
Hastedt. Der "Mäusetunnel" muss offen bleiben und so gesichert werden, dass ihn auch Schulkinder während der gesamten Bauphase der neuen Eisenbahnbrücke über die Hastedter Heerstraße in Höhe Föhrenstraße nutzen können. Das fordern die Anwohner von den Mitarbeitern der Deutschen Bahn (DB ProjektBau GmbH), die in Räumen der Malteser an der Winkelstraße über die Planungen für die Brücke informierten. Auch für die Föhrenstraße forderten sie rechtzeitig neue Verkehrsregelungen. Die Lücken in der Lärmschutzwand auf der Westseite der Bahnstrecke sollen im Zuge der Arbeiten geschlossen werden.
In zwei Wochen sollen die ersten Arbeiten beginnen, die den Neubau der Brücke vorbereiten. Ende 2014 soll die neue Brücke stehen. Projektleiter Reinhard Schindler erläuterte den Ablauf. Die marode Brücke müsse genau 100 Jahre, nachdem sie gebaut wurde, erneuert werden, sagte er. Vor einigen Jahren habe die Deutsche Bahn noch einmal kräftig in eine Sanierung investiert. "Jetzt ist eine Sanierung wirtschaftlich einfach nicht mehr zu vertreten."
Die Züge müssen auch während der Erneuerung der Brücke weiter fahren. Es soll nur kurze Gleissperrungen geben. Deshalb werden Hilfsbrücken eingebaut. Die Hilfsbrücken müssen mit Stützen versehen werden. Diese Stützen werden auf den Radwegen an der Straßenkante erstellt und brauchen ein festes Fundament.
Damit die Stützen gebaut werden können, müssen von September 2012 bis April 2013 die Wasser-, Gas-, Strom und andere Leitungen, die im Weg lägen, verlegt werden. Im Juni beginnen die Vorbereitungen. Schon im März 2011 hat die DB ProjektBau GmbH den Baustellenbereich auf eventuell vergrabene Bomben, Munition oder andere Kampfmittel untersuchen lassen. 19 Verdachtsstellen sollen jetzt noch einmal genau unter die Lupe genommen werden.
Bis April 2013 werde es noch keine großen Einschränkungen für Anwohner und Verkehrsteilnehmer geben, sagte Schindler. Wenn ab Mai 2013 die Stützen für die Hilfsbrücken aufgestellt würden, müssten Fußgänger und Radfahrer auf die jeweils gegenüberliegende Seite ausweichen. Dazu werden Ampeln aufgestellt. Die Fahrbahn sei ein Jahr lang nicht mehr voll nutzbar, so dass Autos auf den Straßenbahnschienen fahren müssten. Auch Fußgänger, Rad- und Autofahrer sollen die Baustelle aber während der ganzen Zeit passieren können.
Wenn die Hilfsbrücken Ende August und Anfang September 2013 eingebaut würden, würden Gleise und auch die Fahrbahn ein paar Tage lang voll gesperrt. "Das ist aus Sicherheitsgründen nicht anders möglich", sagte Schindler. Auch Lärm kündigte er an. Normalerweise hätten die Arbeiter ganz normale Arbeitszeiten, sagte er auf die Frage einer Anwohnerin. Bei einer Vollsperrung würde aber rund um die Uhr gearbeitet. Bis November 2014 sollen die neuen Brückenteile fertig sein. Die Überbauten würden direkt neben der Bahnstrecke, am Quintschlag und auf dem Gelände des Autohändlers Lübkemann & Benthe fertiggestellt, erklärte Schindler.
"Das ist eine sehr enge Ecke", sagte Karl-Heinz Otten (SPD) aus dem Beirat Hemelingen. "Ich kann mir im Moment nicht vorstellen, wie der Zugang zum Hohensteiner Tunnel aussehen soll." Er forderte Schindler und seine Kollegen auf, noch einmal im Beirat vorzustellen, wie sie sich eine Lösung für das Problem vorstellen, wenn ihre Planungen konkreter sind. "Es wäre eine erhebliche Einschränkung für die Anwohner, wenn der Tunnel nicht mehr zugänglich wäre", sagte Otten. "Viele kommen auch aus der Gartenstadt, um hier zur Bahn zu kommen", sagte eine andere Anwohnerin. Eine dritte fragte, ob der Tunnel dann auch saniert werde oder ob er ein "Pinkeltunnel" bleibe. Dazu konnte Schindler nichts sagen.
Die Bewohner des Quintschlags müssen damit leben, dass sie ein Jahr lang nicht mit dem Auto von der Föhrenstraße in den Quintschlag fahren können. Im November 2014 sollen dann die Hilfsbrücken jeweils übers Wochenende wieder aus- und die neuen Brückenteile eingebaut werden. Anfang Dezember 2014 werden die Fundamente der Hilfsbrücke abgebaut und Fahrbahn. Rad- und Fußwege wiederhergestellt.
"Was ist mit einem Haltepunkt Föhrenstraße der Regio-S-Bahn"?, wollte ein Anwohner wissen. Die Stadt habe die Pläne auf Eis gelegt, sagte Schindler. Sollte sie die Planungen wieder aufnehmen, sei es aber auch nach der Erneuerung der Brücke an mehreren Stellen möglich, Bahnsteige zu bauen. Auch an der Straße werde nichts verändert. Die DB ProjektBau GmbH werde die Anwohner auch künftig über anstehende Arbeiten informieren, sagte Schindler. Das Protokoll des Informationsabends samt Präsentation der DB ProjektBau GmbH veröffentlicht das Ortsamt Hemelingen auf seiner Internetseite, www.ortsamt-hemelingen.bremen.de.
Zitat:
"Der Mäusetunnel
muss
offen bleiben."
Forderung der Anlieger











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