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Kritik an Sparplänen der Bremer Bildungsbehörde Senat reduziert Putzdienst in Schulen

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Dieser Plan wird zunächst an sechs ausgesuchten Schulen umgesetzt, auf lange Sicht könnte es alle treffen. Die Leiter von Ganztagsgrundschulen wehren sich gegen die Änderung.

Der Senat hat die Reinigung öffentlicher Gebäude neu geregelt. Unter anderem sind für Grundschulen neue Reinigungsintervalle in Planung: In Unterrichts-, Aufenthalts- und Seminarräumen sollen Putzfirmen nicht mehr fünfmal in der Woche anrücken, sondern nur noch halb so oft, in Bibliotheken wird die Reinigung von 2,5 Einsätzen in der Woche auf einen reduziert. Dafür wird in Pausenhallen und Küchen nun doppelt so häufig sauber gemacht (fünf Mal wöchentlich) wie bisher. In einem Pilotprojekt sollen diese Neuerungen getestet werden, wobei auch untersucht werden soll, wie sich Fremd- und Eigenreinigung unterscheiden.

Der Zentralelternbeirat ist alarmiert: „Reinigung kommt in den Schulen zu kurz“, kritisiert Vorstandssprecherin Andrea Spude. Sie bedauert, dass gerade die Unterrichtsräume nicht mehr so häufig geputzt werden sollen: „Eltern beschweren sich häufig über unsaubere Räume, besonders in den Ecken wird nicht gewischt, sodass Staubflocken keine Seltenheit sind.“

Das Bildungsressort rechtfertigt die geplanten geringeren Intervalle in Grundschulen auch mit der Anpassung an die bestehende Reinigungshäufigkeit in weiterführenden Schulen. Auch dort würden Klassenräume nur zweieinhalb Mal die Woche gefeudelt. Ressort-Sprecherin Karla Götz begründet die Änderung auch mit dem Status der Grundschulen als „Puschenschulen“: Die Schüler tauschen ihre Straßenschuhe vor Betreten der Räume mit Hausschuhen und tragen somit weniger Schmutz in die Schulen.Für Götz sind die neuen Reinigungsintervalle „vertretbar“.

Vor Ort wird der neue Reinigungsplan weniger gelassen aufgenommen. Meike Baasen, Leiterin der Ganztagsgrundschule Buntentorsteinweg, spricht von einer „brisanten Änderung“ der Reinigungsintervalle. Ihre Kollegen aus den anderen Ganztagsschulen hätten ähnlich ablehnend reagiert, als ihnen das Konzept in der Finanzbehörde – sie verantwortet die Bewirtschaftung öffentlicher Gebäude – erläutert wurde. „Der jetzige Sauberkeitsstandard muss beibehalten werden“, fordert sie.

2,5-mal die Woche anstelle von täglicher Reinigung heißt: Im 14-Tagesrhythmus soll in einer Woche am Montag, Mittwoch und Freitag geputzt werden, in der darauffolgenden Woche nur am Dienstag und Donnerstag. Für Schulleiterin Baasen ein Unding: „Für uns ist der Fußboden auch ein Lernort, manche Menschen können eben im Liegen gut lernen.“

Daran denkt auch Schulsprecher Uwe Besing, der in der vergangenen Woche ebenfalls über die geplanten Neuerungen informiert wurde. „Im Grundschulalter rutscht man öfters auf dem Fußboden rum – und dann nur zweimal in der Woche reinigen?“ Besing – im Zentralelternbeirat zuständig für Grundschulen – sieht eine „Gefahr für die Gesundheit“ und kritisiert: „Die Frühstückspause im Klassenraum hat die Behörde offenbar auch nicht im Blick.“

Nun hofft Schulleiterin Baasen auf Einsicht: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es bei dem Rhythmus von 2,5 Reinigungen in der Woche bleibt.“ Und offenbar macht sich mittlerweile auch die Behörde Gedanken über eine Planänderung. Jedenfalls verweist Linnert-Sprecherin Dagmar Bleiker auf Prüfungen, zumindest bei Ganztagsschulen nachzubessern. Die Änderungen sollen zudem erst nach und nach eingeführt werden, je nachdem, wie es die laufenden Verträge mit den Reinigungsfirmen zulassen.

Politischer Hintergrund der anvisierten Änderungen ist das Ziel des Senats, Reinigungskräfte im öffentlichen Dienst zu beschäftigen. „Wir wollen auch in unteren Lohngruppen sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze anbieten“, sagte Finanzsenatorin Karoline Linnert. Dazu wurde Ende vergangenen Jahres ein Tarifvertrag für Reinigungskräfte mit der Gewerkschaft Verdi, dem Personalrat und Immobilien Bremen (sie verwaltet die öffentlichen Gebäude der Stadt) unterzeichnet. Auch wurde die besagte Reinigungsrichtlinie vom Senat in Kraft gesetzt. Durch sie sollen, so erläutert Behördensprecherin Dagmar Bleiker, auch Kosten gespart werden – zum Beispiel durch längere Reinigungsintervalle in den Gebäuden. Wobei sie auch betont, dass Küchen und Pausenhallen künftig sogar häufiger geputzt werden sollen.

Die neue Richtlinie soll zunächst in einigen ausgewählten Schulen zur Anwendung kommen. Diese sogenannten Evaluierungsprojekte zum Thema „Kosten-/und Qualitätsmanagement zwischen Eigen- und Fremdreinigung“ sind die Grundschulen Ellenerbrokweg, Karl-Lerbs-Straße, Philipp-Reis-Straße, Paul-Singer-Straße, Horner Heerstraße und die Wilhelm-Olbers-Schule. Das Verhältnis von Fremd- und Eigenreinigung beträgt, gemessen an der Reinigungsfläche, zurzeit 60 zu 40. Der Senat hat den Erhalt der Personalstärke von 245 Vollzeitstellen garantiert.



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