
Die Leserresonanz war schon vor der ersten Ausgabe am 7. März 2002 enorm. Als die Bremer Tageszeitungen AG ankündigte, die Berichterstattung von WESER-KURIER und Bremer Nachrichten einmal in der Woche um denStadtteil-Kurier zu bereichern, waren die Säle in denBürgerhäusern voll, die Erwartungen groß, und die Telefone in der Redaktion klingelten fast ununterbrochen.
Die redaktionelle Pionierarbeit lastete zunächst auf denSchultern von Monika Felsing, Klaus Grunewald und Detlev Scheil, wenig später stießen Antje Borstelmann und Petra Spangenberg zum Team, zu dem seit der ersten Stunde die Fotografen Petra Stubbe, Walter Gerbracht und Roland Scheitz gehören. Der Stadtteil-Kurier wurde schnell zur Anlaufadresse füralle, die einePlattformfürdas suchten, was vor ihrer Haustür, in ihrem Quartier, in der Beiratspolitik und der Geschäftswelt und Kulturszene ihres Viertels, in Kirchengemeinden und Schulen, Vereinen und Bürgerinitiativen vor sich geht. Detlev Scheil: „Wir greifen auf, was die Menschen in ihrem unmittelbaren Umfeld bewegt. Sie finden sich mit ihren Themen, Anliegen und Problemen im Stadtteil-Kurier wieder.“
Es gab Berichte über zugeparkte Straßen in Findorff, über Radler, die am Ostertorsteinweg unter die Räder zu kommen drohten, über denKampf um denErhalt der Osterholzer Feldmark und der Wesermarsch im Bremer Osten, über das Engagement gegen eineStadtautobahn durch Schwachhausen, gegen Fluglärm und gegen einFastfood-Restaurant im Weserstadion. Der Stadtteil-Kurier stellte die Frau vor, die einHerz fürschwache Igel hat, ließ Spaziergänger zu Wort kommen, die sich über Reiter auf denFußwegen beim Waller Feldmarksee beklagten und trug mit dazu bei, dass die Glocken in der Kapelle auf dem Klinikgelände Mitte wieder läuten.
Ausführliche Vorberichte sollen die Leserinnen und Leser dazu motivieren, Beiratssitzungen und Bürgerbeteiligungsforen, Konzerte oder Theateraufführungen zu besuchen, sich einzubringen in ihrem Stadtteil. Auch Serien gehören zum Konzept. „Wanted“ war eineder ersten und sehr beliebt: einSteckbrief, mit dem sich Freizeitgruppen und Vereine vorstellten. Die neueste Serie in diesem Sinne war „Engagiert in“ zur Freiwilligenarbeit. Jubiläen finden ihren Platz in der Berichterstattung, ergänzt durch historische Serien wie „Fundort Huchting“, „Kindheit in Bremen“ oder „800 Jahre Arsten“. Der Stadtteil-Kurier war dabei, wenn „Stolpersteine“ zur Erinnerung an NS-Opfer verlegt wurden und veröffentlichte Hintergrundberichte.
Das Team
Zum Redaktionsteam gehören heute Doris Bettmann (zuständig fürdie Ausgabe Süd), Monika Felsing (Mitte), Kornelia Hattermann (Südost), Detlev Scheil (Nordost) und Marion Schwake (West), der Redakteur Niels Kanning, die Redakteurinnen Ulrike Troue, Petra Spangenberg und Rita Richter sowie Marianne Becke-Mertens (Sekretariat). Spannende Geschichten aus denStadtteilen liefern der Stadtteilreporter Andreas Becker (Nordost) und die Stadtteilreporterinnen Anne Gerling (West), Liane Janz (Mitte), Karin Mahlstedt (Südost) und Karin Mörtel (Süd). Und damit auch der Sport nicht zu kurz kommt, waren und sind Rainer Jüttner und Frank Büter am Ball.
Das Jahr 2002 ist das Geburtsjahr des Stadtteil-Kuriers, der zunächst donnerstags erschien. Fünf Jahre später startete im Bremer Süden der Probelauf der Montagausgabe. Mit so großem Erfolg, dass seit dem 7. Januar 2008 auch die anderen Stadtteilausgaben zwei Mal wöchentlich erscheinen. Seit 2009 liegen die „Zeitung in der Schule“ (Zisch) oder „Zeitung in der Grundschule“ (Zigsch) denMontagausgaben bei.
Übrigens: Bremens kleinste Grünanlage, von einer Anwohnerin auch als „Hundegrab“ bezeichnet, existiert nicht mehr. Der Zaun sollte ursprünglich dem Schutz des Wurzelwerks einesalten Baumes dienen, engte aber auch dann noch die Bewegungsfreiheit von Fußgängern und Radfahrern ein, als der Baum längst gefällt worden war. Rund einJahr nach der ersten Berichterstattung und auf erneute Nachfrage des Stadtteil-Kuriers ließ die zuständige Behörde das Kuriosum beseitigen.











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