
Blockdiek. Christine Malkac sitzt an einem Tisch im Mütterzentrum Blockdiek. Sie hält eine Tasse Kaffee in der Hand. Der Raum ist hell und einladend gestaltet, durch eine Fensterfront gelangt viel Licht ins Innere. Eher düster sah dagegen bis vor Kurzem die Perspektive für die junge Frau aus. Kein Schulabschluss und alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. "Da hat man es natürlich auf dem Arbeitsmarkt schwer", sagt sie. Aber damit wollte sie sich nicht abfinden und begann ihr Leben Schritt für Schritt umzukrempeln.
Offen erzählt sie, wie sie diesen Entschluss gefasst hat. Den letzten Anstoß hätten Gespräche mit Astrid Ziemann gegeben, die ihr auch jetzt gegenüber sitzt. Die Mitarbeiterin des Mütterzentrums Blockdiek bot damals im Kindergarten von Malkacs Tochter Beratungsgespräche an. Sie sprach mit den jungen Frauen über ihre Wünsche und Ziele. Über diese müssten sich die Frauen im Klaren sein, ist die Beraterin überzeugt. Wenn es etwas gebe, auf das man hinarbeite, sei gar nicht mehr so entscheidend, ob man alleinerziehend sei.
"Eigentlich wusste ich immer, was ich machen will, aber nicht, wie ich es mit den Kindern umsetzen soll", sagt Christine Malkac. Nach langen Gesprächen und vielen ermutigenden Worten traute sie sich schließlich zu, sich für die Abendschule anzumelden. Sie wollte unbedingt ihren Schulabschluss nachholen. Dann der erste Dämpfer: Sie hatte keinen Platz an der Schule bekommen. In den folgenden Monaten probierte sich die junge Mutter in verschiedenen Integrationsjobs aus. Sie arbeitete in einer Tischlerei und einer Küche. Nebenbei engagierte sie sich ehrenamtlich im Mütterzentrum.
Nach einem Jahr startete sie dann einen neuen Versuch. Mit Erfolg. Nach zweieinhalb Jahren verließ sie die Schule mit dem Realschulabschluss. Das Mütterzentrum war auch in dieser Zeit ein fester Bestandteil in ihrem Leben. Chrissy, wie sie dort alle nennen, organisierte jeden Mittwoch ein Müttercafé, in dem sich Frauen austauschen, lachen und Kuchen essen können.
Aus der ehrenamtlichen Arbeit hat Christine Malkac viel für sich mitnehmen können. "Früher fiel es mir schwer, auf Menschen zuzugehen. Hier kommt man mit vielen Kulturen in Kontakt. Das hat mich offener gemacht", sagt sie. Davon habe sie insbesondere für die Bewerbungsgespräche profitiert, die nach dem Schulabschluss anstanden.
Denn nachdem sie das erste Etappenziel erreicht hatte, war das nächste schon gesteckt. Eine Ausbildung zur Landschaftsgärtnerin, das war Christine Malkacs Traum. Wiederum klappte es im ersten Anlauf nicht. "Nach der Absage war es schwer, sich wieder aufzubauen", erzählt Astrid Ziemann. Zur Überbrückung trat Christine Malkac eine sogenannte Agh-E-Stelle (Arbeitsgelegenheit nach Entgeltvariante) im Mütterzentrum an. Im Rahmen dieses inzwischen ausgelaufenen arbeitsmarktpolitischen Instruments bekommen die Angestellten ein Gehalt und sind sozialversichert.
"Wir brauchten dringend jemanden zum Anpacken", sagt Ziemann. Daher hätten beide Seiten von der Lösung profitiert. Genau das sei auch die Idee der Mütterzentren: Die Frauen bekämen Hilfe und die Chance zu wachsen, sie gäben aber auch viel zurück, erklärt die Diplompädagogin.
Christine Malkac hat vor Kurzem im zweiten Versuch einen Ausbildungsplatz als Landschaftsgärtnerin bei der Stadt Bremen bekommen. Sie habe immer ein Vorbild für ihre beiden Töchter sein wollen, erklärt sie. Das sei die größte Motivation gewesen, nie aufzugeben. Ziemann wünscht sich, dass mehr Betriebe eine solche Chance anbieten und das Potenzial von Bewerberinnen aus dem zweiten Bildungsweg erkennen. Diese würden beispielsweise viel Lebenserfahrung mitbringen.
Christine Malkac ist froh, dass sie den Neuanfang gewagt hat. Sie blickt optimistisch in die Zukunft und träumt davon, nach der Ausbildung auch einen Job als Landschaftsgärtnerin zu bekommen.











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