
Ein halbes Jahr ist es her, dass das Universum aus höchster Not gerettet werden musste. Der Senat half dem Science Center mit rund 440000 Euro aus, damit es nicht in die Insolvenz gehen musste. Bedingung: Das Universum sollte so kräftig sparen – an Personal, Marketing und Verwaltung – dass die Zahl von 250.000 Besuchern im Jahr ausreicht, um den Betrieb der Einrichtung zu finanzieren. Diese Zielmarke aber scheint schon jetzt nicht mehr erreichbar zu sein, wie aus den Zahlen hervorgeht, die das Universum auf Anfrage mitgeteilt hat.

Carlo Petri ist der Erfinder und Betreiber des Universums.
"Es wird schwer für uns"
"Wir lagen nach einem halben Jahr bei knapp 110.000 Besuchern, das war ganz okay", sagt Universum-Geschäftsführer Herbert Münder. Sehr schwierig sei dann aber der August gewesen – unter anderem wegen des guten Wetters. Eigentlich unmöglich, unter solchen Voraussetzungen noch das gesteckte Ziel zu erreichen. Münder: "Es wird sehr schwer für uns."
Das Universum steckt in einem Dilemma. Es soll sparen, zum Beispiel beim Marketing, und gräbt sich dabei die Möglichkeiten ab, neue Besucher anzulocken. Es soll ein neues Konzept erarbeiten und tut das auch, hat aber kein Geld, es zu verwirklichen. Der Plan, über Sponsoren bis zu zehn Millionen Euro zu organisieren, ist als unrealistisch aufgegeben worden. Ein anderer Ausweg aber bleibt nicht. Münder weiß das: "Wir müssen etwas grundlegend Neues anbieten, nur dann werden wir Erfolg haben."
Besucheransturm zur Eröffnung
Ein Erfolg, der schon einmal da war. In den ersten beiden Jahren nach der Eröffnung im September 2000 verzeichnete das Universum einen regelrechten Besucheransturm, es kamen jeweils eine halbe Million Menschen, viel mehr als anfangs erwartet worden war. Doch danach sackte die Zahl kontinuierlich ab, auf zuletzt 260000 im vergangenen Jahr. Im laufenden Jahr werden es noch einmal deutlich weniger sein. Von der Eröffnung bis heute bedeutet dies insgesamt einen Rückgang um mehr als die Hälfte.
Das Wirtschaftsressort hatte vor einem halben Jahr bei der Rettung des Universum die Verhandlungen geführt und zusammen mit dem Betreiber ein Sanierungskonzept erarbeitet. "Es ist noch zu früh, um abzuschätzen,wie das Ergebnis letztlich ausfallen wird", sagt Behördensprecher Holger Bruns. Die Entwicklung werde zusammen mit einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft intensiv begleitet, "um gegebenenfalls darauf vorbereitet zu sein, falls das Jahresergebnis unterhalb der getroffenen Vereinbarungen bleibt", so Bruns weiter. Entscheidend sei am Ende, ob es dem Universum gelinge, sich schrittweise zu erneuern.
Alleiniger Eigentümer der Betreibergesellschaft ist Carlo Petri. Er hat das Universum erfunden. Genauso wie das Klimahaus in Bremerhaven und viele andere Projekte im In- und Ausland. Mit einem davon, dem "wortreich" in Bad Hersfeld, einem Mitmach-Museum, das die deutsche Sprache zum Thema hat, ist Petri mit seiner Agentur Petri&Tiemann gerade erst gescheitert. Die Stadt hat sich von dem Betreiber getrennt und dies mit der "existenzbedrohlichen Lage" begründet, die die Firma aus Bremen nicht in den Griff bekommen habe.
Ähnlich verlaufen ist ein Projekt in Österreich – in der Stadt Wels. Dort gibt es das "Welios", ein 22 Millionen Euro teures Mitmach-Museum zum Themenkomplex erneuerbare Energien, das von Petri&Tiemann entwickelt und betrieben wurde. Wenige Monate nach der Eröffnung im vergangenen Jahr gab es wegen überzogener Besucherprognosen bereits eine eklatante Schieflage, die Stadt trennte sich daraufhin von den Bremern und sucht seitdem nach einem neuen Betreiber.
Vom Klimahaus in Bremerhaven gibt es solche schlechten Nachrichten hingegen nicht. "Wir haben in unserem dritten Betriebsjahr rund 600000 Besucher erreicht", sagt Klimahaus-Geschäftsführer Arne Dunker. Eine Punktlandung, denn genau diese Zahl war auch angepeilt worden. Nach Dunkers Angaben bleibt bei den Einnahmen so viel Geld übrig, dass in zwei Jahren in die Überarbeitung der Ausstellung investiert werden kann. "Wir müssen und wollen unser hohes Niveau halten", erklärt Dunker.





Niederschlagswahrscheinlichkeit: 












Noch nicht registriert? Jetzt kostenlos registrieren »
Nun schafft es Wissenschaft eben nicht mehr, genügend Menschen für sich zu interessieren. Vor dem Hintergrund dieser Überforderung von Akademikern, die im Bereich des Fundraising erfahrener sein sollten, kommt auch nur Vorab-Gejammere um die Existenzfähigkeit heraus. Spätestens am Ende des Jahres wird hier wohl auch das bremenspezifische Jammern um Zuschüsse aus Steuermitteln einsetzen, um ein Auslaufmodell über die Zeit zu retten.
-------------------------
Da hilft es dann sicherlich, dass noch einige neue Hotels dazu kommen. Übrigends selbst vom DEHOGA-Chef Pauls (Hotel Munte) ist ein zusätzliches geplant. Fakt ist wohl, dass Otto-Normal-Bürger eben nicht mehr so viel im Geldbeutel hat bzw. andere Prioritäten setzt.
attraktiv, daß man da mehrfach hin müßte oder sie großartig weiterempfehlen
müßte. Läßt sich eigentlich nur aus dem Sparzwang erklären.
Kann man nicht die örtlichen, teilweise wirklich herausragenden Institutionen
einbinden, mit Know-How und ggf. Exponaten, die ein sicherlich auch überregional attraktives Angebot erlauben sollten:
- diverse Institute aus dem Bereich Meeresforschung, Arktis!
- das DFKI für Robotik
- OHB und Astrium für den Bereich Weltraumforschung
Ggf. wären das auch über Sonderausstellungen hinaus möglich oder man könnte das beste daraus in die Dauerausstellung überführen, ...
Könnte das gesamte Dauerprogramm ggf. mit anderen Wissenschafts
Museen für ein/zwei Jahre tauschen?
Herr Petri muss weg, auf Nimmerwiedersehen!
Vorher soll er aber jeden Cent des Darlehns zurückzahlen. Notfalls übereignet sich die Stadt das Klimahaus.
Bremen darf keinen Platz mehr haben für Versager und schon gar keine, die der öffentlichen Hand auf der Tasche liegen, indem sie bei schwächster Leistung weiterhin ein Luxus-Unternehmergehalt behalten wollen.
Jede Disko, jeder Handwerker, jedes Restaurant an der Schlachte müsste zumachen und Konkurs anmelden, wenn das Geschäft nicht mehr läuft.
Es darf nicht sein, dass spezielle "Freunde der Politik" Luxus-Sonderbehandlungen erhalten!