
Flo Mega, Sie sind in Bremen aufgewachsen. Was verbindet Sie mit Hastedt?
FloMega:Super viel. Meine Mutter ist dort geboren und ich war als Schüler eigentlich jeden Tag dort, bei meiner Oma. In diesem Bremer Stadtteil ist die Zeit in den 1950er- Jahren stehen geblieben, das war irgendwie die Heißmangel-Zeit und das sieht und spürt man noch. Ich findet das sehr faszinierend und habe einen sehr emotionalen Bezug zu diesem Viertel. Mein kleines Konzert vorab, bringt mich irgendwie "Back to the roots".
Was haben Sie für das Konzert am Alten Postweg geplant?
Erstmal hoffe ich, dass es schön sonnig wird. Ich wünsche mir eine weiche, familiäre Atmosphäre. Nicht zu stressig. Ich spiele zusammen mit einem Teil der "Ruffcats" und werde dann sehen und fühlen, welche Vibes vom Publikum kommen. Es bleibt auf so einem kleinen Konzert natürlich viel Raum für kleine Gags. Ich werde auch zwei neue Songs von dem Album spielen, das im kommenden Frühjahr erscheint. Allerdings sind diese Lieder noch in der Veränderung, es wird also spannend.
Sie kommen in Deutschland ja viel herum. Gerade kommen Sie aus Köln, und nach der Breminale geht es weiter nach Karlsruhe. Was schätzen Sie an Bremen?
Ich komme ja aus der Neustadt, bin dort zur Schule gegangen und habe da auch mit der Musik angefangen. Jetzt wohne ich im Viertel und habe viele Freunde in Bremen. Es ist immer wieder ein Ankommen und Durchatmen. Um zu entspannen, fahre ich gerne mit dem Fahrrad Richtung Weserwehr, also schon wieder Hastedt.
Wie würden Sie Ihren Musikstil beschreiben und was hat Sie besonders beeinflusst?
Ich habe ja mit Hip-Hop angefangen. Daher kommt auch mein Künstlername. Eben mein Vorname in kurz plus der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets "Omega". Dann ging es ein bisschen in Richtung Rap, aber das ist mir zu stark reglementiert. Ich habe da meinen eigenen Stil gefunden, das lässt sich am besten als "Soul Shouting" beschreiben. Auf Deutsch. Ich möchte, dass kleine Nuancen von meinen Liedern in die Seelen der Zuhörer übergehen. Da soll sich was lösen, ich will was auslösen. Das Publikum muss meine Stimme zulassen, jeder Mensch will ja was rauslassen, so ist das auch mit meiner Musik. Es ist auf der Bühne wie im echten Leben, nichts geht ganz glatt durch, es gibt immer wieder Brüche. Für mich ist es beim Singen auch das Wechselspiel zwischen meiner Introvertiertheit und Extrovertiertheit.
Was bedeutet es für Sie, das erste Mal Headliner auf der Breminale zu sein und so vor heimischem Publikum die Bühne, wie Sie sagen, "abzureißen"?
Die Breminale hat mir mit 15 Jahren den ersten Korb verpasst, das sitzt tief. Seit 2002 bin ich regelmäßig dabei, allerdings nie als Headliner. Umso mehr Bedeutung hat der Auftritt natürlich für mich. Die Breminale ist das schönste Fest, das es gibt, das ist wirklich eine echte Liebeserklärung! Aus meiner WG-Zeit in Bremen kenne ich eine brasilianische Sängerin. Die Cleo Fernandez wird bei mir Gast sein, und zusammen räumen wir die Bühne ab. In den letzten 15 Jahren musste ich wirklich viel Durchhaltevermögen zeigen und jetzt ist der Auftritt auch wie eine Befreiung von einer großen Last.
Was wünschen Sie sich für die Tage der Breminale?
Wir hatten ja oft Pech mit dem Wetter, aber die Breminale ist auch bei Regen schön. Ich rechne damit, dass es wieder brechend voll wird. Da für mich alles in Bremen angefangen hat, ist auch viel Magie mit im Spiel. Ich freue mich.
Der Hastedter Tüddel wird seit je her vom Schulverein der Schule am Alten Postweg organisiert. Die Schulkinder bieten am Sonnabend, 14. Juli, von 11 bis 13 Uhr dort einen Flohmarkt an. Um 12 Uhr eröffnet der Posaunenchor der Hastedter Gemeinden den Tüddel offiziell, von 13 bis 14 Uhr steht die Bläsergruppe der Oberschule Sebaldsbrück auf der Bühne und von 14.30 bis 16 Uhr verschiedene weitere Kindermusikgruppen. Um 17 Uhr tritt Flo Mega auf und ab 18 Uhr gibt es eine Kinderdisco mit DJ Uwe. Um 20 Uhr ist Schluss. Am Sonntag, 15. Juli, hält die Auferstehungsgemeinde um 10 Uhr einen Familiengottesdienst zum Tüddel in der Schule ab.
Zur Person:Flo Mega alias Florian Bosum ist 1979 in Bremen geboren. Er ging an der Gottfried-Menken-Straße zur Schule und studiert an der Hochschule für Künste. Sein Durchbruch gelang ihm 2011 mit "Zurück".











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