
Schleicht ein Wiesel durch die Büsche, ein Marderhund oder gar ein Fuchs?
Spürsinn und Forschergeist sind gefragt. Ideale Voraussetzungen für die Mitglieder der Jugend-forscht-AG am benachbarten Hermann-Böse-Gymnasium. Der Leiter, der AG, Martin Dubiel, wandte sich kürzlich an Werner Damke, Direktor des Bürgerparks, und erläuterte ihm seine Theorie, dass der gesuchte Täter womöglich ein Fuchs sein könnte. Damke war skeptisch. Noch nie zuvor hatte sich ein Fuchs in seinen schönen Park verirrt. Da die AG aber vor allem erforschen wollte, wer so alles nachts den Bürgerpark durchstreift und auch Damke ein ebenso neugieriger wie interessierter Bürgerpark-Direktor ist, durfte Martin Dubiel eine Wild-Kamera aufstellen.
Die Infrarotkamera mit dem Bewegungsmelder löste Nacht für Nacht aus. Doch die Schwarz-Weiß-Fotos zeigten nur völlig unverdächtige Tiere. Keines von ihnen kam für die Raubzüge im Gehege infrage. Dann, nach zwei Wochen, der erste Hinweis: Ein größeres Tier stand direkt vor der Linse der Kamera. "Wir konnten nur die Beine und etwas vom Schwanz erkennen", erzählt Martin Dubiel. Wenige Tage später löst die Kamera gegen 2.15 Uhr in der Nacht aus: Zwei leuchtende Augen scheinen den Betrachter konsterniert anzustarren. Kein Zweifel sind mehr möglich: Die Kamera hat einen Fuchs eingefangen.
"Ich hätte das nicht für möglich gehalten", räumt Damke auf Nachfrage ein. Auch Heidrun Nolte vom NABU Bremen ist fasziniert: Füchse seien nachtaktiv und "sehr, sehr scheu". Jeder Mensch, der einmal einen Fuchs in freier Wildbahn zu Gesicht bekommen habe, könne sich glücklich schätzen, denn die Tiere beherrschten es meisterlich, allen Zweibeinern aus dem Weg zu gehen. Und dies, obwohl es immer mehr Füchse in die Städte zieht, wo es reichlich Nahrung für sie gibt. So schließt Nolte denn auch nicht aus, dass der Fuchs nachts in Schwachhausen unterwegs sein könnte. "Wenn er nicht genug Nahrung im Park findet, wird er seinen Radius erweitern." Sorgen braucht sich niemand deswegen zu machen. "Füchse fallen keine Menschen an", versichert die Landschaftsökologin.
Martin Dubiel möchte weiterhin seine Kamera im Park aufstellen. "Ich würde gern gemeinsam mit Schülern dokumentieren, was da alles so auf leisen Pfoten im Park herumschleicht", so der Pädagoge.
Vielleicht gibt es ja auch noch Wildschweine im Park, könnte man meinen. Doch da ist sich der Bürgerparkdirektor nun absolut sicher: "Die haben wir zum Glück nicht."
Wer im Bürgerpark mitforschen möchte, ob als Einrichtung oder als Privatperson, kann sich bei Martin Dubiel vom Hermann-Böse-Gymnasium melden. Denn: "Unsere Schule möchte sich nach außen öffnen." Außerdem können sich noch Schüler und Schülerinnen melden, die an der Fragestellung interessiert sind.
Wer sich für die Idee interessiert und Kontakt aufnehmen möchte, kann seine E-Mail an martin.dubiel@bremen.de schicken.

























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