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Stadtführungen durch Bremen (Teil 4) Das Bremer Rathaus hat viel erlebt

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Der Jahresempfang des Sports in der Oberen Rathaushalle
Der Jahresempfang des Sports in der Oberen Rathaushalle

„Seitdem das Rathaus UNESCO-Weltkulturerbe ist, werden wir regelrecht überrannt“, sagt Norma Holthusen vom Bremer Gästeführer-Team. Die Führung ermöglicht einen Einblick in drei verschiedene Räume. Sie beginnt im Treppenhaus, das den alten und den neuen Teil des Rathauses verbindet. Über der Treppe hängt eine große Lampe aus Kieferknochen eines Wales, der in der Weser strandete.

Danach geht es in den großen Festsaal. Hier finden Lesungen, Preisverleihungen und Musikveranstaltungen statt. Es gibt noch zwei weitere kleinere Säle, doch dieser sieht besonders edel aus: Parkettboden, dunkle Holzvertäfelungen, weiße Stuckdecke und eine großer goldener Leuchter dominieren den Raum. Die Bilder an den Wänden zeigen die Stadtbefestigung, die es nicht mehr gibt. In einer Ecke befindet sich eine zusätzliche Kammer, die zu Ehren Kaiser Wilhelm II. gebaut wurde. Hierhin konnte er sich bei seinen Besuchen zurückziehen.

Über 600 Jahre Geschichte

Der dritte Raum ist ebenfalls sehr beeindruckend. Er ist der 606 Jahre alte Teil des Rathauses. Der acht Meter hohe Raum hat eine geschnitzte und bemalte Decke. Sie ist mit 33 Kaiserbildern verziert. Unter der Decke hängen außerdem Kriegsschiffe, die unterschiedlich alt sind. In der Ecke befindet sich noch die historische Wendeltreppe, die von einem römischen Krieger bewacht wird. Die Treppe ist aus Sicherheitsgründen gesperrt, da sie aus altem Holz ist.

Auf der anderen Seite des Raumes befindet sich das Senatsgestühl. Für den Bürgermeister und seinen Stellvertreter gibt es in der Mitte zwei besondere Stühle, die etwa 100 Jahre alt sind.

Daneben befindet sich die älteste Tür des Rathauses. Darüber sieht man das alte Bremer Wappen: zwei Engel die einen Schlüssel in ihrer Mitte halten. Im Zuge der Reformation wurden die Engel durch Löwen ersetzt, die noch heute das Bremer Wappen zieren.

Zum Abschluss der Führung dürfen die Besucher noch einen Blick in die „güldene Kammer“ werfen. Dieser abgeteilte, alte Raum darf aber nicht betreten werden. Der Blick hinein genügt aber um einen Eindruck der historischen Zeit des Rathauses zu bekommen. Zweimal täglich können Interessierte an der zweisprachigen (deutsch und englisch) Führung durch das Rathaus teilnehmen.



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