
Bahnhofsvorstadt. Schon hinter der Schranke zum alten Güterbahnhof ist ein dumpfes Trommelgeräusch zu hören. Je mehr man sich der Tanzwerkstatt Fume-Fume nähert, umso lauter wird es. Vor dem großen blauen Tor hat es sich ein Besucher im Schaukelstuhl bequem gemacht. Während er es eher ruhig angehen lässt, geht es in den Räumen von Fume-Fume heiß her.
Hier erinnert nicht nur die lebhafte Musik an Afrika – sobald man Fume-Fume betritt hat man das Gefühl, man ist dem Kontinent gleich ein Stück näher gekommen und auch die Temperatur scheint gestiegen zu sein. Letzteres kann aber auch an dem lebhaften Tanzworkshop von Angelina Akpovo liegen. Der Fußboden ist mit einer Bastmatte ausgelegt, die hohe Decke wird von einem übergroßen weißen Tuch umspannt und ein Schild erinnert daran, doch bitte die Schuhe auszuziehen bevor man den Raum des Workshops betritt, aus dem die Rhythmen kommen.
An der Stirnseite des Raumes sitzen drei Männer, die unermüdlich auf ihre Trommeln einschlagen. Sie machen, ganz ohne Verstärker und Mikro, Musik für den Tanzworkshop. Die Teilnehmer sitzen am Rande des Raumes und klatschen zum Rhythmus der Trommeln, in ihrer Mitte tanzen zwei Frauen zu der temperamentvollen Musik. Sie machen schnelle kreisende Bewegungen und werfen ihre Hände in die Luft.
Angelina Akpovo singt zu der Musik von den drei Trommlern Antou, Alex und Mohamed, zwischendurch gibt sie pfeifende und schrill trillernde Geräusche von sich. Sie stammt aus Benin und wuchs in der Tradition der Fon-Kultur auf, seit 20 Jahren lebt sie in Hamburg und ist Tanzlehrerin für westafrikanische Tänze. Sie zeigt den Teilnehmern des Workshops den Tanzstil, der typisch für ihr Heimatland ist. Etwa ein Dutzend Erwachsene tanzen mit ihr zusammen in dem nicht allzu großen Raum. Sie stampfen mit den Füßen auf dem Boden und folgen damit dem unheimlich schnellen Rhythmus der Trommeln – da kommt man schon beim bloßen Zusehen ins Schwitzen.
Durch den Gesang und das Stampfen auf dem Boden kommen die Menschen in Afrika in Berührung mit den Göttinnen und Göttern der Erde, der Luft, des Feuers und des Wassers. Die Tanzlehrerin beginnt zu singen und ihre Workshopteilnehmer machen es ihr nach.
Susanne Stolzenwald aus der Vahr sieht nach dem Workshop etwas erschöpft, aber glücklich aus. Sie macht schon seit 20 Jahren afrikanischen Tanz, ist aber zum ersten Mal im Fume-Fume. Dass es hier einen Workshop ausschließlich zu Tänzen aus Benin gibt, findet sie super: "In jeder Region von Afrika wird anders getanzt und es ist toll, diese verschiedenen Tänze kennen zu lernen." Nach dem Workshop hat sie den Eindruck, dass bei den Tänzen aus Benin viel mit den Füßen und aus dem Brustkorb heraus gearbeitet wird. "Im nördlichen Teil gibt es dagegen mehr ausladende Bewegungen."
Weitere Informationen zu der Trommel- und Tanzwerkstatt Fume-Fume finden Sie im Internet unter www.fume-fume.de.











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