Strom. Seit Anfang des Jahres läuft bundesweit der Feldversuch mit sogenannten Lang-LKW. Diese 25 Meter langen Fahrzeuge dürfen allerdings bisher nur in neun Bundesländern auf die Straße - auch die Bremer Landesregierung hat sich gegen die Teilnahme an dem Probelauf entschieden. Die Sozialdemokraten in Strom haben dennoch Bedenken, dass die sogenannten Gigaliner schon bald an den Haustüren des 450-Seelen-Stadtteils vorbeifahren könnten. "Wir befürchten, dass Bremen sich von Wirtschaftsvertretern zur Freigabe von Transitverkehr und der Zufahrt zu den Logistik-Zentren überreden lässt", sagt die stellvertretende Beiratssprecherin Silke Ruge-Hemmelskamp (SPD). Dies könne weitreichende Folgen für Strom haben, da es direkt neben dem Güterverkehrszentrum (GVZ) gelegen sei. Bereits bisher leide der Stadtteil unter dem LKW-Verkehr zu und von den dort angesiedelten Unternehmen. Das Stadtteilparlament holt daher zu einem Präventiv-Schlag aus: "Der Beirat Strom beantragt
ein striktes Fahrverbot für Lang-LKW auf der Stromer Landstraße", heißt es in einem Antrag der SPD, den der Beirat am Montag einstimmig beschlossen hat. Darüber hinaus fordern die Lokalpolitiker in dem Schreiben, "dass die Stromer Landstraße als nahezu direkte Anbindung an das GVZ, als Fahrstrecke zum GVZ und zum Neustädter Hafen sowie zur A 281 am Stromer Berg beim Feldversuch ausdrücklich nicht empfohlen wird."
Als Begründung dieser Forderung nennen die Sozialdemokraten die schlechte Beschaffenheit der Straße, die für Schwerlastverkehr nicht ausgelegt sei. "Die im Herbst 2011 ausgeführten notwendigen und lange überfälligen Reparaturarbeiten an der Straßendecke wären für die Katz, wenn in naher Zukunft die Lastwagen-Kolosse durch Bremen-Strom rollen sollten." Zudem sei eine höhere Umweltbelastung und eine weitere Zunahme des LKW-Verkehrs zu befürchten.
Deichschart zu eng?
Dies stieß während der Beiratssitzung auf Widerspruch der Christdemokraten. "Die genannten Argumente sprechen eher für die Gigaliner als dagegen", sagte Beiratssprecherin Maren Omland (CDU). Gigaliner würden als umweltfreundlicher und straßenschonender gelten als herkömmliche LKW. "Dennoch lehnen auch wir die Lang-LKW auf der Stromer Landstraße ab", so Omland. Die CDU-Fraktion sehe den Beiratsbeschluss eher als symbolisches Zeichen. "Nach unserer Einschätzung passt so ein Fahrzeug überhaupt nicht durch den Engpass am Deichschart", erklärte die Beiratssprecherin. Daher erübrige sich eine politische Lösung ohnehin.
Die Verantwortlichen des Güterverkehrszentrums sehen dagegen für den Fall, dass die Stromer Landstraße eines Tages von Gigalinern befahren werden sollte, keinen Bedarf an Umbaumaßnahmen. Eine Benutzung der Strecke sei jedoch "nicht gewünscht, da es sich bei diesen Transporten um Punkt-zu-Punkt-Transporte handelt und hierfür grundsätzlich Autobahnstrecken in Frage kämen." Dies geht aus einem Schreiben hervor, das im GVZ auf Anfrage des Ortsamtsleiters Wilfried Frerichs erstellt wurde. Allerdings könne eine Nutzung der Stromer Landstraße nur dann ausgeschlossen werden, wenn die A 281 komplett fertiggestellt sei. "Das ist vor dem Jahr 2018 undenkbar, vermutlich sogar erst Jahre später", kommentierte Frerichs diesen entscheidenden Nebensatz in der Stellungnahme. Aus seiner persönlichen Sicht machte er unterdessen kein Geheimnis: "Der Beiratsantrag ist illusorisch." Solange die Stromer Landstraße noch im offiziellen LKW-Führungsnetz enthalten sei, seien die Handlungsoptionen des
Stadtteilparlaments stark eingeschränkt. "Diese Straße bleibt der Zugang des GVZ Richtung Westen."
Bereits im Herbst 2011 hat der Beirat auf Initiative der CDU die Verkehrsbehörde aufgefordert zu prüfen, ob die betroffene Straße aus dem LKW-Führungsnetz herausgenommen werden könne. Eine Antwort steht noch aus. Ein Bürger kam während der Beiratssitzung zu dem Schluss: "Sinnvoller als der Antrag gegen Gigaliner wäre es, Druck auf die Regierung auszuüben, damit der Ringschluss der A 281 schneller vorwärts geht."











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