
„Schon heute ist es unerträglich laut, und das wird sich noch verdoppeln“, sagt er. Derzeit fahren rund 70 Güterzüge täglich. Nach dem Streckenausbau werden es 140 Züge sein. „Die sind bis zu 700 Meter lang“, sagt Bücking und rechnet vor: 140 Züge täglich, das ist alle 20 Minuten einer. Tag und Nacht. Da müsse ein guter Lärmschutz her – für die neuen wie auch für die alten Gleise.
Bücking geht es vor allem um den rund drei Kilometer langen Streckenabschnitt, der direkt durch Bremer Ballungsgebiet führt. „Dort leben 2000 bis 3000 Menschen in direkter Nachbarschaft der Gleise“, sagt er. Dass der Streckenausbau im Sinne der Bahn und auch des Senats ist kann er verstehen: „Im Jade-Weser-Port steckt viel Bremer Geld.“ Der Beirat kritisiere allerdings, dass es zwar riesige Anstrengungen der Politik gegeben habe, den Jade-Weser-Port umzusetzen, „sich aber niemand Gedanken macht, wie man es schadlos an den Anliegern vorbei bekommt.“
Robert Bücking hofft jetzt, dass die Verhandlungen zwischen Bremer Parlament und Bahn den Anliegern zu Gute kommen könnte. Denn die Stadt ist im Besitz eines Grundstückes, dass genau auf der betreffenden Strecke liegt. Um zu bauen, muss die Bahn es kaufen. Für Bücking eine gute Gelegenheit, einen besseren Lärmschutz zu fordern, der über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgeht: „Wir versuchen die Parlamentarier jetzt für dieses Anliegen zu gewinnen.“
Tatsächlich ist die Gefahr, durch Lärm krank zu werden, nicht zu unterschätzen. Laut Umweltbundesamt (UBA) kann zu viel Schall nicht nur belästigen, sondern auf lange Sicht auch zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und sogar Herzinfarkten führen. „Das ist rechtlich nur bedingt geregelt", sagt Rene Weinandy vom UBA. Allerdings gebe es einen wissenschaftlich anerkannten Wert:Einen Dauerschallpegel von 55 dBA in der Nacht und 65 dBA am Tag. „Ab dann ist das Risiko gegeben, an bestimmten Krankheiten zu leiden“, sagt Weinandy.
Die Bahn muss, wenn sie neue Strecken baut, daher auch bestimmte, gesetzlich geregelte Grenzwerte einhalten - in Wohngebieten liegt dieser Wert bei maximal 59 dBA. Das gilt allerdings nur für Neubauten, nicht für alte Strecken wie der, um die es Robert Bücking geht. Oder, wie Bücking es ausdrückt: "Dort hat die Bahn das Recht, Krach zu machen wie sie will." 





Niederschlagswahrscheinlichkeit: 











Noch nicht registriert? Jetzt kostenlos registrieren »