„Von dem Gutachten des Bonner Hygiene-Experten habe ich einen Tag später aus den Medien erfahren“, sagte der Leiter des Gesundheitsamtes, Eberhard Zimmermann, am Dienstag vor dem Untersuchungsausschuss „Krankenhauskeime“. „Bekannte haben mich am Sonnabend darauf hingewiesen, ich sollte doch einmal im Internet nachsehen.“
Das betreffende Gutachten ist am vergangenen Freitag auf einer öffentlichen Pressekonferenz im Dienstsitz von Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) vorgestellt worden. Es nennt die mögliche Ursache für den tödlichen Keimausbruch auf der Frühgeborenen-Intensivstation – eine Dosieranlage für Desinfektionsmittel – und stammt von dem Bonner Hygiene-Professor Martin Exner. Das Gutachten oder eine andere schriftliche Information durch die Gesundheitsbehörde sei dem Amt bis heute nicht zugegangen.
Und das ist kein Einzelfall, wie am Dienstag im Untersuchungsausschuss bekannt geworden ist. Danach hat das Gesundheitsamt von einem Gutachten des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene (BZH) von Mängeln bei Reinigungs- und Hygieneanweisungen im Klinikum Bremen-Mitte ebenfalls aus der Presse statt von der Gesundheitsbehörde erfahren: „Das Gutachten habe ich mir nach Medienberichten aus dem Internet heruntergeladen“, sagte Werner Wunderle, Referatsleiter im Gesundheitsamt, vor dem Ausschuss.
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