Ein Lagerkopf hatte sich teilweise vom Ausleger des Karussells "Commander" gelöst. An der Bruchstelle sei stellenweise Rost zu sehen. Das spreche dafür, dass es keine kraftschlüssige und feste Verbindung zwischen den Teilen gegeben habe.
Es bleibt vorerst offen, ob die Staatsanwaltschaft gegen den Betreiber des Fahrgeschäfts ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung einleiten wird, wie die Behörde am Dienstagmittag dem WESER-KURIER mitteilte. Die Bauaufsicht der Stadt hat sich den ganzen Dienstagvormittag mit dem Vorfall beschäftigt.
Bei dem Unfall, der bei voller Fahrt passiert war, wurden ein 14 Jahre altes Mädchen und ein 33 Jahre alter Mann leicht verletzt. Erst am Tag vor dem Unfall war das Fahrgeschäft vom TÜV überprüft worden. Bereits vor zwei Jahren hatte es mit dem Karussell einen Unfall mit mehreren Verletzten gegeben.
Ein Lagerkopf hatte sich nach Golasowskis Angaben teilweise vom Ausleger des Karussells "Commander" gelöst. An der Bruchstelle sei stellenweise Rost zu sehen. Das spreche dafür, dass es keine kraftschlüssige und feste Verbindung zwischen den Teilen gegeben habe. Weitere Untersuchungen laufen, die Gondel wurde beschlagnahmt, das Fahrgeschäft stillgelegt.
Das 1992 gebaute Fahrgeschäft war 2009 und 2010 umgebaut worden, nachdem es Probleme mit den Lagern gegeben hatte. Im Mai 2010 war es im nordrhein-westfälischen Lüdenscheid zu einem Unfall mit Verletzten gekommen. Damals war eine Gondel abgerissen. Danach habe eine Firma die Schweißnähte mit einem von mehreren möglichen Verfahren geprüft, sagte Golasowski. Der TÜV-Nord hatte bei der Anlage anschließend keine Mängel gefunden.
Am Tag vor dem Unfall am Samstag hatte der TÜV-Rheinland das aufgebaute Karussell auf der Osterwiese überprüft. Der Fehler konnte bei dieser Prüfung nicht entdeckt werden, betonte der Staatsrat. Es dränge sich die Frage auf, ob besonders Schweißnähte ausreichend geprüft werden, sagte Golasowski. "Ich habe den Eindruck, wir werden uns dem Thema mehr widmen müssen als bisher." Möglicherweise müsse es Vorgaben zum Prüfverfahren geben. Der Arbeitskreis "Fliegende Bauten", in dem die Bundesländer und die TÜV-Organisationen vertreten sind, werde sich damit befassen.
Im vergangenen Oktober hatte sich auf dem Bremer Freimarkt eine Gondel des Karussells "Krake" gelöst und war in wartende Menschen gerutscht. Neun Besucher wurden verletzt. Damals war ein Ausleger gebrochen, allerdings nicht an einer Schweißnaht. (hi, dpa)
Mehr zum Thema lesen Sie am Mittwoch im WESER-KURIER.














Niederschlagswahrscheinlichkeit: 



Noch nicht registriert? Jetzt kostenlos registrieren »