
Mit dem Verkauf von UMTS-Lizenzen fing vor zwölf Jahren alles an. Ein Teil der Milliardenerlöse sollte nach dem Willen der Bundesregierung in die Förderung von Spitzenforschung an Hochschulen fließen. 2005 ging es los, seither hat es zwei Auswahlrunden gegeben, in denen Unis aus Deutschland sich um Fördergelder von insgesamt 1,9 Milliarden Euro beworben haben. Heute fiel die Endausscheidung für eine dritte Förderrunde. Es geht diesmal um Fördermittel von mehr als 2,5 Milliarden Euro.
Drei Viertel der Gelder sind Bundesmittel, ein Viertel müssen die jeweiligen Länder aufbringen. Universitäten können sich in drei verschiedenen Bereichen um die Gelder bewerben. Zum einen werden laut Bundesforschungsministerium Graduiertenschulen gefördert, die strukturierte Promotionsprogramme innerhalb eines exzellenten Forschungsumfeldes und eines breiten Wissenschaftsgebietes anbieten. Zum anderen gibt es Fördermittel für so genannte Exzellenzcluster. Das sind Forschungseinrichtungen, die mit externen Forschungseinrichtungen, Fachhochschulen und der Wirtschaft kooperieren und dabei nach Ansicht der Jury „ein hervorragendes Umfeld für den wissenschaftlichen Nachwuchs bilden“.
Wenn eine Uni mindestens eine Graduiertenschule und ein Exzellenzcluster vorweisen kann, hat sie die Möglichkeit, sich in der dritten und für den Elite-Titel wichtigsten Kategorie zu bewerben. Dafür muss die Uni neben den beiden erstgenannten Faktoren „ein schlüssiges Zukunftskonzept zum Ausbau universitärer Spitzenforschung“ vorlegen.
Uni Bremen in drei Kategorien dabei
Die Bremer Universität hat in allen drei Förderkategorien Anträge gestellt. Dabei sind zwei Einrichtungen im Spiel, die ihre Exzellenz bereits bewiesen haben: Die Graduiertenschule BIGSSS in den Sozialwissenschaften und das Exzellenzcluster in den Meereswissenschaften, angesiedelt im Marum, einer Art Forschungs-Fachbereich der Uni. Beide haben sich schon in der ersten Runde der Exzellenzinitiative durchgesetzt und werden seit 2007 im Rahmen dieses Wettbewerbs gefördert.
In der dritten Kategorie tritt die Uni mit dem Konzept „Ambitioniert und agil“ als Hochschule an, die sich dem Prinzip des forschenden Lernens verschreibt. Beantragt sind für die BIGSSS (Kooperation mit der privaten Jacobs University) neun Millionen Euro und für den Forschungsverbund in den Meereswissenschaften 39 Millionen Euro. Dazu kommen für das Gesamtkonzept 51 Millionen Euro, jeweils verteilt über die nächsten fünf Jahre.
680 Gutachter im Einsatz
Das Auswahlverfahren ist aufwändig. Bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die den Wettbewerb organisiert, sind 143 Anträge eingegangen, die von 680 Wissenschaftlern beurteilt wurden. Rund 80 Prozent der Gutachter stammen aus dem Ausland. Dies soll einen internationalen und unabhängigen Blick auf die deutsche Hochschullandschaft ermöglichen.
Bereits vor sechs Jahren hatte es Bremen in die Endauswahl des Wettbewerbs geschafft. Damals konnte die Uni zwar Fördergelder einheimsen, den Titel Elite-Uni hatte sie jedoch knapp verpasst. Nun also ein neuer Anlauf: Die Bremer Uni ist diesmal eine von 16 Universitäten, die in der Endrunde des Wettbewerbs um den Titel Elite-Uni kämpfte. Neun Unis wollten den Titel verteidigen, sieben – darunter Bremen. Maximal zwölf Hochschulen können Elite-Uni werden.
(jop/keg)





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