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KleinformART-Markt zum ersten Mal im Foyer des Südbads / Vor der Tür entsteht die Skulptur Eisbär Geschenke aus dem Koffer

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Neustadt. Etwa 20 Aussteller hatten im Foyer des Südbads ihre Koffer geöffnet, um bei einer entspannten und familiären Atmosphäre ihre Waren anzubieten. Vor dem Gebäude arbeitete der Künstler Gregor Gaida zusammen mit Steffi Neumann an einer großen Eisskulptur. Seit dem Jahr 2005 veranstaltet das Stadtteilmanagement Neustadt jährlich das künstlerische Schauspiel. Der Koffermarkt hingegen fand zum ersten Mal in Bremen statt.

"Die Herausforderung an den Aussteller ist, dass der Koffer im Mittelpunkt stehen soll, nicht seine Waren. Außerdem kommt man so weg von überfüllten Verkaufstischen, auf denen die Übersicht fehlt, jeder hat nur die Fläche des aufgeklappten Koffers zur Präsentation", erklärte Organisatorin Carina Springer. Wichtig sei auch die Vielfalt der ausgestellten Objekte. Die Aussteller seien Handverlesen. Viele kamen aus Bremen, ein paar aus Hamburg, wenige aus der Stadt Münster, aus der auch Springer stammt.

Aus Peterswerder kam der freiberufliche Grafiker Uli Nottrodt, der mit einer Vielzahl von extravaganten Postkarten für Abwechslung in seinem Koffer sorgte. Der Koffermarkt war sein erster Markt, normalerweise verkauft er seine Erzeugnisse im Internet. Ein kleines Highlight stellten seine Bastel-Postkarten dar, aus welchen man mit ein wenig schneiden und knicken einen kleinen Strandkorb oder Schulterklopfmaschinen basteln kann. "Ich hatte einmal diesen Strandkorb entworfen als Einladungskarte für meine Schwester. Die Karte war dann so beliebt, dass ich sie in Serie hergestellt habe", erinnerte sich der Grafiker, der sein Büro im Steintorviertel hat.

Die Waller Künstlerin Nicole Fabert bot kleine Skulpturen aus Papier an: "Das ist ein sehr dünnes, fast stoffähnliches Papier. Damals habe ich eine kleine Tierherde als Abschlussarbeit im Studium kreiert, von daher habe ich eine besondere Bindung dazu", so Fabert. "Falls es Heiligabend nicht schneien sollte, hätte ich das hier anzubieten", kam es hinter einem Koffer hervor. Gemeint ist ein kleiner Stoffschleier, den man sich vor die Augen bindet und so das Sichtfeld "einschneit". Eine Art Schneesimulation, wenn man so möchte.

Für kurzzeitige laute Musik sorgte Franco Battiston, der seine 90 Jahre alten Grammophone vorstellte und Kostproben der damaligen Klangqualität ermöglichte. "Nach jedem Durchlaufen einer Schallplatte muss die Nadel gewechselt werden, sonst beschädigt man die Platte. Nach einmaliger Benutzung ist die Nadelspitze schon doppelt so breit wie vorher", erklärte der Fachmann.

Vom Stoffbär zum Eisbär

Schließlich änderte sich die Geräuschkulisse im Südbad von Opernmusik hin zum Knattern einer Kettensäge. Vor dem Gebäude schritten die Arbeiten am etwa zwei Meter hohen Eisklotz voran. Darauf saß ein kleiner Bär - das Vorbild. Innerhalb weniger Stunden wurde aus einem quadratischen Eisklotz ein Eisbär. Stück für Stück fiel die eisige Hülle, bis das kleine Original auf dem Kopf des großen Bären saß.

Die ganze Veranstaltung war Teil des Bremer Adventskalenders vom Stadtteilmanagement Neustadt: "Die Identifikation mit dem Stadtteil soll damit gesteigert werden. Die Eisskulptur ist inzwischen eine kleine Tradition", findet Florian Boldt. Der Koffermarkt würde das Angebot gut ergänzen und noch mehr Leute aus dem Haus locken.

Die Idee, den KleinformART-Koffermarkt an diesem Ort zu veranstalten, kam allerdings vom Südbad. "Die hatten die Idee, damit die Eisskulpturbesucher noch mehr zu sehen haben. Ich finde, das ist eine schöne Symbiose", erklärte Organisatorin Carina Springer, die selbst einen Koffer mit Selbstgemachtem gefüllt hatte. "Die Koffer für die Aussteller sind allesamt auf Flohmärkten oder auf Dachboden aufgetaucht. Mit meinem sind meine Großeltern früher in den Urlaub gefahren", erzählte Springer über ihren alten Lederkoffer.



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