
Irgendwann war sie einfach weg, die große Rutsche auf dem Rennstieg-Spielplatz. Dort, wo früher Kinder den Turm erklommen haben oder sich mit Schwung und einem kribbelnden Gefühl im Bauch die Rutsche hinabgleiten ließen, klafft seit Anfang März eine Lücke. Allein eine Baby-Rutsche ist geblieben, die etwas ältere Kinder kaum in Ekstase versetzen kann.
"Jetzt sind die Kinder wirklich wütend", erzählt Beiratsmitglied Steffen Eilers (Bündnis 90/Die Grünen) aus dem Peterswerder. Er hat selber Kinder und ist mit ihnen häufiger auf dem Spielplatz am Rennstieg. Dabei spricht er auch viel mit den Kindern, die dort spielen, und bekommt einiges mit. "Im Moment ist da fast gar nichts mehr für die älteren Kinder", sagt Steffen Eilers. Besonders für die etwas Größeren ist mit der Rutsche und den Klettermöglichkeiten am Rutschenturm der Spielwert verloren gegangen..
Der Platz am Rennstieg sei der einzige Spielplatz in der Umgebung, der auch etwas für ältere Kinder geboten habe, sagt Eilers. In der Nachbarschaft wünsche man sich, dass da wieder etwas passiere. Kinder und Eltern haben sich mittlerweile zusammengetan, damit Bewegung reinkomme, berichtet der Beiratspolitiker.
Die Beiratsmitglieder von Bündnis 90/Die Grünen wollen sich auch im Beirat Östliche Vorstadt für den Spielplatz am Rennstieg einsetzen. Es soll geprüft werden, ob hierfür Globalmittel zur Verfügung gestellt werden können. Vielleicht sei eine Mischfinanzierung möglich. Dafür wolle man sich stark machen.
Zuständig für die Spielplätze in Bremen ist das Amt für Soziale Dienste. Mit dem Bau und der Pflege der Spielplatzanlagen beauftragt das Amt für Soziale Dienste die "Vahrer Maulwürfe",ein Projekt das Langzeitarbeitslose beim beruflichen Wiedereinstieg unterstützt. "Die haben bei ihren regelmäßigen Kontrollen festgestellt, dass das nicht mehr verkehrstauglich ist", berichtet Wolfgang Bulling, Initiativberater beim Amt für Soziale Dienste und zuständig für den Spielplatz am Rennstieg. Weil die Kinder nicht mehr sicher auf der Rutsche spielen konnten, wurde sie abgebaut.
Momentan gebe es noch keine konkrete Planung für einen Ersatz, da es auch noch keinen beschlossenen Haushalt gebe, sagt Wolfgang Bulling. Voraussichtlich im Mai wird aber klar sein, wie viel Geld Wolfgang Bulling für seinen Bereich – Östliche Vorstadt, Mitte, Findorff, und Walle – zur Verfügung haben wird. Wahrscheinlich bekommt er maximal das, was er auch im Vorjahr zur Verfügung hatte – 30 000 Euro. Der Spielplatz am Rennstieg ist nicht der einzige, der mit diesen Mitteln unterhalten werden muss. "Es gibt noch viele andere, die auch noch Bedarf haben", sagt der Behördenmitarbeiter. Sollten die finanziellen Mittel nicht ausreichen, gebe es aber auch noch die Möglichkeit, sogenannte Impulsmittel zu beantragen.
Wenn es an die konkreten Planungen für neues Spielgerät auf dem Spielplatz am Rennstieg geht, werden auch die Kinder aus der Umgebung mit einbezogen. Wie immer haben dann die Kleinen die Möglichkeit, Wolfgang Bulling ihre Wünsche mitzuteilen.
Wann und wo das sein wird, darüber sollen die Bewohner des Viertels rechtzeitig mit Wurfzetteln informiert werden.











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