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Hartmut Berlinicke stellt im Hafenmuseum Radierungen, Collagen und Objekte aus Mit Meerwasser geätzt

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Überseestadt. "Die Kunst ist zurück in diesem Raum - und wie", freut sich Claudia Seidel vom Hafenmuseum bei der Eröffnungsfeier der neuen Sonderausstellung. Unter dem Titel "Mit Meerwasser geätzt" zeigt Hartmut R. Berlinicke seine Farbradierungen, Collagen und Objekte zum Thema Seefahrt und Meer.

Rund 130 Werke des gebürtigen Berliners hängen in den Räumen des Hafenmuseums. Berlinicke arbeitet unter anderem mit der heute nur noch wenig eingesetzten Ätztechnik, einer Art der Radierung. Zunächst wird dafür eine ätzbare Druckplatte mit einer säurebeständigen Schicht überzogen. Dann wird das Motiv mit Hilfe einer Radiernadel auf die präparierte Druckplatte aufgebracht. Anschließend folgt ein Säurebad, bei dem die Platte an den eingeritzten Stellen ätzt und das Motiv freigibt.

Auf die Idee, künstlerisch zu arbeiten, kam der pensionierte Diakon schon früh. Bei Freunden sah er die Ätztechnik: "Da wollte ich mal wissen, wie das geht", erklärt Berlinicke. "Danach habe ich zwei Jahre Mist gedruckt", gibt er schmunzelnd zu. Dass er heute sein Handwerk versteht, ist nicht zu übersehen. Die Besucher entdecken in Berlinickes Werken viele feine Linien und Details.

Versteckte Botschaften

Genau hinsehen ist das Eine, die kleinen versteckten Botschaften deuten das Andere. Hartmut R. Berlinickes Arbeiten sind mehr als ästhetische Werke. Oft sind kurze Textzeilen auf den Bildern zu finden, die das Motiv unterstützen und zum Nachdenken oder Schmunzeln anregen. Denn Berlinickes Werke sind mit Witz und Ironie gespickt. Die mit "Litera-Tour" betitelte Farbradierung zeigt beispielsweise ein Fahrrad, dessen Korb mit Büchern gefüllt ist.

"Ich mache, was mir einfällt", antwortet Berlinicke auf die Frage nach seiner Inspiration. Oft sind es Erinnerungen und eigene Erlebnisse, aber auch Auseinandersetzungen mit dem politischem Zeitgeschehen sind in der Schau zu finden.

Eine Vorliebe für Schiffe und das Leben am und auf dem Wasser hatte er schon immer. Regelmäßig mietete er sich früher ein Plattbodenschiff, um auf holländischen Kanälen zu schippern. Neben Radierungen und Collagen sind in der Schau auch historische Koffer zu sehen, die Berlinicke teilweise mit bearbeiteten Marmorplatten und anderen thematisch passenden Materialien ausgekleidet hat.

Die Ausstellung "Mit Meerwasser geätzt" läuft bis zum 29. April im Hafenmuseum, Speicher XI. Ein Künstlergespräch mit Hartmut R. Berlinicke ist am Sonntag, 25. März, um 11 Uhr. Weitere Auskünfte: www.hafenmuseum-speicherelf.de.



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