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Schularbeitsgruppe und Vaja-Mitarbeiter wollen die Vahr bunter macher / Urban Gardening geht weiter Jugendliche bepflanzen freie Flächen

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Per Eimerreihe trugen die Kinder und Landschaftsgärtner Arne Schlittenhardt die Erde.
Per Eimerreihe trugen die Kinder und Landschaftsgärtner Arne Schlittenhardt die Erde.

Vahr. Beherzt greift der elfjährige Kevin Baltruschat zur Schaufel. Gemeinsam mit den anderen Fünftklässlern der Arbeitsgemeinschaft "Die jungen Forscher" der Oberschule Kurt-Schumacher-Allee (KSA) Beete an der Bushaltestelle vor der Schule anzulegen, macht ihm Spaß. Die Idee für das "Urban Gardening", also das Bepflanzen brachliegender öffentlicher Flächen, hatten die Streetworker des Vereins "Vaja", der sich seit 1992 für die Förderung von akzeptierender Jugendarbeit einsetzt.

Bevor die Schülerinnen und Schüler der KSA Lupinen, Mohn, Kornblumen, Schafgarbe und Anemonen pflanzen konnten, mussten sie die Holz-Umrandungen für die Beete zusammenschrauben und sie mit Blumenerde und Sand füllen. Teamwork war angesagt. Nazmiye und Nathalie haben das Vlies zugeschnitten, das die Beete von unten schützen soll. Um die Eimer mit Sand aus dem Auto von Landschaftsgärtner Arne Schlittenhardt, der das Projekt fachmännisch begleitet, in die Beete zu schaffen, bildeten die Schülerinnen und Schüler eine Reihe. Gemeinsam mischten sie auch Sand und Blumenerde – denn für die ausgesuchten Pflanzen wäre reine Erde zu nahrhaft, erklärte Schlittenhardt.

Nazmiye (links) und Nathalie haben sich Pflanzen und Gießkanne geschnappt und pflanzen mit.
Nazmiye (links) und Nathalie haben sich Pflanzen und Gießkanne geschnappt und pflanzen mit.

Ende März haben die hauptamtliche Vaja-Mitarbeiterin Wiebke Jopp und die studentischen Mitarbeiter Annett Werner und Jens Schaller angefangen, gemeinsam mit Jugendlichen die Vahr zu verschönern. Die Aktionen sind mit dem Umweltbetrieb Bremen und der Polizei abgesprochen. Finanziell unterstützt wird das Projekt aus dem Programm "Wohnen in Nachbarschaften". In Kooperation mit der Jugendhütte Vahr haben die Beschäftigten von Vaja Ende März die Endbushaltestelle an der Paul-Singer-Straße bepflanzt. Im April haben sie gemeinsam mit Jugendlichen aus einer Clique, mit der sie seit 2008 arbeiten, auf einer Verkehrsinsel an der Kreuzung Kurt-Schumacher-Allee/Stauffenberg-

straße ein Beet angelegt. Eigentlich wollten sie noch zwei Flächen bepflanzen, aber das Geld werde langsam knapp, so dass erstmal vielleicht nur noch ein weiterer bunter Fleck beim "Roten Haus" entsteht, sagt Wiebke Jopp.

Kevin Baltruschat hat richtig Freude an der Gartenarbeit und schaufelte fleißig Erde in die Beete, die bald bunte Farbkl
Kevin Baltruschat hat richtig Freude an der Gartenarbeit und schaufelte fleißig Erde in die Beete, die bald bunte Farbkleckse in die Vahr zaubern sollen .

"Urban-Gardening passt zu unserem Ansatz", sagt Wiebke Jopp. "Die Kinder und Jugendlichen sollen draußen etwas machen, das mit Natur zu tun hat, und sich an der Gestaltung des Stadtteils beteiligen." Das würde ihnen ermöglichen, sich mit ihrem Stadtteil zu identifizieren und Verantwortung zu übernehmen. Die Mehrzahl der Kinder und Jugendlichen im Stadtteil hätten keinen eigenen Garten. Es gebe zwar viele öffentliche Grünflächen und parkartig angelegte Freiflächen, aber an deren Gestaltung seien die Jugendlichen nicht beteiligt gewesen. Auch die Bewohner der Vahr sollen ihren Stadtteil durch die neu angelegten Beete mal wieder anders wahrnehmen und motiviert werden, sich aktiv einzusetzen.

Die Schülerinnen und Schüler der KSA haben auch schon Gegenstände wie einen Stiefel, eine Tasche und einen Bauarbeiterhelm in Blumenbeete umfunktioniert und sie im Innenhof der Schule zu einem Blumenkunstwerk zusammengestellt. Aus Wasser, Lehm, Erde und Blumensamen haben sie "Samenbomben" hergestellt, die sie nach einer Woche Trocknungzeit noch einpflanzen wollen. Auch Moos-Graffiti wollen sie an den Mauern vor der Schule noch entwerfen. Dafür müssen sie Yoghurt, Wasser, Bier und frisch geerntetes Moos im Mixer zerkleinern und diese Masse dann auf die vorgezeichneten Umrisse ihres Motivs auftragen, erklärt Jopp. Dafür sei eine schattige Fläche am besten geeignet. Und die Graffiti bräuchten Feuchtigkeit.

Feuchtigkeit brauchen auch die frisch gepflanzten Blumen in den Beeten an Bushaltestellen und auf Verkehrsinseln, die die Kinder und Jugendlichen angelegt haben. Deshalb übernehmen Einrichtungen, Kinder und Jugendliche, aber auch Bewohner Patenschaften und schauen öfter mal mit der Gießkanne bei den Beeten vorbei.

Weitere Infos und viele Fotos auch auf www.facebook.com/VahrGardening



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