Burg-Grambke. "Ein bisschen nass geworden bin ich gerade. Aber in Zukunft werde ich hier auch mal richtig baden gehen." Karl Lüneburg hat bereits etliche Ämter bekleidet: Ortsamtsleiter in Blumenthal, Bürgerschaftsabgeordneter, Landes- und Kreis-Ehrenvorsitzender im Sozialverband - und jetzt auch noch See-Pate für den Grambker Sportparksee. Nach einer kleinen Spritztour im Motorboot nimmt der SPD-Politiker jetzt seine jüngste Aufgabe in Angriff und wird sich künftig an der Seite der DLRG für die Belange des Sportparksees einsetzen.
Mit an Bord bei seiner Einweihungs-Tour über den See war der ehemalige Burg-Lesumer Ortsamtsleiter Klaus-Dieter Kück, der nach Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen im Jahr 2011 der zweite SeePate des im Jahr 2005 für die Öffentlichkeit freigegebenen Badesees war.
Zuvor hatten vier Taucher - darunter ein Leinenführer und ein Rettungstaucher - mit Hilfe von Seilen bereits die Bojen gesetzt, um die Badezone zu markieren. Innerhalb der so markierten Zone dürfen sich in der bis Oktober dauernden Saison keine Wassersportler aufhalten. "Wenn so ein Segelboot Fahrt aufnimmt, kann das für Schwimmer schon mal heikel werden", erklärt Heye Walter, der gemeinsam mit seinem ebenfalls anwesenden Kollegen Rainer Wartmann als stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft Bremen-Nord agiert.
Wegen in Kürze anstehender Termine wie der Papp-Boot-Regatta im Vegesacker Hafen und Führerscheinprüfungen des Deutschen Motoryachtverbands waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DLRG bereits jetzt in Aktion getreten und hatten mit Karl Lüneburg einen bewährten Streiter für die Belange des Areals zum neuen See-Paten ernannt. Lüneburg hatte bereits langjährig die später durch Brandstiftung zerstörte Wache der DLRG in Rönnebeck unterstützt. "Wir haben ihn angerufen und gefragt, ob er seinen Namen hergeben würde für die Sache, da war er gleich dabei", erzählt Walter.
40 Ehrenamtliche im Einsatz
Die DLRG stellt mit ihrer insgesamt 40 Mann starken Truppe die Badeaufsicht am Grambker Sportparksee, obwohl dazu keine offizielle Verpflichtung besteht. Die Unterstützung der Beiräte ist für die Entwicklung des sich aus Spenden, Projektmitteln und Mitgliedsbeiträgen finanzierenden Sportparksee-Vereins und für die DLRG von jeher wichtig. So hatte sich auch Klaus-Dieter Kück als Burglesumer Ortsamtsleiter lange Zeit um den See verdient gemacht, der ursprünglich als Sandentnahmestelle für den benachbarten Industriepark entstand. Da die Marschwiesen hier relativ tief lagen, musste das Gelände seinerzeit aufgespült werden, um bauen zu können. Inzwischen ist das Gewässer mit 40 Hektar der größte See Bremens und doppelt so groß wie der Unisee.
"Ich hoffe, der See hier wird eine neue Topadresse für den Sport und wünsche mir, dass die Ruderer aus Bremen-Nord und Bremerhaven hier endlich ihre Strecke bekommen", meint Kück mit Blick auf die geplante Verlängerung des Sees in Richtung Mittelsbüren. Zu den von der DLRG am See abgesicherten Veranstaltungen gehören auch eine Regatta und ein Triathlon. Am südlichen Ende des Sees tummeln sich Wassersportler aus den an der Lesum angesiedelten Vereinen. Auch die Segler und Surfer des Sportvereins Grambke-Oslebshausen sind seit Kurzem mit von der Partie. Bei gutem Badebetrieb tummeln sich mittlerweile bis zu 2500 Gäste am Tag auf dem Gelände.
Der Strand gliedert sich in einen eher für Familien genutzten Abschnitt in Nähe des Nichtschwimmerbereichs und einen meist von Jugendlichen und jungen Erwachsenen genutzten Bereich am gegenüberliegenden Ufer. Letztere könnten auch schon mal etwas lauter werden, auch gebe es vereinzelt Probleme mit dem Konsum von Alkohol. Bei auftretenden Verletzungen der Gäste - oft handelt es sich um Schnittwunden - steht im DLRG-Haus ein Sanitätsraum zur Verfügung.
"Alles, was wir hier anschaffen, unterliegt klaren Bestimmungen. Die Schwimmwesten müssen beispielsweise regelmäßig einen TÜV-Stempel bekommen", erzählt Heye Walter. Stolz zeigt man sich auch mit Blick auf die integrative Funktion der in Aumund ansässigen DLRG bei den zahlreichen Jugendangeboten. In der sogenannten "Moses-Ausbildung" lernen Jugendliche alles vom Rettungsschwimmen über das Rudern bis zum Anker auswerfen und erhalten darüber hinaus maritime Grundkenntnisse.
"Die Jungen lernen hier auch soziales Verhalten und können später als Wach-Gänger am See eingesetzt werden", erzählt Rainer Wartmann. Sogar Rhetorikkurse belegen die meist zwischen 15 und 25 Jahre jungen Mitglieder und Rettungsschwimmer - etwa, um sich verständlicher ausdrücken zu können, wenn sie Gästen Anweisungen geben oder ihrerseits Kindern Schwimmunterricht erteilen.
Inzwischen schippern Emre und Philipp, zwei dieser jungen Männer, mit einem Boot zwei kleine Kinder und deren Vater über den See. Karl Lüneburg und Klaus Dieter Kück trocknen derweil bei Kaffee und Kuchen im DLRG-Haus ihre Beinkleider, die von der Gischt noch immer ein wenig nass sind. "Das Gelände ist wunderbar hier. Ich werd jetzt öfter mal vorbeischauen", sagt der neue See-Pate Karl Lüneburg.
Sein Vorgänger Klaus-Dieter Kück hat die Messlatte schonmal hoch gelegt: "Ich hab letztes Jahr 20 Euro in die Stations-Kasse gesteckt, da kommst du jetzt auch nicht drum herum", gibt er seinem Nachfolger schmunzelnd mit auf den Weg.











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