: "Bericht des Senats der Freien Hansestadt Bremen über die Annahme und Verwendung von Beträgen aus Sponsoring, Werbung, Spenden und mäzenatischen Schenkungen zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben".
Solche finanziellen Unterstützungen, so heißt es im Vorwort, hätten "in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen". Das Geld – und vor allem darum gehe es – trage dazu bei, öffentliche Aufgaben zu erfüllen und sei demnach "potentiell haushaltsentlastend". Es müsse jedoch klar sein, dass "die Integrität und Neutralität" des Staats nicht beeinträchtigt und "jeder Anschein fremder Einflussnahme auf die öffentliche Verwaltung" vermieden werde. Der Bericht, in dem rund 140 Zuwendungen aufgelistet sind, gilt als Beitrag zur Transparenz.
Gut 2,23 der insgesamt knapp 3,8 Millionen Euro aus Sponsoring, Spenden und Schenkungen flossen demnach auf das Feld der Wissenschaft. Die Deutsche Bundesbank beispielsweise engagierte sich laut Senatsübersicht mit 33000 Euro für eine Stiftungsprofessur an der Hochschule – und erwartete als Gegenleistung lediglich, dass ihr Name erwähnt wird. Nicht einmal diesen Hinweis auf die Herkunft erwartete die Siemens AG in Stuttgart, die über 35000 Euro zur "Einrichtung des Labors für Anlagen und Leittechnik" zur Verfügung stellte. Die Karin-und-Uwe-Hollweg-Stiftung in Bremen war dabei, als, ebenfalls unter dem Dach der Hochschule, ein Literaturfestival vorbereitet wurde. Auf der Spenderliste stehen neben der Sparkasse unter anderem auch mehrere Reedereien und Speditionen.
Die Universität bekam kaut Jahresbericht mehrere sechsstellige Summen für Stiftungsprofessuren – mal von "Airbus Deutschland", mal von der Stiftung Wertpapierbörse, mal vom Daimler-Fonds beim Stifterverband.
Die Kultur wurde insgesamt mit über 720000 Euro bedacht. Die Sparkasse taucht auch hier auf – sie hat demnach am Focke-Museum eine Ausstellung finanziell flankiert. Geld gab sie auch an die Stadtbibliothek – 15000 Euro für das Vorhaben "Bremer Bücher Babys". Ein weiteres Beispiel: Die Werft Abeking & Rasmussen spendierte über 45000 Euro für einen Flügel in der Musikschule.
Fehlanzeigen – unter dieser Überschrift sind Einrichtungen aufgeführt, die nichts bekommen haben. Darunter sind die Kliniken in Bremen Ost und Nord. Gleichwohl kamen für den Sektor Gesundheit insgesamt gut 255000 Euro zusammen. So gingen Überweisungen bei den beiden anderen kommunalen Kliniken ein. Die Schifffahrtsgesellschaft Cargo-Levant ist mit 10000 Euro für das Krankenhaus in Bremen Mitte vermerkt, zudem kam Geld von mehreren Pharmaunternehmen.




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