
Westend. Für die Grundschulen Osterhop, Hammersbeck, Robinsbalje, Alt-Aumund, Oslebshauser Heerstraße, Witzlebenstraße, Rablinghausen, Am alten Postweg und Am Pürschweg hat die Bremer Brede-Stiftung eine Laborerstausstattung finanziert. Creme und Duschgel anrühren, mit einem "Rotkohlstift" Säuren identifizieren, die Farben herausfinden, aus denen ein schwarzer Filzstift besteht: Das sind einige der Forschungsprojekte, die mit den kindgerechten Chemielaboren möglich sind.
Zu den typischen Arbeitsmaterialien wie Petrischalen, Salbenkruken und feinsten Waagen wurde eine ganze Palette an hochwertigen Verbrauchsmaterialien mitgeliefert - Grundstoffe wie Tenside und Emulgatoren, Kakaobutter, Mandelöl, Duft- und Farbstoffe. Sie sind genau abgestimmt auf insgesamt sieben Experimente aus verschiedenen Bereichen der Chemie, die mit einfachen Anleitungen erklärt werden. Am meisten freute sich Sabine Göricke, Schulleiterin der Grundschule an der Melanchthonstraße, allerdings über die Laborkittel und die Schutzbrillen in Kindergrößen: Sie seien das maßgeschneiderte Zeichen dafür, dass sich die Kinder als Forscher ernst genommen fühlen dürften, fand die Schulleiterin.

Professionelle Ausstattung
Für die offizielle Übergabe der Experimentierkisten im Wert von jeweils rund 2500 Euro war auch Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper in die Waller Grundschule gekommen; sie überzeugte sich mit Expertinnenblick von der professionellen Ausstattung. Das Experimentieren lag der Senatorin offensichtlich schon immer: Sie hat nämlich selbst Chemie studiert, wie sie den Kindern erzählte.

Entwickelt wurde das Chemieprojekt an der Universität Bremen. Dort gibt es seit Jahren eine "Kinder-Uni", in der die Idee entstand, mit einem kindgerechten Kinderlabor und spannenden Versuchsanordnungen schon Grundschulkinder für die Naturwissenschaft zu gewinnen. Dafür wurde inzwischen sogar eine eigene Firma gegründet: das "NaWiLab", das die Bremer Schulen mit solchen pädagogisch aufbereiteten Komplett-Paketen versorgt und Grundschulpädagogen dann zu Laborleitern fortbildet.
Die Brede-Stiftung wurde im Jahr 2006 gegründet als Vermächtnis des Bremer Unternehmerpaares Elisabeth und Jürgen-Christian Brede und engagiert sich vorwiegend in der Förderung von Studenten aus den Bereichen Ingenieurs- und Naturwissenschaften, Ökologie und Ökonomie. Doch das Grundschulprojekt überzeugte den Stiftungsvorstand, berichtete Vorstandsmitglied Elisabetha-Dorothee Brede bei der Übergabe in der Melanchthonstraße, denn "man muss sehr früh anfangen, naturwissenschaftliche Neugierde zu wecken", wusste die Stiftungsvertreterin. Die Auswahl der Schulen war kein Zufall, erklärte sie der Schule: Kriterium sei es gewesen, möglichst viele Kinder zu erreichen, für die eine solche Förderung nicht selbstverständlich sei.
Großzügige Mäzene wie die Stiftung mit Sitz in Hemelingen werden dringend gesucht, sagt die Universitätsdozentin und NaWiLab-Mitgründerin Martina Osmers: Denn zurzeit stehen fast vierzig weitere Bremer Grundschulen auf der Warteliste für ein Schülerlabor. Zwei Jahre lang wird die Brede-Stiftung auch den Nachschub an Verbrauchsmaterialien für ihre zehn Schulen sichern. Wie es anschließend weitergeht, darüber wollte sich die Senatorin Gedanken machen. Elisabetha Brede fand jedenfalls klare Worte zum Stand der Dinge. Es sei "erschütternd", wie wenig Mittel den Schulen für solch sinnvolle Projekte zur Verfügung stünden, kritisierte die Stifterin und mahnte: "Wir lassen hier viel Potenzial vor die Hunde gehen."
Weitere Informationen über die Experimentierkisten und Lehrerfortbildungen sind im Internet zu finden unter der Adresse www.nawilab.de. Über die Brede-Stiftung: www.brede-stiftung.de.











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