
August Münchhausen, der die Rösterei 1935 gründete, hat den Betrieb im Rentenalter als Hobby weiter geführt. Dadurch überstand die Rösterei auch wirtschaftlich schwierige Jahre hoher Kaffeesteuer und Preisdumpings. "Das hier lag Jahre im Dornröschen-Schlaf", erzählt Münchhausen-Prüße.
Sie übernahm die Rösterei nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 2003, und mittlerweile steht auch ihre Tochter Natalie an der Röstmaschine. Drei weitere Mitarbeiter vervollständigen das Team. Von solch kleinen Röstbetrieben gibt es nach Angaben des Deutschen Kaffeeverbands noch etwa 300 in Deutschland.
Auch wenn die Großen den Markt beherrschen: "Kleinere Röstereien prägen das Image von Kaffee und vermitteln das traditionelle Handwerk des Röstens", erklärt Holger Preibisch vom Deutschen Kaffeeverband. 2009 haben die Deutschen seinen Angaben zufolge rund 150 Liter Kaffee pro Kopf getrunken. Münchhausen-Prüße ist von dieser Menge unbeeindruckt. "Lieber eine Tasse weniger und dafür mehr Qualität."
"Zu einem guten Kaffee gehört ein guter Keks"
Von den niedrigen Preisen in den Supermärkten hält sie nichts. "Das führt dazu, dass die Menschen in den Ursprungsländern nicht genug zum Leben bekommen." Das Gesicht der ruhigen, freundlichen Frau nimmt etwas härtere Züge an, als sie hinzufügt: "Das ärgert mich."
Münchhausen-Prüße serviert den Kaffee in zierlichen, weißen Tassen. Sie bevorzugt ihn klassisch, ohne Milchschaum oder Sirup. Aber: "Zu einem guten Kaffee gehört ein guter Keks." Der Verkaufsraum der Rösterei erinnert an eine Mischung aus Antiquariat, Puppenstube und Museum. In Vitrinen stehen Blechdosen und Verpackungen mit verschiedenen Kaffeesorten und Porzellangeschirr mit dem Firmenlogo.
Die an den Raum anschließende Rösterei hat sich seit den Kindertagen Münchhausen-Prüßes kaum verändert. "Bei uns ist die Zeit stehen geblieben", sagt die promovierte Mathematikerin und vierfache Mutter. "Wir rösten immer noch wie früher." Damit könne man zwar keine großen Mengen produzieren, aber dafür Raritäten anbieten.
Für diese Besonderheiten und für das traditionelle Handwerk möchten Ilse Münchhausen-Prüße und Tochter Natalie auch Besucher von Gruppenführungen durch die Rösterei begeistern. Sie sind mittlerweile das zweite Standbein des Unternehmens. Denn sich anpassen und modernisieren, um dem Konkurrenzdruck standzuhalten, das will Münchhausen-Prüße nicht. "Das soll so bleiben: Rösten mit viel Liebe, so wie mein Vater das auch immer gehalten hat." (dpa)





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Unvergleichlich leckerer Kaffee und super Atmosphäre in dem Geschäft!