Inserieren

Stadtführung zu Hexen, Geistern und in dunkle Gassen (Teil 3) Bremens düstere Seiten

Von
Gruselige Geschichten bietet die Stadtführunge "Hexen, Geister, dunkle Gassen".
Gruselige Geschichten bietet die Stadtführunge "Hexen, Geister, dunkle Gassen".

Der Abend ist zu Beginn der Stadtführung schon weit fortgeschritten und somit kann es auch gleich losgehen zu Bremens Hexen, Geistern und hinein in dunkle Gassen. Isabell Rückert, unsere Stadtführerin, begrüßt die rund 20 Teilnehmer dick eingemummelt am Roland. Der Trupp zieht zum Eingang des Ratskellers, und hört die erste Geschichte: Der Geist eines Zimmermanns, der beim Würfeln mit den Toten sein Leben lassen musste, spukt noch heute hier. Ein netter Einstieg in die Führung durch die Innenstadt, doch gibt Bremens reale Geschichte nicht auch Futter für den wohligen Schauer her? Tut sie. Sogar nur ein paar Meter weiter, direkt neben dem Dom.

Auf dem Domshof ist ein dunkler Stein mit einem Kreuz ins Pflaster eingelassen. Es handelt sich um den Spuckstein, auf dem noch heute Bremer ihre Verachtung über die Giftmischerin Gesche Gottfrieddurch Ausspucken bekunden. An dieser Stelle wurde die 15-fache Mörderin 1831 hingerichtet. Und die Bremer Richter waren mit der Bestrafung von Straftätern nicht gerade zimperlich. Ob der Schandesel für Betrüger auf dem Bremer Markt, der gelbe Hut für nicht bezahlte Schulden, das Herausschneiden der Zunge für einen Meineid vor Gericht, Vierteilen oder Pfählen – bei den Schilderungen am Justizgebäude wird den Zuhörern schnell anders. Als einigermaßen humane Hinrichtungsarten schildert Rückert das Köpfen oder Hängen: „Das war, wenn es gut gemacht war, relativ kurz und schmerzfrei. War das Beil stumpf, musste der Henker auch schon mal drei-, viermal nachhacken.“

Nächster Stopp ist der Hurrelberg. Die kleine Straße direkt neben der alten Polizeiwache erinnert an die Gefängnistürme, die sich hier befanden und vermeintlichen Hexen und Magiern ein unerwünschtes Zuhause war. Schon die kleinsten Verdächtigungen reichten, um inhaftiert und gefoltert zu werden. Wie die Prozesse ausgingen, ist hinlänglich bekannt. Durch die kleinen Gassen des Schnoors geht es weiter, bis die Gruppe an einem winzigen Haus ankommt. „Als die Pest in Bremen wütete, war es in diesen engen Gassen und Häusern aussichtslos, Quarantäne-Räume zu schaffen. Die Sterbenden wurden einfach auf die Straße gesetzt“, beschreibt Rückert die Szenerie. Ein Abstecher inklusive geisterhafter Seefahrergeschichten an der Schlachte setzt den Schlusspunkt der Tour und entlässt die Besucher zwar durchgefroren aber um eine Erkenntnis reicher: Wie gut, dass wir heute leben.



Bisher 0 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben »

Digitales Zeitungsarchiv

Mit unserem neuen Angebot WESER-KURIER Plus bieten wir im digitalen Zeitungsarchiv alle WESER-KURIER-Ausgaben seit 1945 an. Ob Hintergründe zur Geschichte Bremens oder lokale Sportereignisse aus vergangenen Tagen - digitale Zeitungsseiten laden zu Recherchen, zum Erinnern und Herumstöbern ein.

Historische Bilder aus Bremen

Fotostrecke
Einblicke in "Architektur der Zwanzigerjahre"
Stadtführungen durch Bremen
Kundenservice WESER-KURIER
Stadtplan
 
Nach Leichenfund in Lesumbrok
Identität der Leiche ist geklärt
Wüstestätten-Fest im Schnoor
Viel Leben in schmalen Gassen
30-Jährige in Lebensgefahr
Selbstmordversuch in Polizeigewahrsam
Mieterbund fordert Milliarden
Wohnungsnot in Großstädten
Horner Beirat stimmt Änderungen fürs ...
Diskussion um Supermarkt im ...
 
AfD-Partei in Bremen
Eurokritiker gründen Landesverband
Bremer Bürgerpark-Tombola
Deutlich weniger Interesse an Losen
Ehemaliger Bremer Fleischwarenfabrikant ...
Karl Könecke gestorben
Debatte über Beamtensold
Linnert kritisiert Demonstranten
Kriminalität
Tod am Alexanderplatz: Alle Angeklagten ...