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100-Millionen-Projekt in der Bremer Überseestadt Baustart für die "Hafenkante"

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Die zwei „Strandhäuser“ der Projektentwicklungsgesellschaft Justus Grosse markieren den Anfang beim Großproj
Die zwei „Strandhäuser“ der Projektentwicklungsgesellschaft Justus Grosse markieren den Anfang beim Großproj

Im Frühjahr geht’s los, definitiv, wie gestern zu erfahren war. Nach Jahren voller Pläne und Ankündigungen, die sich immer wieder in Luft auflösten, beginnen nun doch noch die Arbeiten am 100-Millionen-Projekt „Hafenkante“ in der Überseestadt. Im ersten Schritt handelt es sich um zwei Gebäude mit insgesamt 45 Eigentumswohnungen, die eine Größe zwischen 50 und 150 Quadratmetern haben. Sie sollen im Sommer kommenden Jahres fertig sein, kündigt der Investor an, der Vertrieb der Wohnungen habe bereits begonnen.

„Hafenkante“ ist ein Zusammenschluss von Sparkasse, Brebau, Gewoba, Hochtief, Zech Immobilien und DS-Bauconcept. Vor gut acht Jahren gegründet, wollten die Partner das alte Hafenquartier nach vorne bringen – Wohnbebauung im großen Stil, zwölf Hektar im äußersten Nordwesten des Areals, die nicht länger Brache sein sollten. Gebaut wurde dann aber woanders in der Überseestadt, am Europahafen vor allem und später in dem Bereich, wo heute der Landmark-Tower steht.

Zunächst waren es ausschließlich Bürohäuser, und das mit gutem Grund: Wohnen in der Überseestadt galt lange Zeit als ausgeschlossen, zu groß die Bedenken, dass es Konflikte mit den benachbarten Gewerbebetrieben geben könnte. Lärm, Staub und Gestank vertragen sich nicht mit dem Wunsch, möglichst ruhig und störungsfrei auf dem Balkon die Abendsonne genießen zu können.

Schließlich wurde aber ein Kompromiss gefunden, und seitdem steht für die einzelnen Immobilien im Grundbuch geschrieben, dass sich die Eigentümer und Mieter ein bestimmtes Maß an Emissionen gefallen lassen müssen. Ob dies vor den Gerichten im Fall der Fälle Bestand haben wird, ist noch ungewiss.

Wohnen jedenfalls, neues Wohnen an der Weser, ist in dem Gebiet seitdem möglich. Allein die Projektentwicklungsgesellschaft Justus Grosse hat in den vergangenen zwei Jahren nach eigenen Angaben fast 250 Miet- und Eigentumswohnungen gebaut und vermarktet. Und die Firma Justus Grosse ist es nun auch, die mit der „Hafenkante“ beginnt. „Uns hat einer der Gesellschafter ein Grundstück überlassen“, sagt Grosse-Gesellschafter Joachim Linnemann. Ganz vorne, auf dem ersten Baufeld, entstehen für rund 16 Millionen Euro zwei Gebäude, die von den Investoren „Strandhäuser“ genannt werden. Strand deshalb, erklärt Linnemann, weil gegenüber, auf der anderen Seite der Weser, der Rablinghauser Strand liegt.

Gewoba investiert 20 Millionen Euro

Auf demselben Baufeld will sich auch die Planungsgesellschaft DS-Bauconcept aus Hamburg engagieren. Dahinter, Richtung Nordwesten, hat sich die Gewoba Flächen reserviert. Die Wohnungsbaugesellschaft wird nach eigener Darstellung gut 20 Millionen Euro investieren und dafür 85 Wohnungen bauen. „Ich gehe fest davon aus, dass wir in diesem Jahr beginnen“, kündigt Gewoba-Prokurist Martin Paßlack an.

Die Gewoba ist gemeinnützig, doch preiswert sind die geplanten Mietwohnungen deswegen noch lange nicht. „Die Quadratmeterpreise werden im deutlich zweistelligen Bereich liegen“, hatte Paßlack früh angekündigt. Ein Niveau wie bei den Immobilien von Justus Grosse – Wohnen nicht für Jedermann.

Grosse hat sich für dieses Jahr noch ein weiteres Projekt vorgenommen und gestern dazu die Katze aus dem Sack gelassen. Bislang war lediglich bekannt, dass es für das lange vernachlässigte Viertel rund um den Telekom-Turm im Stephaniviertel einen ersten Investor gibt – es ist Justus Grosse, wie Clemens Paul, der zweite Gesellschafter des Unternehmens mitteilt: „Wir haben von der Telekom ein unbebautes Gelände gekauft und werden dort von Sommer an Wohnraum schaffen.“ Das Projekt „Stadtterrassen“ umfasst 40 Einheiten und ein Investitionsvolumen von elf Millionen Euro. „Das könnte die Initialzündung sein“, sagt Paul, der auf weitere Investoren hofft. „Radio Bremen, die Volkshochschule im Bamberger-Haus und die Sparkasse haben das Quartier reif gemacht“, ergänzt Joachim Linnemann.

Eine Einschätzung, die genauso auch von der Stadt propagiert wird. Um trotzdem noch einmal einen Schub auszulösen, hatte die Baubehörde unlängst zu einem Wettbewerb eingeladen. Stadtplaner und Architekten sollten sich Gedanken darüber machen, wie es mit dem Areal zwischen Faulenstraße und Abbentorswallstraße weitergehen kann. Gewonnen hat das Büro Bolles+Wilson aus Münster, das in Bremen bereits das Gestra-Gelände in Findorff entwickelt hat. Die Pläne sind jetzt Grundlage für die Entwicklung des Quartiers, das in Zukunft vermehrt auch fürs Wohnen genutzt werden soll. Der Anfang dazu wird das Grosse-Projekt sein.



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