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Runder Tisch "Werdersee" möchte Grillscouts einsetzen Müllkonzept wird mit Fest vorgestellt

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Neustadt. Um am Werdersee das Müllproblem in den Griff zu bekommen, setzen die Mitglieder des Runden Tisches "Werdersee" auf Überzeugungsarbeit. Diskussionsbedarf sehen die Moderatoren des Verfahrens allerdings bei der Frage, ob das ausreicht, um die neu erarbeiteten Regeln des Gremiums durchzusetzen.

Verstöße gegen das bestehende Grillverbot von der Juliushöhe an der Deichschartbrücke bis zum Badestrand kann die Polizei mittlerweile mit einer Geldstrafe in Höhe von 40 Euro ahnden. "Wenn die Polizei allerdings kaum vor Ort Präsenz zeigt, bringt das überhaupt nichts", kritisierte Gerhard Bomhoff von der Initiative "Rettet den Werdersee". Der stellvertretende Revierleiter der Neustadt, Peter Rak, wies jedoch den Vorwurf zurück, die Polizei habe gar kein Interesse daran, illegale Griller zu verfolgen. "Wir können lediglich nicht mehr tun als bislang, und das bedeutet, dort gelegentlich Streife zu fahren", so Rak. Die Frage der wirkungsvollen Durchsetzung des Grillverbots soll beim nächsten Treffen eingehend besprochen werden.

Bei einem weiteren Problem, wie man besonders in den Abendstunden Grillfans und feiernde Jugendliche dazu bringen kann, nicht ihren Müll liegen zu lassen, lässt sich der Runde Tisch indes von anderen Städten inspirieren. Private Sicherheitskräfte, die wie in Frankfurt mit Hunden Patrouille gehen, hat das Gremium als abwegig eingestuft. "Wir können uns dagegen vorstellen, nach dem Kölner Vorbild studentische Grillscouts einzusetzen, die vor Ort auf Überzeugungsarbeit setzen", sagte Moderator Felix Matthes. Das Stadtamt hat darüber hinaus angekündigt, gelegentlich den Umwelt- und Ordnungsdienst aus der Innenstadt an Sonnabenden und Ferientagen an den Badestrand und auf die Grillwiese hinter dem DLRG-Gebäude zu schicken, um nach dem Rechten zu sehen.

Mit einer großen Aktion direkt am See wollen die Mitglieder des Runden Tisches "Werdersee" am Freitag, 6. Juli, auf ihre ersten Erfolge sowie auf ihr Hauptanliegen aufmerksam machen: Badegäste, Grillfans und alle anderen Nutzer des beliebten Naherholungsgebietes sollen gegenseitig Rücksicht nehmen. Nachdem der erst vor einem Jahr eingeführte "Umweltschutzbeschützersack" nicht mehr verteilt wird und die entsprechenden Schilder abmontiert wurden, sollen nun neue Schilder an den Zugängen zum Werdersee die drei wichtigsten Punkte mit anschaulichen Bildern verdeutlichen. "Unverbrannt", steht dort geschrieben, mit einem Bild von verbranntem Rasen, der durch einen Einweg-Grill entstanden ist. "Spurlos" – Müll auf der Wiese ist unerwünscht. Und zum Schluss: "Unverletzt", denn zerbrochene Glasflaschen sind der Grund dafür, dass sich immer wieder Badegäste und Tiere an den scharfen Kanten verletzen. Flaschen sollen daher wieder mitgenommen werden oder gehören in den Glascontainer.

Drei Großcontainer für Abfall

Zusätzlich zu den Infotafeln soll ein neues Müllkonzept dazu beitragen, dass Grill- und Picknickfans am Badestrand ihren Abfall in einen von drei bald installierten Großcontainer werfen oder noch besser, ihn gleich wieder einpacken und daheim im Hausmüll entsorgen. Die bisherigen kleinen Mülleimer sollen schrittweise abgebaut werden. "Wenn wir es schaffen, in Zukunft neben den Leerungen der Container mit einem Reinigungsgang über die Wiesen pro Woche auszukommen, könnten wir die Kosten halbieren", rechnete Iris Bryson vom Umweltbetrieb Bremen vor. Die Sonderreinigungen am Werdersee, die das Umweltressort im vergangenen Jahr angeschoben hat, um den Konflikt zu entschärfen, können über das Jahr 2012 hinaus nicht mehr finanziert werden.

Damit die Badegäste, Spaziergänger und Feierfreudigen die neuen Müllcontainer auch wahrnehmen, haben einige Teilnehmer des Runden Tisches bereits Ideen zu "Müllspielen" entwickelt: Quizfragen, Müllsammeln auf Zeit oder Basketball in die neuen Tonnen. "Damit wollen wir die Menschen vor Ort für das Thema sensibilisieren", so Bürgerschaftsmitglied Marie Hoppe (Grüne), die Mitinitiatorin eines Bürgerantrags zum Werdersee ist.

Eine ganz andere Frage mussten die Beteiligten von Sportamt, Umweltbetrieb Bremen, Deichverband und Stadtamt am Runden Tisch klären. Denn alle vier Institutionen sind für unterschiedliche Bereiche rund um den Werdersee zuständig und können dort auch Veranstaltungen genehmigen. Bislang sind die Auflagen und die Kautions-Regelungen an Deichschart, Badestrand und anderen Bereichen aber völlig unterschiedlich. Bis zum Ende des Runden Tisches werden daher vorerst keine neuen Veranstaltungen zugelassen. Neben den Auflagen soll nun abgestimmt werden, welche Feste zugelassen werden sollen.



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