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Das Theaterlabor zeigt "Die berühmtesten Dramen der Welt" von Tom Peuckert in der Stauerei Große Klassiker teilen sich einen Abend

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Überseestadt. Dieser Theaterabend hat es in sich: Nicht nur Schillers "Wilhelm Tell", Shakespeares "Romeo und Julia", Goethes "Faust" und Mackie Messer aus Bertolt Brechts "Dreigroschenoper" spielen darin eine Rolle, auch auf die drei Schwestern von Tschechow, König Ödipus von Sophokles und Nathan den Weisen von Lessing treffen die Besucher und Besucherinnen während ein- und desselben Stückes. Schließlich trägt Tom Peuckerts Drama ja auch den Titel "Die berühmtesten Dramen der Welt. Für die Gegenwart bearbeitet und radikal gekürzt." Da sollte der Autor schon einiges an Klassik-Prominenz aufzubieten haben.

"Es gibt verschiedene Sichtweisen darauf, was man auf dem Theater gesehen haben muss - und dies ist natürlich eine subjektive Auswahl. Aber sie umfasst ein Gros", sagt der Münchener Theaterregisseur, Komponist und Musiker Patrick Schimanski, der den Text für das "theaterlabor bremen" auf die Bühne bringt. Ursprünglich sei das Stück eine Hörfunk-Auftragsarbeit für die ARD gewesen, erzählt Schimanski. "Mit Freuden" hat er es vor etwa einem Jahr gelesen und daraufhin angeregt, den Stoff auch für die Bühne aufzubereiten. Jetzt freut er sich, dass das Stück in Bremen uraufgeführt wird: "Wir können Peuckert dafür dankbar sein."

Das Stück ist sehr witzig

Peuckert ist als freier Autor, Theaterregisseur, Hörspielautor und Dokumentarfilmer bekannt geworden. Für dieses Stück, schwärmt Schimanski, habe er die einzelnen Dramen nicht nur eingestrichen und gekürzt, sondern komplett in seine Sprache übertragen und weitreichend interpretiert. "Es liefert neue Denkweisen auf die Stücke und deren Inhalte", ist er überzeugt. "Sehr, sehr witzig" sei das Stück außerdem, "aber nicht im Sinne von Boulevard." Als verbindendes Element kehrt darin zum Beispiel eine Figur zurück, die eigentlich Protagonist in einem anderen Stück war. Das Stück spielt an verschiedenen Örtlichkeiten - für die Bühnenfassung ergab sich dadurch die besondere Herausforderung, abstraktere Lösungen zu finden, um ein ständiges Umbauen der Bühne zu vermeiden.

Großen Genuss verspricht Schimanski denjenigen Zuschauern, die die unterschiedlichen Stoffe bereits kennen - die weniger "vorbelasteten" Theaterbesucher könnte der Abend hingegen dazu anregen, sich intensiver mit dem einen oder anderen Stück und dessen Inhalt im Original zu beschäftigen. Genau das war auch Schimanskis erste "Hausaufgabe" für die 16 Darsteller, die vor sechs Wochen in die Probenarbeit für die Inszenierung eingestiegen sind. Anschließend wurde Peuckerts Stück gelesen, besprochen und abermals gelesen. "Es geht darum, den Tonfall zu begreifen, den der Autor möchte - und der ist hier sehr unterschiedlich", erklärt Patrick Schimanski.

Mittlerweile laufen die Proben auf der Bühne; und das Ensemble kann sich auf einen besonderen Gast am Premierenabend freuen: Tom Peuckert reist zur Uraufführung seines Stückes aus Leipzig an und wird dabei vermutlich weniger aufgeregt sein als die Darsteller: "Er ist ein sympathischer Premierengucker, hat selbst auch Theatererfahrung und war bisher immer sehr entspannt", beschreibt Schimanski, der mehrfach mit Peuckert zusammengearbeitet hat. Und das mit beachtlicher Resonanz: Soeben wurde die von Schimanski inszenierte Uraufführung von Tom Peuckerts Stück "Gedächtnisambulanz" am Theater Bielefeld bei der Abstimmung zum virtuellen Theatertreffen 2012 des Theaterportals nachtkritik.de in die Riege der zehn wichtigsten Inszenierungen des Jahres gewählt.

Das 2005 unter der Leitung von Maik Romberg gegründete Theaterlabor versteht sich als eine Spielstätte, die Theaterschaffenden und bildenden Künstlern ohne festes Engagement ermöglicht, sich gemeinsam mit Texten auseinanderzusetzen und verschiedene Darstellungsformen zu erproben. Es bietet Schauspielern, Tänzern, Mitarbeitern und Künstlern aus dem Bühnen-, Film-, und Medienbereich die Möglichkeit, ihr Handwerk in Zeiten der Nichtbeschäftigung weiter auszubilden und in der Praxis zu bleiben, um sich auf diese Weise wieder in Szene zu setzen. Das Ensemble bleibt dabei jeweils sechs Monate zusammen und erarbeitet währenddessen mehrere Inszenierungen und Einzelprogramme. Vom Sommer 2007 bis Sommer 2011 hatte das "theaterlabor bremen" sein festes Quartier im Concordia. Im Oktober ist es dann in seine neue Spielstätte - die "Stauerei" in der Überseestadt - umgezogen.

Premiere von Tom Peuckerts Stück "Die berühmtesten Dramen der Welt. Für die Gegenwart bearbeitet und radikal gekürzt" ist am Freitag, 23. März, um 19.30 Uhr in der Stauerei, Cuxhavener Straße 7. Weitere Aufführungen sind am 24., 29., 30. und 31. März sowie am 3., 4. und 5. April jeweils um 19.30 Uhr. Karten gibt es unter Telefon 9868966 und weitere Informationen unter www.theaterlab.de.



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