Die gezeigten Werke stammen aus der Zeit von 1950 bis 2005. Das Besondere an dieser Ausstellung: Der Erlös aller verkauften Bilder geht an den gemeinnützigen Verein "Blaue Karawane" und kommt dem Bauprojekt "Blauhaus" zugute.
Wie in der Hauptausgabe bereits berichtet, soll der Gebäudekomplex in den nächsten zwei Jahren an der Hafenkante in der Überseestadt entstehen. Er wird Räume für Junge und Alte, kranke und gesunde Menschen aus dem In- und Ausland bieten. Die Schirmherrin des "Inklusiven Mehrgenerationenprojekts" ist Luise Scherf.
Der Nachlass Willi Pramanns umfasst mehr als 400 Tafelbilder sowie 200 Aquarelle und Zeichnungen. Die Sammlung hinterließ er seinen drei Söhnen. Klaus Pramann ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie in Bremen und Vorstandsvorsitzender der "Blauen Karawane".
Die KV Bremen als Selbstorganisation von insgesamt 1750 ambulant tätigen Vertragsärzten, psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten im Land Bremen, sei der ideale Ort, um "Welten zusammenzuführen", so Klaus Pramann: "Mischung ist auch Ziel des Projekts, und diese Ausstellung trägt ihren Teil dazu bei."
Die Malereien wurden so aufgehängt, dass die Besucher eine chronologische Reise durch die Schaffensphasen des Künstlers unternehmen können. Existieren auf den Bildern aus den 1950er-Jahren in der obersten Etage der Bildergalerie noch Formen, lösen sich die Bilder bis zum untersten Stockwerk immer mehr davon. Im Erdgeschoss zeigen die Bilder die letzte Schaffensperiode des Künstlers, in der er sich mit großen Farbräumen und Licht beschäftigte.
"Willi Pramann war ein toller Maler. Und er war der Meinung, dass jedem Bild ein Abstraktionsprozess vorausgeht", sagte der Bauunternehmer Klaus Hübotter, der das Bauvorhaben des inklusiven Projekts unterstützt. Pramann sei keinem Programm beim Malen gefolgt und habe keine Kompromisse mit dem wankelmütigen Geschmack des Publikums gemacht, so Hübotter weiter.
Pramann unternahm zahlreiche Malreisen in die Natur und malte dort, war jedoch auch in seinem Atelier inspiriert. Seine frühen Arbeiten sind einerseits landschaftlich geprägt und setzen sich andererseits mit Objekten auseinander. "Die Farbräume sind das eigentliche Vermächtnis Pramanns", betonte der ehemalige Schüler und langjährige Freund des Künstlers Wulf Schomer.
Bevor Pramann in seine letzte Schaffensperiode tauchte, beschäftigte er sich in den 1980er Jahren mit der Konstruktion von Knochen und erfasste organische Strukturen der Natur.
Ein Bild von einem menschlichen Schädel aus einem Röntgenbild, Kniegelenke oder Brustwirbel ließ Pramann malerisch entstehen. "Bei Pramann werden die mystisch wirkenden Knochen von ihrer ursprünglichen Form in fließende Formen übersetzt", erklärte Schomer die Werke: "So liegt die Wirklichkeit jenseits unserer Wahrnehmung."
Die Ausstellung "Der Einfall lässt sich nicht kommandieren" kann montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr sowie freitags bis 14 Uhr im Haus der Kassenärztlichen Vereinigung, Schwachhauser Heerstraße 26/28, besucht werden. Mehr zum Künstler unter www.willipramann.de.











Noch nicht registriert? Jetzt kostenlos registrieren »