
Mit der Klage über die angespannte Personalsituation im Spicarium hatten Kulturbüro und Vegesacker Kommunalpolitik den Geldgebern aus dem Wirtschaftsressort seit Monaten in den Ohren gelegen. Ihr Argument: Man könne nicht 1,2 Millionen Euro in ein attraktives touristisches Angebot investieren und dann beim Personal geizen.
In der Tat reichte das Stundendeputat der Ausstellungsleiterin Christina Voigt hinten und vorn nicht. Es deckte kaum die nominellen Öffnungszeiten von wöchentlich 42 Stunden ab, von Vor- und Nachbereitung ganz zu schweigen. Krank werden oder Urlaub nehmen war für Voigt sowieso nicht drin. In seiner Not versuchte das Kulturbüro zeitweise, die einzige Fachkraft durch Aushilfen und Ehrenamtler zu entlasten. Auch Kulturbüro-Geschäftsführer Ulrich Mayer und Gesellschaftervertreter Thomas Pörschke stellten sich in ihrer Freizeit zur Verfügung.
Nun beugt sich offenbar das Wirtschaftsressort der Einsicht, dass dies keine Dauerlösung sein konnte. Eine weitere Vollzeitkraft kann mit sofortiger Wirkung eingestellt werden - und sie ist laut Pörschke auch schon gefunden. Nach seinen Angaben handelt es sich um einen erfahrenen ehemaligen Mitarbeiter des Bremerhavener Schifffahrtsmuseums. "Damit können wir die entstandenen Engpässe beheben", freut sich Pörschke, der die Einrichtung nun auf einem guten Weg sieht. Auch die Besucherzahlen zögen an. Gestern etwa hätten rund 100 Jugendliche der Oberschule Lerchenstraße die Ausstellung gesehen. "Unsere Öffentlichkeitsarbeit beginnt Früchte zu tragen", glaubt Pörschke.
Zu den Voraussetzungen für den erfolgreichen Betrieb einer Ausstellung zählt nicht nur ausreichendes Personal. Interessierte Besucher müssen die Attraktion erst mal finden - auch an diesem Punkt haperte es seit der Eröffnung des Spicarium im März. Nirgendwo im Ortskern gab es einen Wegweiser. Zu Wochenbeginn hat das ASV nun an der Kreuzung Zur Vegesacker Fähre / Uhthoffstraße und im weiteren Verlauf der Straße Zur Vegesacker Fähre insgesamt drei Schilder installieren lassen, die im einheitlichen Design der Tourismuswerbung gehalten sind. Sie wirken noch etwas provisorisch, aber ein Anfang ist gemacht. Dass es mit der Ausschilderung des Spicarium endlich vorangeht, dürfte auch mit dem kürzlichen Besuch von Bürgermeister und Kultursenator Jens Böhrnsen (SPD) im Alten Speicher zu tun haben. Dem Vernehmen nach brachte Böhrnsen wenig Verständnis dafür auf, dass solch elementare Dinge bisher nicht geklappt haben.
Der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Jörg Kastendiek begrüßt die Entscheidung, das Spicarium personell aufzustocken. Er hatte Bürgermeister Böhrnsen zu verlässlichen Aussagen zur Zukunftsfähigkeit des Spicarium aufgefordert. Es sei wichtig, Einrichtungen wie das Spicarium "als Schlüsselprojekt für den Bereich des Tourismus" für die Zukunft fit zu machen, sagt Kastendiek.











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