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Kinder der Grundschule an der Stader Straße überraschen ihr Publikum mit einem Hit der schwedischen Popgruppe Abba "Mamma Mia" – was für ein schönes Konzert

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Für Musiklehrerin Susanne Sasse ist es eine große Herausforderung, „mit so jungen Kindern zu arbeiten“, und
Für Musiklehrerin Susanne Sasse ist es eine große Herausforderung, „mit so jungen Kindern zu arbeiten“, und es fasziniert sie. „Etwas Tolles entsteht.“FOTOS: WALTER GERBRACHT

Hulsberg. Die Aula der Grundschule an der Stader Straße war beim zweiten Konzertabend bis auf den letzten Stuhl besetzt. Einige Zuschauer mussten sogar stehen, so groß war das Interesse an der Aufführung des Orchesters und des Chors. Als Überraschungshit brachten die Mädchen und Jungen "Mamma Mia" von Abba. Einen Schlager, den viele Eltern noch aus ihrer Jugendzeit in den Ohren hatten.

Die Mitglieder des Orchesters und die Sängerinnen und Sänger des Chors standen nervös vor den vielen Zuschauern und konnten vor Aufregung nicht so leise sein, wie sie es geübt hatten. Leise zu sein, das fällt sechs- bis zehnjährigen Kindern ein bisschen schwer.

Die Kinder lernen an der Stader Straße ab der zweiten Klasse, ein Instrument zu spielen. Hier proben sie für den großen
Die Kinder lernen an der Stader Straße ab der zweiten Klasse, ein Instrument zu spielen. Hier proben sie für den großen Auftritt in der Aula.

Konzentriert setzt sich Cara an ihr Cello und wartet auf das Zeichen von Musiklehrerin Susanne Sasse, die die Musikstücke ausgesucht und für das Orchester arrangiert hat. Auch Amelie und Rasmus an ihren Geigen sind aufgeregt, trotz der vielen Erfahrungen, die sie im Orchester vor Publikum schon gesammelt haben. Denn regelmäßig nimmt Susanne Sasse mit ihren Schützlingen an Wettbewerben wie "Schüler musizieren" teil.

Nach einem kurzen Moment der Stille und fühlbarer Spannung begann das Orchester mit einem Stück des Norwegers Edvard Grieg. Der Satz "In der Halle des Bergkönigs" stammt aus Griegs Schauspielmusik zu "Peer Gynt" von Henrik Ibsen und wurde kraftvoll, dynamisch und dramatisch interpretiert. Skandinavien hieß das Motto, nach dem Susanne Sasse die Stücke für das Konzert ausgewählt hatte. Das heitere Volkslied "Lauf, mein Pferdchen, lauf" aus Island wurde auf der Bühne mit einem Tanz von den Chorsängern begleitet.

Der Höhepunkt war dann aber der Hit der schwedischen Popgruppe Abba: "Mamma Mia". "Abba ist ziemlich anspruchsvoll, aber die Kinder haben das sehr gut hinbekommen", sagt Susanne Sasse. Orchester und Chor trugen das temporeiche Stück mit viel Esprit und Freude vor. Die Zuhörer applaudierten den Grundschulkindern begeistert, und niemanden hielt es mehr auf seinem Platz.

Der zehnjährige Sekou aus der vierten Klasse strahlte. Er war der einzige Gitarrist und musste sehr hart arbeiten. Wie die anderen Kinder stand er auf und verbeugte sich ganz tief vor dem Publikum. Geschafft. Das sah man den Mädchen und Jungen an. Die Aufregung war gewichen und Chor- und Orchestermitglieder waren glücklich, ein so anspruchsvolles Konzert gemeistert zu haben.

Grundschule mit Musikprofil

"Es ist eine große Herausforderung, mit so jungen Kindern zu arbeiten, aber es ist auch immer wieder faszinierend, dass etwas ganz Tolles entsteht", sagt Susanne Sasse. Die Grundschule an der Stader Straße ist eine Schule mit Musikprofil. Bereits ab der ersten Klasse können die Mädchen und Jungen im Chor singen und Trommelunterricht bekommen.

Ab der zweiten Klasse können sich die Kinder für ein Instrument entscheiden. Blockflöte, Querflöte, Oboe, Cello, Geige, Gitarre, Trommeln oder Keyboard stehen zur Auswahl. "Vor allem die Keyboard-Kurse sind bis oben hin voll", sagt Konrektorin Alice Braden-Liebich aus Findorff, die das Musikprofil leitet.

Die Instrumente sind entweder im Schulbesitz oder können günstig von Musikschulen ausgeliehen werden. "Die Kurse sind sehr kostengünstig und in einigen Fällen wird die Gebühr auch von dem engagierten Schulverein übernommen, wir schließen kein Kind aus", sagt die Konrektorin.

Von den 250 Schülerinnen und Schülern ihrer Schule spielt die Hälfte ein Instrument. Beeindruckend ist vor allem, mit welchem Ehrgeiz und letztlich auch mit welcher Qualität die Kinder bei der Sache sind. "Das wird vor allem durch die vielen professionellen Instrumentallehrer möglich", erklärt Alice Braden-Liebich. Die Leiterin des Musikprofils möchte den Schulkindern vor allem eine musikalische Grundkompetenz vermitteln und sie individuell fördern. Auch gebe es sehr wenige Probleme mit Gewalt an ihrer Schule. "Wer zusammen musiziert, der schlägt sich nicht", ist der Eindruck der Lehrerin.

Die nächsten Konzerte der Grundschule sind bereits geplant, und im neuen Schuljahr wird die Instrumentalwerkstatt, in der die verschiedenen Instrumente vorgestellt werden, wieder gut besucht sein. In der Werkstatt haben die Kinder die Möglichkeit, sich für ihr Instrument zu entscheiden. Gar nicht so leicht, wenn die Auswahl so groß ist.



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